Kapitel 6: Die Kraft der Elemente

Rollenspielbereich: Betritt die Welt von Kihromah und werde Teil des großen Abenteuers
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Spielleitung
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Re: Kapitel 6: Die Kraft der Elemente

Beitrag von Spielleitung »

UPDATE:
Je tiefer die Gruppe in den Wald eindrang, desto einnehmender und bedrückender wurde die Aura des Waldes. Die Geräusche der Außenwelt, welche zumindest die ersten Schritte noch an ihre Ohren gelangt waren, wurden schon nach kurzer Zeit komplett vom Wald verschluckt. Die Stille war einnehmend und jedes Wort, selbst der Gesang des Raben, klang dumpfer als gewöhnlich, so als würden sie durch eine dichte Nebelwand miteinander kommunizieren. Dass Raaka sich sehr dicht den Baumkronen genähert hatte, schien vom Wald selbst bemerkt worden zu sein. Ein knarzen und rascheln ging für einen Moment durchs Astwerk der Bäume und einzeln rieselten Blätter zu Boden. Doch in dem Moment, in dem der Rabe auf Abstand ging und sich dem Waldboden wieder näherte, brach die merkwürdige Reaktion genau so schnell wieder ab, wie sie aufgetreten war.

Die Geräusche waren nicht das Einzige, was vom Wald verschluckt wurde. Auch die Gerüche wurden schwächer. Alles roch irgendwie gleich, ziemlich alt aber gleichzeitig auch unberührt, so wie Berggestein. Man musste sich schon sehr anstrengen, um überhaupt etwas zu wittern. Zudem standen die Bäume zunehmend enger beieinander, so dass auch die Sicht nicht mehr sehr weit in den Wald hinein reichte. Die Sonnenstrahlen, die es vereinzelt noch durch das dichte Blätterdach bis auf den Waldboden schafften, tauchten die Umgebung in ein eigenwilliges, trübes und gespenstisches Dämmerlicht.

Als sie nach einer Weile die Weggabelung erreichten und ihre Pause einlegten, drang schon nach kurzem Aufenthalt eine Stimme aus dem Wald, zunächst leise, aber durch das Fehlen sämtlicher anderer Geräusche dann doch gut vernehmbar.

"Ist da wer?! Bitte, Helft mir! Ich bin ganz alleine und komme nicht mehr frei. Ein Baum ist umgestürzt und hat mein Bein eingeklemmt. Ich sitze hier schon seit Tagen fest. Bitte!!! HIIILFE!"

Die Stimme klang vom Tonfall her nach einer jungen Bärin und war erfüllt von Furcht und Verzweiflung. Selbst für diejenigen mit exzellentem Gehör war nicht leicht auszumachen, woher sie kam, doch wer sich anstrengte, könnte nach einer Weile herausfinden, dass sie weder aus der einen, noch aus der anderen Richtung des sich gabelnden Weges stammt, sondern geradewegs aus dem Wald zur linken, abseits der Pfade.

"Hört mich wer?! Da hat doch jemand gesungen, ich hab es gehört. BITTE! Lass mich nicht hier sterben. Ich hab solche Angst... Hilfe..."

Die Worte wurden zunehmend leiser und eindringlicher. Wer auch immer da rief schien drauf und dran zu sein, die Hoffnung auf Rettung zu verlieren.
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Rhorax
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Re: Kapitel 6: Die Kraft der Elemente

Beitrag von Rhorax »

Rhorax war kein Dummkopf und er bemerkte durchaus, dass seine Begleiter nicht besonders zutraulich und aufgeschlossen ihm gegenüber zu sein schienen. Es wunderte ihn nicht mal, die Worte die Brastk in Gegenwart der anderen bei ihrem ersten Zusammentreffen über ihn verloren hatte waren alles andere als freundlich und vertrauenerweckend gewesen. Letztendlich war es aber auch nicht seine Aufgabe, irgendwelche Bedenken aus dem Weg zu räumen. Sie alle hatten eine Mission. Die hohen Tiere im Widerstand hatten ihn dieser Gruppe zugewiesen, also würde er tun was nötig war, um erfolgreich zurück zu kehren und das Vertrauen des Rats zurückzuerlangen. Und das musste er, wollte er jemals noch einmal den Ska gegenübertreten, ohne sich sinnlos dem Tod entgegen zu werfen. Das Ganze mochte nach Rache klingen und vielleicht steckte auch ein Fünkchen Wahrheit in dieser Annahme, aber er war vor allem festen Glaubens, er schulde es seinen gefallenen Mitstreitern alles in seiner Macht stehende dazu beizutragen, diesen Krieg eines Tages endgültig zu beenden. Dann, aber auch wirklich erst dann dürfte er leben oder sterben wie es ihm beliebt. Und wenn der erste Schritt dahin bedeutete in einen dummen Wald zu marschieren und einen schrägen Vogel aufzusuchen der ihnen bestenfalls erzählen könnte, wie sie schnellstmöglich wieder aus diesem Wald heraus kämen, dann war das eben so.

