Kapitel 7: Das Erbe der Drachen

Rollenspielbereich: Betritt die Welt von Kihromah und werde Teil des großen Abenteuers
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Spielleitung
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Kapitel 7: Das Erbe der Drachen

Beitrag von Spielleitung »

Das Erbe der Drachen / hat geschrieben:
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Handlungsort:
am Übergang des Düsterwalds zu den Kiesstränden, der Ort, an dem unsere Gruppe schon die letzten beiden Tage verbracht hat
(Für einen Blick auf die Karte HIER klicken)

Umgebung:
Die von der rauen Meeresluft und dem Wind geschundenen Bäume des Düsterwalds, die bei weitem nicht so groß, mächtig und dicht beieinanderstehend daherkommen wie ihre Vettern weiter im Inneren des Landes, säumen die eine Seite des Treffpunkts. Ihre Äste sind weniger dicht behangen mit Blättern, einige knorrig und kahl. Wenige Bäume hier sind älter als ein-zwei Generationen. Die häufigen Stürme der Küste reißen die, die es wagen zu viel Wind auf zu fangen, aus dem kiesigen, kaum Halt bietenden Untergrund. Unzählige von ihnen liegen gefallen am Rande des Waldes, recken ihre dünnen Wurzeln in die Höhe und vermodern, der nächsten Generation Nährstoffe bietend. Auf der anderen Seite liegt ein weiter, hauptsächlich mit kleineren Steinen und Felsen übersäter Kiesstrand, der in der Ferne, irgendwo im Nebel, das Meer erahnen lässt. Näher am Wasser liegen hier und da vereinzelt größere Steine, die von Stürmen angespült, vom Wasser angefressen und vom Wind rund geschliffen wurden und sich noch gegen ihren Zerfall wehren. Das Rauschen der Wellen und der Geschmack von Salz in der Luft sind hier ständige Begleiter.

Tageszeit / Wetter:
früher morgen, kurz nach Sonnenaufgang / Nebeldunst hat sich vom Meer her über die Gegend gelegt, es ist kühl aber nicht kalt, die Luft riecht salzig und frisch

Auftrag / Plot:
Nehmt Kontakt mit dem Tiannara Waschbärenclan der Küstenwind-Wälder auf und lasst euch von ihnen durch die untererdischen Pfade der Drachen in die Heimat der Ska führen. Findet dann heraus, was die Ska dazu veranlasst hat die Tiere südlich der Blitzberge anzugreifen.

Nachdem unsere Freunde sich vom Weißen Raben, den Wirrex und der Lichtung des Geisterwalds verabschiedet hatten, führte sie ihr Weg zurück durch den dunklen, felsigen Tunnel, den sie tags zuvor genommen hatten. Doch anders als erwartet verließen sie ihn nicht dort, wo sie ihn einst betreten hatten, hinter dem in die Tiefe rauschenden Wasserfall, an dem ihnen auch Vishuni begegnet war, sondern sie fanden sich in einem ruhig daliegenden Mischwäldchen wieder. Vogelgesang, Insektenschwirren, umherwuselndes Kleintier. Nichts sprach mehr dafür, dass sie sich im Geisterwald aufhielten und ein kurzer, neugieriger Blick zurück in den Tunnel, den sie erst kurz zuvor verlassen hatten, offenbarte, dass dieser in einer Sackgasse endete. Der Geisterwald hatte sie ein letztes Mal an der Nase herumgeführt.

Es dauerte eine Weile sich zu orientieren, doch ein kleiner Erkundungsflug von Raaka sorgte für ein unerwartetes Zusammentreffen mit Kalea, Prometheus und Namia, drei Adler, die der Rat des Widerstands ausgesandt hatte, nach ihren zu suchen. Eigentlich waren diese schon drauf und dran gewesen, die Suche abzubrechen, immerhin hätten sie die Tiere um Kailan und Nyala nicht so weit im Westen erwartet, sondern einfach nur die Kreise um den Geisterwald immer weiter ausgeweitet. Ob nun Zufall oder Schicksal, dieser Umstand kam beiden Seiten sehr gelegen. Wie sich zeigte, befanden sie sich im Düsterwald, weit entfernt vom Silberfels und westlich vom Geisterwald. Es folgte ein kleiner Austausch zwischen den Findern und den Verlorenen und während Namia, noch immer skeptisch ob der unglaublichen Geschichten die ihr erzählt wurden, zum Rat zurückkehrte, um zu berichten und neue Anweisungen einzuholen, blieben Kalea und Prometheus bei der Gruppe und schlossen lose Bekanntschaft mit dem bunten Haufen.

Da unsere Freunde es vorzogen, nach ihren zurückliegenden Abenteuern nicht noch eine Nacht umringt von Bäumen zu verbringen (vielleicht lag bei dem ein oder anderen doch noch ein wenig die Sorge vor, den Geisterwald nicht verlassen zu haben und immer noch einer Täuschung aufzusitzen), schlugen sie etwas südlich am Waldrand ihr Lager auf, wo weite Kiesstrände in der Ferne das Meeresrauschen an ihre Ohren trugen. Eine Frischwasserquelle in Form eines Bachlaufs lag nicht weit entfernt zwischen Weiden und Lerchen und es waren genug kleine und mittlere Beutetiere zu finden, um die Zeit bis zur Rückkehr Namias und dem Erlangen von Informationen zu ihrer neuen Mission zu überbrücken.

Und an besagtem Bachlauf geschah es dann, dass sie auf Keshnu trafen, den weder Yaize noch Prometheus erwartet hatten nach ihren Begegnungen so schnell wiederzusehen, erst recht nicht in dieser entlegenen Ecke des Kontinents. Der Rüde hatte versucht, sich so weit wie möglich von jeglicher Gefahr durch die Ska zu entfernen und war nicht besonders erfreut darüber, dass die Schwierigkeiten vor denen er geflohen war ihn nun in dieser Form verfolgten.

Es dauerte bis zum Morgen des übernächsten Tages, bis sie wieder vom Rat hörten. Die Sonne war kaum über den Horizont gekrochen und ein leichter, vom Meer hereinwehender Nebeldunst hatte sich wie ein geräuschdämmender Moosteppich über die gesamte Gegend gelegt. Anders als erwartet war es nicht Namia, die zu ihnen zurückkehrte, sondern Nigeth der Puma persönlich, Ratsmitglied und alter Bekannter mancher von ihnen. Man merkte ihm an, dass er die ganze Nacht gelaufen war. Er wirkte erschöpft und das nicht nur körperlich. Es galt, die nächsten Schritte zu besprechen…
HINWEISE:
  • Es ist ohne Probleme möglich NRPGs in die Zeit nach unserer Rückkehr und vor Nigeths Ankunft zu spielen, DIESES existiert z.B. schon (und liest sich wieder wunderbar!)
  • Achtet wie immer auf Zeit, Ort und Umgebung
  • Ratsmitglied: Nigeth
  • Gruppe: Farlan, Keshnu, Kailan, Kalea, Nyala, Nyphteq, Prometheus, Raaka, Rhorax, Vishuni, Yaize
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Spielleitung
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Re: Kapitel 7: Das Erbe der Drachen

Beitrag von Spielleitung »

Nigeth hat geschrieben:
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Nachdem sich alle mehr oder weniger um den Kater herum versammelt hatten und dieser wieder zu Atem gekommen war, ließ sich Nigeth noch einmal die Erlebnisse des Geisterwaldes und dem Wissen, das sie erlangt hatten, von den Anwesenden bestätigen und hakte bei einigen Punkten nach. Es waren vor allem die pflichtbewusst von Namia natürlich vollständig vorgetragenen, unglaublichen Details - und beinahe alles was im Geisterwald passiert war konnte unzweifelhaft als unglaublich betitelt werden - die beim Rat des Widerstands für gewaltige Unruhe gesorgt hatten. Dabei bewegten sich die Reaktionen in einem breiten Spektrum von der vollständigen Ablehnung des Berichts und Begriffen wie 'Geisteskrank' oder 'Träumereien', bis hin zu tiefgreifender Ehrfurcht vor der Begegnung mit dem sagenumwobenen Weißen Raben. Vorerst war man sich zumindest darüber einig geworden, dieses Wissen in einem relativ kleinen Kreis zu verwahren, um diese Zerrissenheit nicht noch weiter in den Widerstand hinein zu tragen, aber vermutlich wäre es wohl nur eine Frage der Zeit, bis irgendjemand sich verplappern würde.

"Okay…"

Für einen Moment schloss Nigeth die Augen und atmete tief durch. Die Nase des Katers weitete sich und die Brust schwoll bis zum Maximum an, verharrte dort während er die Luft anhielt, ehe er sie langsam entweichen ließ und die Augen wieder öffnete.

"Nüchtern betrachtet gibt es die Option weiter nach diesem Aurell zu suchen, das es geben kann, oder aber auch nicht. Die andere Option ist auf unbekannten Pfaden in die Heimat der Ska vorzudringen und nach der Ursache für ihre plötzliche Aggressivität zu suchen. Falls es denn eine Gibt."

Der lange Schwanz des Katers bewegte sich unruhig, fast wie eine Schlange schlängelnd über den rauen Boden hinter ihm. Das tat er immer, wenn Nigeth in Gedanken versunken war. Währenddessen standen die Vorderbeine des sitzenden Pumas ruhig und steif wie junge Baumstämme auf den Untergrund und gaben dem Oberkörper Halt.

"Wir haben uns am Silberfelsen mit taktischen Vorstößen etwas Zeit erkauft und die Ska an einigen Flanken empfindlich getroffen und zurückgedrängt. Allerdings hatte auch dies wieder seinen Preis. Im Moment haben wir uns so eine Atempause verschafft, können aber schlecht abschätzen, wie lange diese anhalten wird. Investieren wir diese gewonnene Zeit in die Suche nach diesem Artefakt und es stellt sich am Ende heraus, dass es nie existierte, haben wir gar nichts gewonnen. Erfahrt ihr in der Heimat der Ska nicht, was der Grund für ihren Angriff ist, so kehrt ihr vielleicht dennoch mit anderen wertvollen Informationen zu ihrer Heimat, ihrer Anzahl oder ihren Pfaden durch die Blitzberge zurück. Und wir würden einen Weg in ihr Territorium kennen und könnten sie mit mehr Unterstützung gegebenenfalls von zwei Seiten aus angreifen."

Er blickte auf und sah nun mit deutlich entschlossenerer Miene von Yaize zu Nyphteq, dann hinauf zu Kailan und ließ den Blick über die Anwesenden leicht schweifen.