Insofern kratzte aber auch der harsche, endgültige Tonfall von Kailan nicht an seinem Ego. Schließlich implizierten seine Worte nicht, dass er vor hatte, in irgend einer Art und Weise gegen die Regeln des Otters zu verstoßen. Aber sei es drum. Die Bärin war sein Leittier, zusammen mit dieser weißen Wölfin, und er würde tun was sie verlangten, sich ruhig verhalten und fertig. Den Gedanken abschließend schnaufte er leise und folgte den anderen im gemütlichen Bärentrott in den Wald, als sie endlich bereit waren aufzubrechen.

Immer wieder glitt sein Blick zwischen die Bäume und auch Nase und Ohren sogen die Eindrücke der Umgebung auf. Allerdings gab es da nicht viel. Er musste eingestehen, dass dieser Wald durchaus merkwürdig und anders war als andere Wälder. Selbst das Kratzen seiner Krallen über den Pfad fühlte sich fremdartig an, ohne dass er benennen könnte, warum. Auf eine gewisse Art und Weise empfand er den Gesang des Raben nicht als störend, auch wenn ihm dieses Lied schon am Tag zuvor gehörig auf die Nerven gegangen war. Es durchbrach die bedrückende Stille und schaffte etwas Normalität. Sollte Raaka dies beabsichtigt haben: Gar nicht dumm. Er vermutete aber eher, dass dem Raben schlicht nach Singen zumute war und er sich keine großen Gedanken darüber gemacht hatte.

Als sie an der ersten Weggabelung auf die sie stießen eine kleine Rast einlegten, setzte er sich auf seinen breiten Hintern und kratzte sich gelangweilt am Hals. Desinteressiert ließ er den Blick durch die Baumkronen schweifen und dachte an nichts, als eine hilfesuchende Stimme an sein Ohr drang. Er musste sich erst rückversichern, dass er nicht der Einzige war der sie hörte und spähte unauffällig zu den anderen, doch auch sie schienen den Hilferuf wahrzunehmen. Es ließ sich nicht richtig einordnen, aus welcher Richtung die Stimme kam, aber Rhorax hatte sich über die Bedeutung des Ganzen schon längst eine Meinung gebildet und zögerte nicht damit, sie brummend allen Kund zu tun.

"Ich habe glaube ich noch nie eine so offensichtliche Falle erlebt."

Klar, sie würden jetzt den Pfad verlassen, bis in die Nacht den Wald nach dieser Fremden absuchen, sich dabei womöglich noch trennen und die erste Gelegenheit nutzen gegen diese schrägen Regeln zu verstoßen, die ihnen dieser Otter mit auf den Weg gegeben hatte. Irgendjemand wollte sie sicherlich gehörig linken. Oder vielleicht war das Ganze auch ein Test. Egal was nun an diesen Legenden dran war oder nicht, auf diesen Hilferuf einzugehen wäre so ziemlich die dümmste Idee, auf die man jetzt kommen könnte.

[ am Rastplatz | denkt nach, langweilt sich und äußert seine Meinung zum Hilferuf ]
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Yaize
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Re: Kapitel 6: Die Kraft der Elemente

Beitrag von Yaize »

Seit sie den Rand des Waldes hinter sich gelassen hatten, bereitete sich ein flaues Gefühl im Magen der Füchsin aus, das stärker wurde, je tiefer sie in diesen abnormalen Wald eindrangen. Die Stille die sie umgab war genau so unheimlich wie das Fehlen von Gerüchen, Insekten und allem, was einen Wald eigentlich zu einem Wald machte, abgesehen von den Bäumen. Doch trotz allem Unwohlsein empfand Yaize auch eine gewisse Faszination und Neugier für diesen Ort und so ließ sie es sich nicht nehmen, gleich auf Nyala folgend so weit an der Spitze der Gruppe zu laufen, wie es nur ging. Auf keinen Fall wollte sie, dass ihr irgendein Detail entging oder die anderen etwas vor ihr entdeckten. Sich immer mal wieder über die Nase leckend spähte sie an den Pfoten der weißen Wölfin vorbei auf den Pfad, der vor ihnen lag und suchte nach allem, was irgendwie ungewöhnlich schien. Und in gewisser Weise enttäuschte es sie, dass ihre Reise so dermaßen unspektakulär vonstatten ging. Von einem legendären, magischen Geisterwald hatte sie mehr erwartet.

Da kam Raakas wundervoller Gesang genau richtig. Er veranlasste sie dazu fröhlich mitzusummen und die Passagen, die sie schon auswendig kannte, auch leise mitzusingen. Und ihr entging keinesfalls, dass auch Nya hier und da versucht war, leise einzustimmen, was der Füchsin ein schelmisches Schmunzeln auf die Lefzen zauberte. Wölkchenwolf fand offenbar auch Gefallen an den Gesangskünsten ihrer Schwarzfeder. Als er aufhörte zu singen legte die Füchsin den Kopf in den Nacken und sah zu ihm auf.