"Ich will ehrlich sein, der Rat konnte sich nicht auf ein Vorgehen einigen, aber mir erscheint die zweite Option doch vernünftiger. Was meint ihr?"
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Yaize
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Re: Kapitel 7: Das Erbe der Drachen

Beitrag von Yaize »

Yaize war an diesem Tag erst spät wach geworden und eigentlich auch nur, weil Kailan sie sanft angestupst und aus ihren Träumen gerissen hatte, nachdem Nigeth eingetroffen war. Seit sie und ihre Freunde den Geisterwald hinter sich gelassen hatten, wurden ihr zumindest während sie wach war nun zwar keine Streiche mehr gespielt. Dennoch brauchte die Füchsin derzeit etwas länger zum Einschlafen, weil ihre Gedanken immer noch oft um den Weißen Raben, die Wirrex und den Wald kreisten. Und in ihren Träumen passierten dann immer die sonderbarsten Dinge.

In dieser Nacht hatte sie geträumt, dass sie als Maus über den Boden des Geisterwalds wuselte, nach Körnern und Samen suchte und dann plötzlich von Nyphteq entdeckt und in eine mörderische Jagd verwickelt wurde. Ihr kleines Mäuseherz hatte gewummert wie ein Sturzregen und sie war durch Gräser, Gestrüpp, unter Wurzeln und Zweigen hindurchgekrochen, hatte sich durch enge Lücken quetschen müssen voller Panik stecken zu bleiben, nur um der Puma ganz knapp zu entkommen und plötzlich vor Nyala zu stehen, die das Maul aufgerissen hatte und gerade zuschnappte. Am Schwanz gepackt wurde sie wie ein Spielzeug hochgehoben. Das Blut schoss ihr in den Kopf, der Schmerz durch den Schwanz. Sie strampelte mit allen Pfötchen und piepte und quietschte um Gnade, versuchte zu erklären, dass sie Yaize war, doch Nya verstand sie natürlich nicht. Dann wurde sie in die Luft geworfen und fiel schließlich auf das offene Maul ihrer Freundin zu. Die Zeit verlangsamte sich… Die riesigen, scharfen Zähne der weißen Wölfin und der finstere, geifernde Schlund hatten schon ihr gesamtes Sichtfeld eingenommen… und Yaize wusste in dem Moment, dass sie nun gefressen werden würde… als Kailan sie aus ihrem Traum rettete.

Es war ein Wunder gewesen, dass Yai nicht laut aufgeschrien hatte und stattdessen nur verschlafen und erschöpft drein blickte, genau in die Augen der Bärin. Als die Füchsin realisierte, dass sie nur geträumt hatte, hoffte sie inständig, zumindest im Schlaf nicht gezuckt oder gesprochen zu haben, so wie es manche Tiere taten. Ohne sich etwas anmerken zu lassen hatte sie sich den anderen angeschlossen um der Versammlung um Nigeth beizuwohnen, hatte sich nach einem kurzen Recken und Strecken zwischen ihren Freunden hingelegt und begonnen, ihr Fell ein wenig zu pflegen. Währenddessen blieben die Ohren gespitzt um den Worten des Ratsmitglieds aufmerksam zuzuhören.

Dass am Silberfels Gewinne zu verzeichnen waren zauberte ein kurzes Lächeln auf ihre Lefzen und mit einem freudigen, beinahe schon triumphalen Funkeln in den Augen sah sie zu Farlan neben sich und tuschelte heiter:

"Also sind die Ska doch nicht so unbesiegbar, wie alle immer meinen..."

Dann dachte sie kurz über die Frage von Nigeth nach und antwortete, eigentlich mehr laut denkend zu sich selbst aber doch laut genug, dass jeder der zuhörte sie verstehen konnte.

"Irgendwie fände ich es ziemlich schade, die Suche nach dem Aurell einfach so aufzugeben. Allein der Gedanke, dass etwas so unfassbar Mysteriöses und Unglaubliches existieren könnte ist der Wahnsinn! Aber... naja... auf der anderen Seite stimmt es schon. Wenn wir uns da in etwas verbeißen das es gar nicht gibt und am Ende nichts dabei rum kommt... ich käme mir ziemlich dumm vor."


[ neben Farlan in der Runde um Nigeth | sinniert laut was wäre, wenn sie das Artefakt suchen und es nicht finden würden ]
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Nyphteq
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Re: Kapitel 7: Das Erbe der Drachen

Beitrag von Nyphteq »

Viel war in den letzten Tagen passiert. Vor allem viel Unerklärliches. Ein Grund, warum Nyphteq die Ankunft des Artgenossen begrüßte. Mit dem Kater kam Stück weit die Normalität zurück. Ihn zu sehen brachte Gewissheit, den Geisterwald endgültig hinter sich gelassen zu haben, auch dann, wenn seine Nachwirkungen noch deutlich spürbar waren.

Nyphteq hatte sich bei den Berichten über die Geschehnisse mit dem weißen Raben größtenteils zurückgehalten. Noch immer konnte wohl niemand mit völliger Gewissheit sagen, ob das, was ihnen widerfahren war, wirklich echt oder bloß Einbildung gewesen war. Sicher war aber, dass der Einfluss, den die Erfahrungen der letzten Tage auf die Katze hatten, mehr als real waren. Nyphteqs Augen suchten kurz nach Kailan, an dessen Seite sie sich niedergelassen hatte. In den vergangenen Tagen hatte die Berglöwin immer wieder die Nähe der großen Braunpelzin gesucht. Auch ohne viel zu sagen hatte die Bärin, die das gleiche Schicksal wie sie teilte, eine gewisse trostspendende Wirkung auf die Katze und vielleicht war es für Kailan ja auch ähnlich.

Nigeth fasste nun nicht nur noch einmal ihre nächsten Handlungsmöglichkeiten zusammen sondern gab ihnen auch einigermaßen erfreuliche Informationen von der Front. Die Anweisungen des Ratsmitgliedes tendierten damit eindeutig zu einer der beiden Alternativen und auch sein Blick bestärkte diesen Eindruck. Allerdings endete sein Bericht mit einer eher unerwarteten Aussage.

Ließ ihnen der Rat tatsächlich die Wahl, was sie als nächstes tun wollten? Das war neu. Normalerweise ließen sie bei den vorgesehenen Aufträgen doch wenig mit sich verhandeln, wie Brastk es doch erst vor wenigen Tagen, vor dem Aufbruch in den Geisterwald, demonstriert hatte. Ein wenig Zweifel stand Nyphteq nun ins Gesicht geschrieben. Für die Katze wäre die Entscheidung ganz klar gewesen, auch ohne die derzeitige Lage an der Front zu kennen. Aber anscheinend teilten nicht alle ihrer Mitstreiter diese Meinung, wie Yaize soeben bewies. Die Argumente der Roten stützen sich allerdings auf nicht viel mehr als Sentimentalität. Hatten sie davon nicht in den letzten Tagen schon genug gehabt?

„Es mag riskant sein, sich in das Gebiet der Ska vorzuwagen, aber so eine gute Gelegenheit wie jetzt bekommen wie vielleicht nicht wieder. Dieses Aurell läuft uns nicht so schnell weg und wir könnten es zur Not auch später noch suchen.“

Bei den letzen Worten bedachte Nyphteq die Füchsin mit einem beschwörenden Seitenblick. Fragte man die Katze, wäre es natürlich noch besser, würde eine andere Gruppe diese Suche übernehmen. Nyphteq hatte fürs Erste genug von Mythen und Legenden. Außerdem hatte sie wenig Ambitionen, sich in das Gebiet der Schakale zu begeben. Sie wusste nicht viel über die hundeartigen Raubtiere und kannte sie bloß aus Geschichten und Erzählungen. Sie hatte nicht einmal eine genaue Vorstellung davon, wie sie aussahen. ‚Wie hagere Füchse mit langen Beinen und spitzen Schnauzen‘, hatte sie mal gehört. Ob sie genauso hartnäckig und bissig waren, wie sie ihr damals beschrieben worden waren?

Und dann war da noch etwas. Eine Reise in den Norden würde die Gruppe nah an das alte Revier der Raubkatze heranführen. Auch wenn sie im Grunde wusste, das inzwischen nicht mehr viel von ihrer alten Heimat übrig sein konnte, musste ein kleiner Teil von ihr es erst mit eigenen Augen sehen, um es zu akzeptieren.

[ in der Runde neben Kailan | bezieht Position für den Vormarsch ins Ska-Gebiet ]
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Nyala
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Re: Kapitel 7: Das Erbe der Drachen

Beitrag von Nyala »

Der salzige Meeresduft bitzelte in Nyalas Nase als sie die Augen aufschlug. Dieser Geruch war wohl das was sie am meisten davon überzeugte, dass sie nicht länger im Geisterwald gefangen waren. Noch immer gab es für sie keine richtige und einleuchtende Erklärung für all das was dort geschehen war, begonnen bei den sich verändernden Pfaden, den Stimmen zwischen den Blättern, den Wirrex und dem weißen Raben, sowie der Tatsache, dass sie am Ende im Düsterwald gelandet waren. Dieser war immerhin mehrere hundert Pfoten vom Wisperwald entfernt! Letztlich spielte es auch keine große Rolle mehr, sie waren dem Labyrinth entkommen. Soweit im Westen war die weiße Wölfin noch nie gewesen, die Bäume hier waren ihr fremd und hatten kaum etwas mit denen in ihrer Heimat gemein. Augenblicklich hatte sie ohnehin keine großen Ambitionen einen weiteren Wald zu betreten, da kam ihr der Kiesstrand und das Meer viel einladender vor. Eine willkommene Abwechslung!