"Kennst du noch mehr so tolle Lieder Raaka? Du kannst total schön singen und ich würde gerne noch mehr von dir hören. Vielleicht was über Füchse. Oder Drachen. Oder... Fuchsdrachen?"

Sie war sich sicher, wäre Nunki hier gewesen, sie hätte bestimmt ein Lied über Fuchsdrachen gekannt. Oder eine Legende. Irgendwie fehlte ihr ihre neue Freundin und deren spannende Erzählungen. Auch wenn sie natürlich nicht alles von dem geglaubt hatte, was ihre Artgenossin von sich gegeben hatte, so war Nunki doch eine sehr tolle Geschichtenerzählerin.

Als sie den Blick dann wieder nach vorne wandte und mal wieder an ihrer Leitwölfin vorbei spähte, entdeckte auch sie die Gabelung, die sich vor ihnen auftat.

"Oh… ähm. Okay. Davon, dass der Pfad sich aufteilt hat der Otter nichts erzählt, oder?"

Als Nyala ihre Rast verkündete, hatte die kaum zu bändigende Neugierde schon Kontrolle über den kleinen Fuchskörper übernommen. Vorsichtig tappe Yaize ein paar Schritte weiter. Auf beiden Pfaden jeweils zwei drei Fuchslängen, um sich ja nicht zu weit von den anderen und auf keinen Fall aus deren Sichtfeld zu entfernen, aberdennoch schon mal einen kurzen Blick voraus werfen zu können.

"Die sehen beide gleich aus. Das ist echt kniffelig. Eigentlich gehe ich ja bei solchen Entscheidungen immer nach der Nase, aber in diesem Fall… vielleicht einfach rechts und wenn wir dann irgendwo nicht weiter kommen wieder zurück und den linken nehmen? Was meint ihr? Oder wir könnten..."

Ihre Gedankenspiele wurden jäh von einer unbekannten Stimme aus dem Wald unterbrochen, die sofort ihr Mitleid erweckte. Ein Hilferuf von jemanden, der eingeklemmt war. Die Ohren gespitzt lauschte sie der Bemerkung von Rhorax und schüttelte leicht den Kopf.

"Wenn es offensichtlich ist, dann ist es doch keine Falle. Das widerspricht sich irgendwie. Was, wenn da wirklich jemand Hilfe braucht? Ich meine… wir gehören zum Widerstand, wie können doch nicht einfach nichts tun, oder?"

Der nachfragende Blick der Füchsin glitt zu Kailan, von der sie am ehesten Zustimmung und als eines der Leittiere auch irgendwie eine Entscheidung erwartete.

[ dort wo der Pfad sich gabelt | schaut schon mal ein kleines Stück voraus, tappt zurück, überlegt laut wie man vorgehen könnte und reagiert auf den unbekannten Hilferuf so, wie man es von ihr erwarten würde ]
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Nyphteq
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Re: Kapitel 6: Die Kraft der Elemente

Beitrag von Nyphteq »

Die Schritte der Raubkatze durch den Wald waren zunehmend von Unbehagen begleitet. Das lag vor allem daran, dass es hier kaum Geräusche gab, so sehr sie ihre Ohren auch anstrengte. Aber auch die scharfen Augen gaben nichts preis, als sich endlos wiederholende Baumreihen. Und ihre Nase – nichts. Nyphteq fühlte sich, als wäre sie blind, taub und ohne Geruchsinn. Dieser Mangel an Informationen ließ sie völlig desorientiert zurück. Sie hatte keine Vorstellung davon, in welche Richtung sie gingen. Himmel, so weit sie wusste, konnten sie gerade genauso gut die ganze Zeit im Kreis laufen. Selbst dem größten Zweifler, und dazu zählte sie auch sich selbst, musste inzwischen klar sein: Dieser Wald war ganz nicht normal. Wenn es tatsächlich so etwas wie ein magisches Artefakt gab, dann würden sie hier mit Sicherheit einen Anhaltspunkt finden.

Der Gedanke daran war jedoch wenig tröstlich und änderte nichts an dem Unwohlgefühl der Katze. Man hatte sie und ihre Gefährten in ein großes Nichts gesteckt. Auch wenn die Berglöwin es nie zugegeben hätte, der Gesang des Raben, der ihr gestern noch so auf die Nerven gegangen war, wirkte irgendwie beruhigend und stieß damit auf ihre Dankbarkeit. Sie weigerte sich zwar, dem vermaledeiten Ohrwurm selbst Ausdruck zu verleihen, war aber durchaus zufrieden darüber, dass einige ihrer Gefährten – sogar nicht nur die üblichen Verdächtigen – mit einstimmten.