Nachdem sie ihre müden Glieder ausgiebig gestreckt und sich davon überzeugt hatte das ihre Gruppe inklusive der drei Neuankömmlinge noch immer vollständig war, hatten ihre Pfoten sie durch den Nebel hinunter zum Strand geführt. Die Luft war kühl und die Sonne ging gerade erst auf, so dass es mit Sicherheit noch eine Weile dauern würde bis der dunstige Nebel verschwinden würde.
Ihre letzte Mission hatte etwas mit der Gruppe gemacht, immerhin hatten fast alle einen Teil ihres Inneren nach außen gekehrt, so dass zumindest Nya ihre Begleiter teilweise mit anderen Augen sah, … sich selbst eingeschlossen. War ihr Auftrag erfolgreich? Zu einem gewissen Teil ja. Sie hatten immerhin zwei neue Optionen, einen weiteren Hinweis auf das Artefakt und die Möglichkeit in das feindliche Gebiet vorzustoßen. Nyala gefiel weder das eine noch das andere. In der Wüste gab es Temperaturextremen und viel zu viel Sand, außerdem bestand die Möglichkeit, dass die Schakale ihnen am Ende auch nicht weiterhelfen konnten oder dass es das Artefakt überhaupt nicht gab. Die Alternative bestand darin unter die Erde zu gehen, in Tunneln umherzuwandern, wie es Maulwürfe, Kaninchen und Dachse taten. In ihren Augen auch nicht besonders reizvoll, allerdings lag am Ende ein deutlich attraktiveres Ziel, der Feind. Sie könnten hinter die feindlichen Reihen gelangen und womöglich mehr tun als einer Legende hinterherjagen. Selbst wenn es im Grunde auch nichts anderes war. Ein Rudel Wölfe, dass einst Seite an Seite mit den Insekten lebte, ohne dass sie sich ins Gehege kamen. Ob es wirklich stimmte, was der weiße Rabe ihnen dort aufgetischt hatte?

Von den ganzen Überlegungen bekam sie lediglich Kopfschmerzen, so dass sie einmal kräftig ihren Pelz schüttelte und zurück zur Gruppe trottete, wo sie nahezu zeitgleich mit Nigeth eintraf. Sie ließ sich unweit der beiden Adler auf ihr Hinterteil nieder und lauschte den Worten des Pumas, nachdem dieser zu Atem gekommen war. Da waren sie wieder die Überlegungen von gerade eben und der Kater nahm ihr die Hoffnung, die Entscheidung abzugeben. Ihre Ohren schnippten leicht, seit wann überließ es der Rat ihnen den Weg zu wählen? So gefährlich es war direkt an der Front zu kämpfen, noch immer wäre es der Fähe lieber als irgendwelchen mysteriösen Spuren hinterher zu jagen. Andererseits konnte sie diesen buntzusammengewürfelten Haufen irgendwie auch nicht sich selbst überlassen. Entweder rannten sie in ihr Verderben oder brachten sich am Ende noch gegenseitig um. Das diese Gedanken ausgerechnet durch ihren Kopf huschten, sollten sie am meisten überraschen, sie war schließlich keinen Deut besser als der Rest. Vermutlich passte Nya deshalb so gut hier her.

Ihr Blick wanderte hinüber zu Yaize und dann zu Nyphteq.
Natürlich konnte solch begeisterte Worte nur von der Roten kommen, wenn es um ein mysteriöses Relikt ging, da stand sie Raaka in nichts nach, dennoch war die Kleine schlau genug es zu überdenken. Nyph ging an die ganze Sache sehr überlegt ran und Nyala konnte nicht anders als zustimmend zu nicken. Das Relikt rannte ihnen – so es denn überhaupt existierte – nicht davon. Die Ska hingegen würden nur eine kleine Ruhepause zulassen, bevor sie wieder vorstießen.

„Gibt es keine andere Gruppe, die wir auf die Suche schicken könnten, während wir uns auf den Weg durch die Tunnel machen?“,

richtete sie die Frage direkt an Nigeth,

„wir können doch nicht die einzige Truppe sein, die dafür in Frage kommt. Und so würden wir keine Zeit verschwenden.“

Sie kannte die Strukturen des Widerstands nicht gut genug, um zu wissen wie viele Gruppen und Kämpfer es gab, doch in ihrer Vorstellung waren sie nur ein kleiner Teil von etwas Großem. Sicherlich kein unwichtiger Teil, sonst hätte man sie nicht mit so einer wichtigen Aufgabe wie dem weißen Raben betraut oder überließ ihnen die Entscheidung, was sie als nächsten tun sollten.

[ denkt nach / in der Nähe der beiden Adler / wirft eine weitere Idee in den Raum ]
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Rhorax
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Re: Kapitel 7: Das Erbe der Drachen

Beitrag von Rhorax »

Rhorax Morgen war erfreulich unspektakulär verlaufen. Er war vor Sonnenaufgang wach geworden, doch anstatt herumzulaufen und irgendetwas zu tun, war er einfach auf dem faulen Pelz liegen geblieben, hatte vor sich hin gedöst und an gar nichts gedacht. Das war am Ende mindestens genauso erholsam wie Schlafen. Gedanken über das was hinter ihnen lag - die Zeit im Grenzwald - machte er sich gar nicht mehr. Der Bär hatte schon kurz nach Verlassen dieses furchtbaren Ortes für sich entschieden, diesen Lebensabschnitt nicht weiter zu beleuchten. Das war deutlich einfacher als sich noch einmal Gedanken darüber zu machen, was überhaupt alles passiert war. Und wie und warum überhaupt da Dinge passiert waren.

Mit Nigeths Eintreffen hatte sich der Bär aufgerichtet und nach einem kräftigen, lauten Gähnen einen Platz am äußeren Rand neben diesem neuen, etwas arrogant wirkenden Fuchs gefunden, dessen Namen er sich noch nicht eingeprägt hatte. Namen merken war aber auch überhaupt nicht sein Ding, schon gar nicht wenn immer wieder neue Begleiter dazu kamen. Anstatt sich zu setzen hatte der Bär entschieden stehen zu bleiben. Mit leicht hängendem Kopf, den aufmerksamen Blick immer wieder dem sprechenden Tier zuwendend, lauschte Rhorax der Konversation.

Nyalas Bemerkung erntete ein tiefes, zustimmendes Brummen von ihm.

Dieses Ding suchen können bestimmt auch andere. Ich würde mich lieber wieder mit den Ska prügeln. Da weiß man am Ende des Tages zumindest, was man getan hat...


[ am Rand der Truppe neben Keshnu | schweigt und hört zu ]
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Re: Kapitel 7: Das Erbe der Drachen

Beitrag von Spielleitung »

Nigeth hat geschrieben:
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Nigeth lauschte den Worten von Yaize und Nyphteq und empfand durchaus ein wenig Erleichterung darüber, dass sie ihm beipflichteten. Es war schon etwas unangenehm gewesen, ohne eine offizielle Ratsentscheidung vor die Gruppe zu treten und hätten sich ihre Ansichten von der Seinen unterschieden, wäre vermutlich eine Diskussion entfacht, die er sich so sparen konnte. Sicher hätte er dann die Initiative ergriffen und eine Entscheidung gefällt. Aus Erfahrung wusste er aber, dass es einfacher war einen Auftrag zu vermitteln, wenn die ausführende Gruppe selbst auf die Idee kam oder von vornherein davon überzeugt war, dass die Mission wichtig, wenn nicht sogar notwendig war. Vor allem, wenn es eine Alternative gab.

Nyala wurde mit einem längeren, forschenden Blick bedacht, ehe der Kater zu einer Antwort ansetzte. Der Rat teilte prinzipiell ungern Informationen zu Anzahl und Stärke der Trupps und mit welchen Aufgaben diese bedacht wurden. Vornehmlich um Missgunst, vergleichendes Verhalten und Impulse zu unterbinden, sich vielleicht doch lieber anderen Gruppen anzuschließen. Aber auch aus Gründen, die für den Erfolg ihres Unterfangens noch bedeutend wichtiger waren. So wählte er seine Worte sehr überlegt.

"Wir werden sehen ob sich eine andere, geeignete Truppe für diese Aufgabe finden lässt."

Um keine Gelegenheit zu geben näher auf diese Thematik einzugehen, nahm er sich keine Atempause und sprach direkt weiter über die vor ihnen liegende Mission.

"Bevor es in die Tunnel geht müsst ihr aber zunächst Kontakt mit den Tiannara aufnehmen und sie von eurem Anliegen überzeugen. Nur sie können euch wie es scheint sicher durch dieses unterirdische Labyrinth führen."

Er kramte etwas in seinem Gedächtnis und führte dann souverän weiter aus:

"Wir standen bereits lose in Kontakt mit diesem Waschbärenclan, hatten Botschafter entsandt um sie über das Bündnis mit ihren südlichen Artgenossen zu informieren und um Unterstützung zu bitten. Dabei kam es wohl zu einem diplomatischen Fauxpas. Wir wussten zu wenig von der Bedeutung ihres Glaubens für dieses Volk. Unsere Diplomaten konnten nicht einmal genau sagen, wodurch sich die Tiannara beleidigt fühlten. Letztendlich haben sie jedoch die Gespräche abgebrochen und seitdem ist es schwer, überhaupt noch an sie heran zu kommen um mit ihnen zu kommunizieren. Wenn euch dies gelingt müsst ihr also sehr vorsichtig in eurer Wortwahl sein."
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Re: Kapitel 7: Das Erbe der Drachen

Beitrag von Vishuni »

Die Puma hatte erneut einen unruhigen Schlaf hinter sich. Sie hatte sich immer noch nicht daran gewöhnt, dass sie nicht mehr allein war. Bei jedem Murmeln im Schlaf, jedem tieferen Atemzug einer ihrer Mitstreiter zuckten die Ohren der Berglöwin herum und ließen sie aus ihrem seichten Schlaf erwachen. Dementsprechend war auch die Ankunft des fremden Pumas keine Überraschung für die junge Katze, sie hatte ihn längst kommen hören. Doch da keiner der Widerstandskämpfer Anstalten machte, Alarm zu schlagen ging sie davon aus, dass der Kater erwünscht war.
Sie hatte sich auf die Pfoten gerappelt und während sich die Gruppe noch sortierte, hatte sie sich einer flüchtigen Fellpflege gewidmet. An den Geisterwald und die unerklärlichen Geschehnisse hatte sie kaum mehr einen Gedanken verschwendet. Die Erinnerung an diesen Ort erfüllte sie mit Zorn. Sie hatte mittlerweile zu viele Erinnerungen gesammelt, die dieses Gefühl in ihr hervorriefen. Irgendwann lief das Fass über. Darum ließ sie diese Gedanken fortziehen, ohne große Emotionen zu hinterlassen. Zumindest bemühte sie sich darum.