Als sie die Gabelung erreichten, war Nyphteq im ersten Moment glücklich darüber, mal etwas anderes zu sehen. Ein Zeichen dafür, dass sie tatsächlich nicht im Kreis gelaufen waren. Allerdings warf dies natürlich auch die undankbare Frage nach dem richtigen Weg auf. Niemand hatte sie davor gewarnt, dass sie solche Entscheidungen treffen mussten. Die Katze machte einige Schritte nach vorne, sodass sie direkt vor der Gabelung stand, blickte erst den einen, dann den anderen Pfad entlang und war über beide Optionen wenig begeistert. Noch mehr endlose Baumreihen auf beiden Seiten. Ihr Blick glitt an den knorrigen Stämmen hinauf nach oben und erfassten einen ihrer gefiederten Begleiter.

„Lucien, kannst du von da oben mehr erkennen?“,

fragte sie den Adler, wobei sie sich selbst nicht sicher war, was es war, das sie den Raubvogel sehen zu können hoffte.

Aber vielleicht, so schien es, würde ihnen diese Entscheidung auch vorzeitig abgenommen, als ein verzweifelter Hilferuf an ihre Ohren drang. Die Laute waren merkwürdig verstreut, als hallten sie von allen Bäumen wider, sodass es klang, es kämen sie aus allen Richtungen gleichzeitig. Die Katze musste sich erst in den ratlosen Gesichtern ihrer Gefährten versichern, dass sie nicht die einzige war, die diese Stimme gehört hatte. Gleichzeitig suchten ihre Ohren angestrengt nach der Quelle des Rufes und als sich die Stimme ein weiteres Mal erhob, glaubte sie, zumindest eine grobe Richtung ausfindig machen zu können, auch wenn sie dabei alles andere als sicher war. Was war das nur für ein Wald, dass selbst ihre Ohren sie dermaßen im Stich ließen?
Sowohl Rhorax als auch Yaize vertraten jeweils unterschiedliche Meinungen, wie mit dem Hilferuf umzugehen sei und beide hatten wohl auf ihre eigene Art recht. Einerseits schien der Gedanke, auf ein weiteres Tier zu treffen, dass womöglich mehr über diesen Wald wusste, hilfreich. Andererseits aber war die Raubkatze wenig motiviert, das Risiko einzugehen und nach der Quelle des Aufruhrs zu suchen. Dazu kam, dass ihr etwas an dieser Sache gehörig faul vorkam. Warum um alles in der Welt sollte ein Tier ganz alleine auch nur eine Pfote in diesen Wald setzen, wo es weder Futter noch Zuflucht gab? Und wenn sie nicht alleine gewesen war, wo waren dann ihre Begleiter? Wenn diese in der Zwischenzeit Reißaus genommen hatten, musste es dafür ja einen guten Grund geben. Vielleicht derselbe Grund, warum sie besser nicht denselben Fehler begingen. Nyphteq wirkte ein wenig unsicher, als sie den Blick hob und ihre Zweifel in die Richtung, in der sie die Verunglückte vermutete, in den Wald hineinrief.

„Warum bist du alleine in diesem Wald? Wo sind deine Gefährten?“

Ein leichter Schauer zog der Katze über den Rücken, als sie diese Worte aussprach. Es fühlte sie beinahe so an, als spräche sie mit einem Geist. War das nicht auch einer der Namen dieses Waldes? Geisterwald? Während sie auf Antwort wartete, blickte die Raubkatze nach hinten und wandte sich schließlich an Kailan und Nyala.

„Wenn wir der Sache nachgehen, brechen wir gleich zwei der Regeln von diesem Otter“,

gab sie zu bedenken.

„Und selbst wenn wir dieses Tier finden, wie sollten wir einen dieser Bäume verrücken?“

Selbst mit gebündelter Kraft konnte sie sich kaum vorstellen, dass sie einen dieser massiven Riesen verschieben konnten.
[ An der Gabelung | fragt Luc nach dem Weg | reagiert auf den Hilferuf und ruft zurück ]
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Spielleitung
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Re: Kapitel 6: Die Kraft der Elemente

Beitrag von Spielleitung »

UPDATE:
Auf die Frage von Nyphteq erfolgte ohne große Verzögerung eine Antwort. Und wie man es in solch einer Situation erwarten konnte waren die Worte, die aus dem Wald an ihre Ohren drangen, dieses Mal erfüllt von Erleichterung, Dankbarkeit und Hoffnung.

"Oh endlich, endlich, ENDLICH!!! Ich wusste doch ich habe jemanden gehört. Den Geistern sei Dank, ich dachte schon ich würde hier ganz alleine sterben. Ich suche eigentlich nach einer Freundin. Sie ist eine Füchsin und beim Widerstand. Weißt du was der Widerstand ist? Sie wurde wegen irgendeiner dummen Mission mit anderen zusammen hier her geschickt und ist dann nicht mehr zurückgekehrt. Jiola ist ihr Name. Habt ihr sie getroffen? Ich wollte nicht alleine nach ihr suchen, aber keiner wollte mir helfen. Wirklich niemand. Und jetzt stecke ich hier fest. Bitte, so hilf mir doch."