Nach wenigen Augenblicken fand sie sich in einem Halbkreis um den Neuankömmling wieder, neben sich der riesige Bär und der schwarze Plappervogel. Keine Gesellschaft, die sie sich freiwillig ausgesucht hätte, doch zumindest für den etwas brummigen, schweigsamen Riesen hatte sie ein wenig Sympathie übrig. Der Vogel… Na gut rein anatomisch konnte man schon die Winzigkeit des Gehirnes abschätzen, das in dem fedrigen Kopf arbeitete – oder eben nicht arbeitete. Pfff. Wenigstens besser als Naivlein oder Kratzbürste…
Vishuni unterdrückte ein Seufzen und richtete die noch immer leicht schläfrigen Augen auf den Artgenossen.

Er begann zu erzählen und brachte die Möglichkeit auf, nach dem Aurell zu suchen. Vishuni ließ ein ungläubiges Prusten hören und schüttelte entschieden den Kopf. Naivlein sprach sich natürlich prompt dafür aus, was Vishuni nur mit einem Augenverdrehen quittierte. Konnte die Kleine nicht dorthin gehen? Und am besten den Plappervogel und die Kratzbürste mit sich nehmen? Hach wäre das schön… Immerhin war Kratzbürste Vishunis Ansicht, dass ein Vordringen in das Gebiet des Feindes sinnvoller war, als eine Legende zu jagen. Worüber sprachen sie hier überhaupt? Als hätte der Geisterwald nicht schon genug Mist mit ihnen getrieben. Und jetzt sollten sie in eine Wüste rennen und nach einem Zauberding suchen? Da wollte sie jemand loswerden, eindeutig. Auch die Wölfin schien nicht scharf darauf zu sein, diesem weißen Plappervogel zu glauben und sich ins Verderben zu stürzen und begann die richtigen Fragen zu stellen. Vishuni nickte brummend und auch der Bär neben ihr schien der Fähe zuzustimmen. Sie sollte wirklich beginnen, sich die ganzen Namen zu merken…

“Und wenn es keine andere Gruppe gibt, können wir uns dann nicht aufteilen? Eine weniger große Gruppe fällt auch im Gebiet des Feindes nicht so sehr auf. Oder ist das mehr eine Angriffsmission, als eine Erkundungstour?“, richtete sie ihre raue Stimme nun an den Puma, die Ohren neugierig in seine Richtung gespitzt. Ihr Blick huschte zu der Füchsin, bevor er sich wieder auf den Kater richtete. Vielleicht war das die Gelegenheit ein paar Plappermäuler loszuwerden!


[ bei Rohjax und Raaka | lauscht Nigeth | schlägt vor die Gruppe zu teilen ]
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Re: Kapitel 7: Das Erbe der Drachen

Beitrag von Kalea »

Die Gruppe hatte eine seltsame Dynamik. Das war Kalea in den letzten Tagen immer wieder aufgefallen. Es gab verborgene Spannungen zwischen den Mitgliedern und so vieles schien unausgesprochen in der Luft zu liegen. Die Adlerdame hatte versucht dem auf den Grund zu gehen, doch so wirklich wollte niemand über den Geisterwald reden, in dem die Gruppe wohl die letzten Tage verbracht hatte. Generell waren viele von ihnen immer wieder in nachdenkliches Schweigen versunken gewesen, sodass Kalea häufiger als ihr lieb war, zur schweigsamen Beobachterin geworden war.

Prometheus war immer noch hier, er war an ihrer Seite geblieben. Kalea freute das mehr, als sie zugeben wollte. Sie hoffte inständig, dass sie sich auf der Suche nach Unabhängigkeit nicht sofort wieder einen Vertrauten gesucht und in kleinen Teilen ihr Glück von ihm abhängig gemacht hatte. Das passte nicht in das Bild, welches sie gerne von sich hätte. Und doch fand sie sich heute morgen erneut neben dem Adlerherren wieder und warf ihm ein freundliches Grinsen zu, während sie darauf wartete, dass die Gruppe sich um das Ratsmitglied scharte.

Und viel Zeit für Grübeleien blieb ihr damit nicht mehr, denn der Puma legte sofort los und nannte ihnen zwei Optionen. Kaleas Augen glühten beinahe vor Begeisterung. War das immer so, dass die so viel Entscheidungsgewalt hatten? Sie schien eine Gruppe gefunden zu haben, der der Rat viel Vertrauen schenkte. Aufmerksam musterte sie die Reaktionen ihrer Mitstreiter, lehnte sich zeitgleich leicht hinüber zu der weißen Wölfin neben ihr und stupste sie zart mit den Schwungfedern an.

“Darf ich fragen, was es mit diesem Aurell auf sich hat?“, fragte sie die Weiße leise und warf ihr einen kurzen Blick zu, während sie gleichzeitig den Worten der anderen lauschte.

Die Präferenzen schienen dahingehend zu deuten, ins Gebiet des Feindes aufzubrechen. Kaleas Federn stellten sich leicht auf und ein kühler Schauer lief zwischen den Kielen über ihre Haut. Vielleicht würde sie bald tatsächlich diesen seltsamen Wesen gegenüberstehen. Und dann? Gab es kein Kampftraining? Hackte man einfach mit den Krallen auf sie ein? Hatte Nyphteq nicht erzählt, dass einige von ihnen auch fliegen konnten?

Der Weg zu ihnen führte außerdem durch einen Tunnel. Einen dunklen, unterirdischen Gang in dem sie nicht sehen und somit auch nicht würde fliegen können. Naja, wer hatte auch gesagt, dass dieses Leben hier einfach werden würde? Kalea warf Prometheus einen Blick zu, um seine Reaktion abzuschätzen, bevor die Worte des Katers sie erneut hellhörig werden ließen. Diese gläubigen Waschbären waren der einzige Weg, um dorthin zu gelangen, wo sie hin wollten? Kalea blickte mit einem leichten Anflug von Unsicherheit über ihre Gruppe. War es ihr als Neuling erlaubt, hier zu sprechen? Sie räusperte sich vorsichtig und wartete auf eine Reaktion, ein Zischen in ihre Richtung oder einen warnenden Blick. Doch als nichts geschah wurde sie mutiger.

“Kannst du uns mehr über den Glauben der Tiannara erzählen? Auch wenn es nicht viel ist, vielleicht hilft es uns, sie besser einschätzen zu können und keine Fehler in der Kommunikation mit ihnen zu begehen.“

Trotz der anfänglichen Zögerlichkeit war ihre Stimme fest und klar, als sie das Wort an das Ratsmitglied richtete. Ihre Augen lagen nun voll fokussiert auf dem Puma, während sie auf seine Antwort wartete.

[bei Prometheus und Nyala | spricht Nyala an | stellt Nigeth eine Frage über die Tiannara]
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Re: Kapitel 7: Das Erbe der Drachen

Beitrag von Raaka »

Irgendetwas bereitete ihm Unbehagen, auch wenn Raaka nicht mit der Schwungfeder darauf hätte zeigen können. Aber eine gewisse Spannung lag in der Luft seit dem Moment, als er sich neben seinen Gefährten im Kreise um den Ratspuma auf dem Erdboden niedergelassen hatte. Zum Glück lag es nicht in der Natur des Raben, sich über Dinge Sorgen zu machen, die er nicht einmal genau benennen konnte. Zumal es ja jetzt deutlich wichtigere Dinge zu besprechen gab. Ihre nächsten Schritte zum Beispiel.

Auch wenn das Herz in Raakas gefiederter Brust sich deutlich für eine Abenteuer versprechenden Suche nach einem geheimnisvollen Artefakt aussprach, so hatte ihm die Begegnung mit dem weißen Raben einen deutlichen Dämpfer verpasst. Sicher, er war mystisch gewesen, der Weiße, aber Raaka hatte sich irgendwie… mehr versprochen. Das war wohl auch der Grund dafür, dass er ziemlich gelassen blieb, als seine Freunde mehrheitlich für die Reise zu den Tiannara stimmten. Vielleicht brauchte er einfach ein wenig mehr Zeit, die vielen Eindrücke zu verarbeiten und sich einen Reim auf das neue Wissen zu machen, ehe er sich wieder mit vollem Eifer der Suche nach Geheimnissen verschreiben konnte. Deshalb stieß besonders die Anmerkung von Silberkatze Nyphteq, man könne sich erst um die Tiannara und später um das Artefakt kümmern, auf seine Zustimmung.
Er hätte ihr gerne begeistert beigepflichtet, wäre ihm Nyala nicht mit einem exakt gegenteiligen Vorschlag zuvorgekommen, dem Ratskater Nigeth auch nicht gänzlich abgeneigt schien. Raaka ließ den Schnabel hängen und sog scharf die raue Küstenluft ein. Ein Kribbeln lag unter seinen Federn, das sich nicht durch die salzige Brise erklären ließ, die ihm bis auf die Haut fuhr. Er musste sich ein paar gute Argumente überlegen, wenn er die Mission rund um das Artefakt nicht gänzlich aus dem Schnabel geben wollte.
Es war jedoch erst einmal die dritte Pumakatze in der Runde, die ihm ins Wort, oder besser gesagt, in den Gedanken fiel. Ob sich die Gruppe trennen sollte? Zugegeben, wenn es keine andere Möglichkeit gab, würde sich Raaka den Schatzsuchenden anschließen, aber der Gedanke, sich aufzuteilen schmeckte ihm gar nicht. Es gab da einige unschöne Erinnerungen die er mit dem letzten Mal, dass sie sich getrennt hatten, verknüpfte. Gleichzeitig wusste er nun aber auch, warum sie, und keine andere Gruppe, sich der Suche nach dem Aurell annehmen sollten.

„Entschuldigung“,

krächzte der Schwarze und blickte dabei mit einem verzeihlichem Nicken zu Adlerdame Kalea, hinter deren Frage er sich so unverblümt eingereiht hatte.

„Egal ob jetzt oder später, ich denke, es sollten schon wir sein, die dem Geheimnis um das Aurell auf den Grund gehen. Immerhin haben wir die mystischen Kräfte im Geisterwald am eigenem Leib gespürt. Auch wenn wir einem anderen noch so detailreich davon erzählen, es ist doch immer etwas anderes, es selbst miterlebt zu haben. Was, wenn es diese Erfahrungen sind, die uns erst ermöglichen, das Aurell zu finden oder gar zu verstehen?“

Der Schwarze legte den Kopf leicht schief, während er den Blick über seine Freunde schweifen ließ und dabei bedächtig nickte. Er erwartete keine direkte Antwort, sondern gab sich vorerst damit zufrieden, seinen Gefährten einen neuen Anreiz zum Nachdenken gegeben zu haben.

[ neben Vishuni | findet sich damit ab, wenn das Aurell warten muss, spricht sich dennoch vor ein Nachholen der Mission aus ]
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