Zum Ende hin wurde der Tonfall wieder eindringlicher und flehender. Abgesehen davon, dass noch immer schwer auszumachen war, aus welcher Richtung exakt sie kam, wirkte nichts außergewöhnlich an der Art der Worte oder dem Klang der Stimme.
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Raaka
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Re: Kapitel 6: Die Kraft der Elemente

Beitrag von Raaka »

Sah ganz so aus, als hätten seine Bemühungen gefruchtet. Nicht nur war der Rabe selbst wieder frohen Mutes, er hatte auch noch Rotnase Yaize zum Einstimmen bewegen können. Hin und wieder flog er etwas tiefer, der Füchsin zur Seite, um das Duett aus voller Kehle klingen zu lassen. Schön, wenn jemand seine Gesangseinlage zu schätzen wusste. Und noch schöner natürlich, wenn er dafür sogar noch so ein honigsüßes Kompliment bekam. Raaka krächzte verlegen aber glücklich.

„Nun, äh, da muss ich mal nachdenken. Mir fällt bestimmt etwas ein“,

beantwortete ihre Anfrage und strengte Spornstreichs seinen Grips an. Fuchsdrachen waren sicherlich nicht in seinem Repertoire – aber zur Not konnte er sich sicher auch etwas Nettes ausdenken. Das jedoch musste nun erst einmal warten.
Raaka landete recht widerwillig zu den Pfoten Nyalas, als diese eine Pause ankündigte. Aber statt zu protestieren lugte er abschätzend in die sich spaltenden Pfade hinein.

„Blöder Weg! Hör auf dich zu gabeln, wir müssen doch den Wolkenraben finden!“

Er krächzte laut, um seinen Worten mehr Ausdruck zu verleihen. Das wäre ja noch schöner, wenn sie hier in einem Irrgarten gelandet wären und am Ende weder Raben noch Ausgang fänden! Da war es wohl nicht die allerdümmste Idee, dass der schwarze Vogel sich einige plusternde Daunen auszupfte und sie am Rand des Weges, den sie gekommen waren, platzierte. Nur für den Fall…
Er hatte die Federn eben mit den Schnabel in den Boden gesteckt, als die fremde Stimme aus dem Wald hallte. Raaka richtete sofort den Blick auf und flog beinahe schon aus Reflex auf den nächstgelegenen Ast, um den Hilferuf besser orten zu können. Die Bemühungen waren allerdings vergeblich. So sehr der Rabe auch von einer Ecke des Asts zur nächsten hüpfte, er konnte nicht ausmachen, woher die Stimme kam. Selbst dann nicht, als er drei weitere Äste ausprobierte. Wie sollten sie denn jemandem helfen, wenn sie nicht wussten, wo sich dieser jemand befand? Und helfen, das wollte Raaka ganz gewiss und dabei applaudierte er innerlich den Worten von Yaize. Sie waren der Widerstand! Es war doch ihre Pflicht, Tieren in Not zu helfen! Ganz besonders, als eine Antwort auf die eben gestellte Frage von Nyphteq an sie heran drang.

„Sie ist eine von uns! Wir müssen ihr helfen“,

fand Raaka an seine Gefährten gerichtet und fasste im Anschluss speziell Yaize ins Auge.

„Sag mal, kennst du diese Jiola?“

Klar, Yaize war eine Füchsin. Da war es doch nicht abwegig, dass sie auch die anderen Füchse im Widerstand kannte, oder? Aber davon ab, spielte das gerade wohl keine besonders große Rolle. Erstmal mussten sie der Besitzerin der verzweifelten Stimme helfen.
[ Sing mit Yai | beschimpft die Weggabelung | reagiert auf den Hilferuf und will direkt helfen ]
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Kailan
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Re: Kapitel 6: Die Kraft der Elemente

Beitrag von Kailan »

Kailan schaute in den Himmel Raaka hinterher und verfluchte innerlich den Raben, warum musste er sich nur so in Gefahr begeben. Sie folgte der Gruppe am Schluss und hatte ein wachsames Auge auf Rhorax. Plötzlich sah sie von hinten auch das die Gruppe langsamer wurde und dann schlängelte sich auch schon Nyala zu ihr. Kailan lief die Stimmen ignorieren langsam und gemütlich an die Spitze und besah sich beide Wege und dann meinte sie ruhig und überlegt zu Nyala:

„Ich bin der Meinung wir sollten uns nicht trennen und wir sollten zuerst den einen…“

Plötzlich wurde sie unterbrochen und ihr Blick wandte sich jäh in den Wald, ihr Kopf drehte sich immer wieder, suchend woher diese Stimme kam. Sie konnte es nicht sicher feststellen und das beunruhigte sie fast genauso sehr, wie die Worte der anderen Tiere. Sie schaute unsicher in den Wald, alles in ihr wollte diesem Ruf folgen, auch wenn sie auch sorge hatte, dass es eine Falle war. Sie war sich nun sicher, woher ungefähr die Stimme kam und auch die anderen schauten in diese Richtung. Schließlich kam Yaize auch noch zu ihr und es schien wie als ob die Füchsin von ihr eine Entscheidung erwartete, aber die Bärin war sich unsicher. Aber sie konnte sich ja schlecht selbst verraten, sie war immer die Mutter ihrer Gefährten gewesen, auf jeden Fall innerlich, schließlich sprach sie etwas lauter und als Antwort zu Yaize und auch zum Rest:

„Ihr habt alle ein wenig Recht. Es könnte wirklich eine Falle sein und sicher ist es auch nicht. Das Problem ist auch, dass wir sie nicht sehen.“

Langsam bewegte sie sich nach vorne auf einen der Weg zu und dann schritt sie wieder zu dem anderen. Prüfend und überlegende. Unschlüssig, ob sie weitersprechen wollte, aber schließlich tat sie es und auch ihre Stimme klang sehr nachdenklich:

„Derjenige der nach der Bärin schaut bringt vermutlich laut dem Otter sein Leben in Gefahr. Aber ich möchte es auch nicht riskieren hier jemanden zurück zu lassen. Raaka und Yaize haben Recht, wir sind vom Widerstand und wir müssen ihr helfen. Wenn wir schon auf dieser schicksalshaften Mission sind, dann soll dieses auch ein Einsehen haben und uns nicht in die Irre führen…“

Wieder schritt sie zwischen beiden Wegen hin und her, unsicher wie sehr sich weiter auf diese Position begeben sollte. Wohlwissend das sie gerade Nyala nicht fragte, da ihr Herz schrie konnte sie aber auch nicht anders als vor allen als Leittier zu sprechen und ihre Meinung kund zu tun. Schließlich blieb sie neben Nyala und vor allen anderen stehen und äußerte mit einem Blick auf alle:

„Keiner von euch muss gehen. Aber ich würde vorschlagen, wenn geht einer von uns und schaut ob er die Bärin sieht und findet. Wenn niemand bereit ist es zu tun, wäre ich bereit. Derjenige der gehen sollte, geht nur so weit, dass er uns noch sehen kann.“

Nun drehte sie noch schnell ihren Kopf zu Nyala und sie war sich nicht sicher, ob sie wirklich ihre Worte hören wollte, aber sie war sich sicher, dass sollte diese dagegen sein, sie trotzdem nach der Bärin sehen würde. Kailan konnte einfach nicht ein Tier sterben lassen, dass es vielleicht gab, nur weil es vielleicht nicht existierte, dass konnte sie innerlich nicht mit sich vereinbaren:

„Bist du auch der Meinung oder sollen wir das ignorieren?“

Auch die anderen Tiere konnten ihre Worte hören, die Bärin hatte absichtlich nicht geflüstert, damit man die Aktion noch einmal abblasen konnte.
[ stellt sich nach vorne vor die Gruppe | schaut die Weggabelungen an | sieht zwischen den Wegen hin und her | spricht | schaut sich suchen um | spricht | läuft zwischen den beiden Wegen hin und her| spricht wieder| bleibt vor allen stehen| sieht Nyala an | spricht nur zu ihr ]
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Nyala
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Re: Kapitel 6: Die Kraft der Elemente

Beitrag von Nyala »

Die Weggabelung wurde schnell nicht mehr zu ihrem einzigen Problem, denn die flüsternden Stimmen, die Nyala bereits für ein Hirngespinst gehalten hatte, waren plötzlich lauter geworden und hatten den Klang einer Bärin angenommen. Der Blick der Wölfin huschte zu ihren Begleitern, doch dieses Mal war sie nicht die Einzige, die den Hilferuf vernahm. Ihre Ohren schnippten umher, nicht sicher als welcher Richtung der Ruf kam und noch immer konnte sie außer den Gerüchen ihrer Mitstreiter nichts wahrnehmen. Dieser Wald gefiel ihr immer weniger.
Noch bevor sie die Bärin gehört hatten, war Kailan an den anderen vorbei gelaufen und hatte sich die beiden Wege angeschaut. Sie stimmte soweit mit Nyala überein, dass sie sich nicht trennen sollten, doch nachdem sie unterbrochen wurden, war es vorerst egal für welchen Weg sie sich entschieden.
Es ging zu aller erst um die in Not geratene Widerstandskämpferin, die Rhorax für eine Falle hielt und ein leichtes Nicken war zu erkennen, wenn man die Weiße beobachtete. Allerdings wurde schnell klar, dass die Meinungen auseinander gingen. Sowohl Yaize als auch Raaka waren für eine Rettung, Nyphteq stellte zunächst eine Frage, woraufhin die erleichterte Stimme zurückrief und ihnen erklärte, weshalb sie hier war. Nyph hatte recht, würden sie einfach drauflos rennen, agierten sie gegen zwei Regeln.

In den Ohren der weißen Wölfin hallten die Worte des Otters nach, doch bevor sie ihre eigenen Bedenken aussprechen konnte, erhob Kailan das Wort, so dass die braunen Augen der Hellen nach oben sahen und sie ihre Ohren leicht anlegte.
Es war keineswegs verkehrt offen mit allen darüber zu sprechen, dennoch teilte Nyala die Meinung der Bärin nicht.

“Ich halte das für keine gute Idee, egal wen wir schicken oder wer sich freiwillig meldet“,

begann sie und nahm eine deutlichere Haltung an, die Rute erhoben, die Ohren dieses Mal nach vorne gerichtet,

“Der Otter war sehr deutlich, wir sollten weder den Pfad verlassen noch den Stimmen folgen. Außerdem hat Nyphteq recht, wenn nur einer von uns geht, wird er vermutlich nichts ausrichten können. Ihr Bären seid vielleicht stark genug den Baumstamm, so es ihn denn gibt, zu bewegen. Aber sollte diese fremde Bärin, dann nicht allein in der Lage dazu sein?“

Ihr Blick lag zunächst ernst in denen von Kailan, bevor sie sich zu den anderen Tieren umdrehte und diese musterte. Natürlich konnte niemand sagen, ob es wirklich nur ein Geist des Waldes war oder ob es doch eine Widerstandsbärin war, die wirklich ihre Hilfe brauchte.

“Kann mir nur ein einzige von euch sagen, aus welcher Richtung der Ruf kam? Kann irgendjemand sie wittern oder sehen? Wenn dem so ist, dann bin ich bereit ihr zu helfen. Wenn nicht, dann ist es vielleicht doch der Wald, der uns versucht in die Irre zu führen.“

Sie beobachtete einen kurzen Moment ihre Freunde, dann hob sie die eigene Schnauze etwas in die Höhe, witterte selbst und rief schließlich:

“Wie ist dein Name Gefährtin des Widerstandes? Und kannst du mir sagen, wer noch bei deiner Freundin war als man sie hierherschickte?“

Die Fragen hatten zweierlei Sinn, zum einen wollte sie noch einmal versuchen herauszubekommen aus welcher Richtung die Stimme der Bärin kam, zum anderen versuchte Nya dadurch herauszubekommen, ob es sich wirklich um ein Widerstandstier handelte. Nicht das sie besonders viele Tiere kannte, ganz im Gegenteil und selbst wenn die Fremde ihre Fragen beantworten konnte, bedeutete, dass noch lange nichts.

“Meine Freunde wollen dir gerne helfen, doch wir wissen nicht genau wo du bist. Kannst du uns sagen, wie weit du vom Pfad entfernt bist?“
[ hört die Stimme / neben Kailan / lauscht ihren Freunden / ist gegen Kailans Plan / stellt der fremden Stimme Fragen ]
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Spielleitung
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Re: Kapitel 6: Die Kraft der Elemente

Beitrag von Spielleitung »

UPDATE:
Erneut dauerte es nicht lange nachdem Nyala ihre Fragen in den Wald gerufen hatte, bis die Stimme der hilfesuchenden Bärin sie erreichte. Anscheinend versuchte sie besonders laut zu antworten um klar zu machen, in welche Richtung die Gruppe suchen musste. Dadurch wurde etwas klarer, dass sie sich höchstwahrscheinlich rechts vom Weg und inmitten des Waldes befand. Die Gruppe hatte die Richtung richtig eingeschätzt. Dass die Bärin dadurch aber kaum besser zu verstehen war machte auch deutlich, dass sie mehr als nur drei-vier Pumasprünge von ihnen entfernt war.

"Ihr seid mehrere? Das ist großartig! Ich heiße Brynn und ich gehöre nicht zum Widerstand, mir wurde gesagt ich sei noch zu jung um gegen die Ska zu kämpfen. Aber Jiola gehört dazu. Ich weiß nicht genau wer noch alles bei ihr war... aber ich glaube sie ist mit ein paar anderen Füchsen losgeschickt worden irgendwas zu suchen."

Erstaunlicherweise dauerte es einen Moment länger, ehe die Bärin auch auf die darauffolgenden Fragen antwortete. In ihrer Stimme klangen deutlich Verwirrung und Scham mit, wodurch sie etwas leiser wurde, aber immer noch gerade so verständlich blieb.

"Es... es gibt hier Pfade? Ich bin einfach in den Wald. Ich bin sicher Stunden gelaufen ohne auch nur einen einzigen Pfad zu kreuzen. Ich wollte sie doch nur finden und nach Hause bringen. Ich wusste nicht, dass hier alles so... so anders ist. Ich weiß, ich hätte nicht einfach davonlaufen sollen. Ich wollte doch nur meine Freundin retten... bitte... bitte helft mir."

Am Ende ihrer Worte hörte man neben der Trauer und der Angst um sich selbst, aber auch um ihre Fuchsfreundin, ziemlich klar heraus, dass die Bärin mit ihrem Alter nicht untertrieb. Sie schien mit der Gesamtsituation zunehmend überfordert.
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Rhorax
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Re: Kapitel 6: Die Kraft der Elemente

Beitrag von Rhorax »

Dies war die erste Gelegenheit für Rhorax seine neue Truppe außerhalb alltäglicher Situationen zu erleben und zu erfahren, wie sie sich in solch einer verhielten. Aus diesem Grund fasste er jeden einzelnen ganz besonders ins Auge, während dieser seinen Standpunkt darbrachte und bildete sich eine schnelle Meinung.

Die Füchsin, abgesehen davon, dass sie ziemlich vorlaut und altklug zu sein schien, denn ihr fiel als Erstes nichts Besseres ein, als seinen Eindruck erst einmal zu relativieren, schien primär mehr mit ihrem kleinen Herzen als mit ihrem Verstand zu denken und argumentierte emotional. Wobei, wirkliche Argumente brachte sie nicht vor. Die Puma schien verglichen damit besonnener und überlegter vorzugehen, wirkte aber nicht so, als sei sie in der Lage eine schnelle Entscheidung zu treffen. Trotzdem gefiel ihm das schon mal besser, verglichen mit dem Rotpelz. Der Raabe handelte so, wie Rhorax es nach der kurzen Bekanntschaft auch eingeschätzt hätte: Kein Fokus auf die Mission, stattdessen mit dem Schnabel schon fast im Wald.

Besonders die Reaktion der Bärin stieß dann bei ihm auf wenig Gegenliebe. Sie agierte hochemotional, ihre Aussagen waren widersprüchlich und die Art, wie sie plante vorzugehen, wirkte auch nicht besonders klug und überlegt. Bei dem Gedanken daran, dass sie eines der Leittiere war und er ihren Anweisungen folgen musste überkam es ihm wie ein Jucken an einer Stelle, an der man sich unmöglich kratzen konnte. Es würde ihm noch eine ganze Weile Unwohlsein bereiten, aber damit musste er wohl oder übel leben.

Zuletzt wandte er den Blick der weißen Wölfin zu. Immerhin schien sie einen guten Gegenpart darzustellen und der Vernunft zugewandter zu sein. Da dem Bären ihre Art die Dinge anzupacken gefiel, griff er ihre Fragen auf und fühlte sich dazu genötigt, einmal die offensichtlichen Fakten auf den Tisch zu legen. Erst recht, nachdem die wenig hilfreichen Antworten der hilfesuchenden Bärin, falls es sie denn wirklich gab, sie erreichten. Seine Stimme klang zwar ruhig und sachlich, aber in ihr schwang deutlich ein Missfallen gegenüber der Richtung mit, die ihr Gespräch nahm.

"Wir haben keine Ahnung wie weit sie entfernt ist und nur ne ungefähre Richtung. Verlassen wir den Pfad brechen wir eine Regel. Trennen wir uns, dann brechen wir noch eine Regel. Wir haben eine Mission und diese Rettungsaktion gefährdet unsere Mission. Und wir haben keine Ahnung, ob da wirklich jemand ist oder ob das genau die Stimmen sind, vor denen uns der Otter gewarnt hat. Folgen wir ihnen, dann brechen wir die dritte Regel. Dann können wir auch gleich diskutieren bis die Nacht einbricht und unsere Gefiederten über die Baumwipfel schicken. Das macht dann auch keinen Unterschied mehr."

Der Bär schnaufte frustriert. Es war doch offensichtlich, dass es für ihre Mission und auch für ihre eigene Sicherheit besser war, diesem Ruf nicht nachzukommen, sondern sich für einen Pfad zu entscheiden und ihre Reise fortzusetzen. Er befürchtete aber, dass die Sache nicht so einfach aus der Welt diskutiert werden konnte.

"Ich halte es immer noch für eine Falle."

Brummte er noch einmal zusammenfassend, um seinen vorherigen Standpunkt erneut zu unterstreichen, danach wurde er aber wieder konstruktiver.

"Wenn wir gehen, dann sollten wir zusammen bleiben. So verstoßen wir zumindest nur gegen eine Regel. Und wenn wir schnell genug wieder am Pfad sind, fällt es vielleicht auch nicht auf."

Rhorax stand wieder auf, baute sich förmlich zu voller Größe auf und blickte dann Kailan direkt an.

"Auf jeden Fall sollte keiner alleine gehen. Sollte demjenigen etwas passieren, wäre es besser es wäre noch jemand da der Hilfe leistet und ein Dritter, der los zieht Hilfe zu holen. Weniger als drei sollten nicht gehen."

Ihm war klar, dass er nicht in der Position war Befehle zu erteilen. Seine Probe als Leittier war nicht gut verlaufen und wer weiß, ob er jemals noch einmal in die Situation kommen würde Entscheidungen dieser Art treffen zu müssen. Dennoch fühlte er sich gezwungen, die seiner Meinung nach richtigen Denkanstöße zu geben.

[ In der Diskussionsrunde | hört sich geduldig alles an, zählt noch mal die Fakten auf und versucht einen aus seiner Sicht konstruktiven Vorschlag zu machen ]
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