Kapitel 6: Die Kraft der Elemente

Rollenspielbereich: Betritt die Welt von Kihromah und werde Teil des großen Abenteuers
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Raaka
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Re: Kapitel 6: Die Kraft der Elemente

Beitrag von Raaka »

Fronin? Bronin? Verflixter Name, an den sich Raakas Hirn da zu erinnern versuchte, während der Schwarze sich doch eigentlich viel lieber auf die Unterhaltung konzentrieren wollte! Schuld war Rotnase Yaize, die mit ihrem Ikaruff die Erinnerung an die alte Sage über einen verzauberten Raben angestoßen hatte. Eine wahrlich gute Geschichte, die Raaka den anderen gerne erzählt hätte, wenn er sich nur an den blöden Namen des Vogels erinnern könnte. Vielleicht würde es ihm auf dem Weg ja wieder einfallen. Entgegen einiger seiner Mitstreiter war er nämlich Feuer und Flamme, dieses alte Relikt zu finden und hätte sicherlich längst begeistert den Schnabel aufgerissen, wären ihm andere Worte in den Sinn gekommen als irgendwelche bedeutungslosen Namensversuche.
Irgendwie aber – und dafür dankte er seinem Grips aufrichtig – bekam er trotzdem alles Wichtige mit. Es galt also ein uraltes Etwas zu finden, das vielleicht von den Elementbestien höchstpersönlich abstammte und dem die Fähigkeit innewohnte, die Elemente zu steuern. Daran ob das alles bloß Märchen und Legenden waren, verschwendete der Rabe keinen Gedanken. Jedem Märchen haftete schließlich etwas Wahres an und wer sich davor nicht verschloss, fand oftmals mehr, als er erwartet hatte. Und Raakas Erwartungen wurden schon jetzt übertroffen, als der einäugige Wolf einen Begriff fallen ließ, der jeglichen anderen Gedanken aus dem Kopf des Raben löschte, sodass er beinahe von seinem Ast gepurzelt wäre.

„Ein… WOLKENRABE?!“,

platze es aus dem aufgerissenen Schnabel heraus und sein Blick huschte in aufkeimender Begeisterung von Brastk hinüber zu Nyala und dann zu den anderen, während seine Klauen aufgeregt auf dem Ast herum tippelten.

„Der älter ist, als die Bäume? Und der wahrscheinlich von Re persönlich abstammt? Genau wie die Wolkenwölfe? Den MÜSSEN wir finden!“

Alles was Brastk jetzt noch zu sagen hatte, löste in dem schwarzen Federling nur noch größere Vorfreude aus. Ein geheimnisvoller Wald, eine Reihe von Prüfungen des Geistes und schließlich auch noch der Zuspruch des Wolfsveterans selbst, der niemand anderen als ihre Gruppe für fähig hielt, dieses Abenteuer zu bestreiten! Konnte es tatsächlich sein, dass ihm die besten Tage seines Lebens bevorstanden? Nichts auf der Welt konnte ihn jetzt noch auf seinem Ast halten. Mit schwungvollen Flügelschlägen stieß der Rabe sich hinab, drehte übermütig eine Runde über den Köpfen seiner Gefährten hinweg und ließ sich schließlich, ohne die Schwingen wieder anzulegen, vor den anderen auf dem Boden nieder.

„Worauf warten wir noch, Freunde? Diese Mission wird die vielleicht wichtigste unseres Lebens! Die Wolkengeschöpfe sind sehr seltene Wesen, aber wir hatten schon einmal das Glück.“

Bei diesen Worten linste er freudig zu Nyala.

„Wir werden diesen Raben finden und ich bin sicher, er wird uns nicht nur verraten können, wo wir dieses Relikt finden, sondern noch viel mehr!“

Das Geheimnis über die Wolkenwölfe zum Beispiel. Und ob es noch mehr Wolkenwesen gab. Immerhin hatte der Rabe bis gerade eben nicht einmal gewusst, dass es sogar Wolkenraben gab. Die noch immer zum Abflug gespreizten Schwingen kamen nun zum Einsatz, als er mit wenigen Flügelschlägen Nyala auf die Schultern hüpfte. Die Erinnerungen an die gemeinsamen Tage kamen in ihm hoch, als er mit dem Schnabel eine seiner schwarzen Kehlfedern auszupfte und sie der Weißen in die dichte Halskrause steckte. Sicherlich würde sie diese Geste verstehen und er hoffte, dass sie innerlich genauso gespannt auf die Begegnung mit dem weißen Raben war, wie er.

[ Geht voll ab auf den weißen Raben ]
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Rhorax
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Re: Kapitel 6: Die Kraft der Elemente

Beitrag von Rhorax »

Dies sollte also seine neue Gruppe werden. Rhorax begutachtete jeden von ihnen eingehend. Auch die, die sich bisher zurückgehalten und noch kein Wort verloren hatten. Der Bär lauschte dem was sie sagten, musterte ihre Statur, beurteilte ihre Körpersprache und machte sich von jedem ein erstes Bild. Er hatte erst an diesem Morgen erfahren, dass der Rat endlich bewilligt hatte ihn wieder einzusetzen. Es war Brastk persönlich, der ihn diese Nachricht überbracht und auch direkt aufgefordert hatte, ihn zu diesem Treffen zu begleiten. Bei ihren Eintreffen hatte er sich im Halbbogen um die Gruppe herum bewegt und sich etwas versetzt hinter dem anderen, anwesenden Dickpelz niedergelassen. Er wusste, dass seine Statur manche Tiere verunsicherte und setzte darauf, dass er neben der Bärin weniger Aufmerksamkeit auf sich zog, als wenn er sich zwischen den Füchsen niedergelassen hätte. Unterwegs hatten er und Brastk ein paar Worte gewechselt, allerdings nicht viele. Sie waren beide von eher wortkarger Natur. Nur eine Sache war für Rhorax wirklich von Belang gewesen und hatte sich eingeprägt: Er musste sich erneut beweisen, hatte seine Reputation verloren und bekam nun die erste Chance einer Bewährung. Es war eine Weile vergangen, seit er den Rat ersucht hatte, wieder auf eine Mission geschickt werden zu dürfen. Für ihn gab es nichts als den Widerstand und den Kampf gegen die Ska. Das war sein Leben geworden und so war er dankbar für diese zweite Chance.

Seine Verletzungen waren schon seit einer Weile wieder genesen. Hier und da verspürte er noch das leichte Ziehen einer Narbe, wenn er eine bestimmte Bewegung machte. Die Schmerzen aber waren verschwunden. Rhorax war sich sicher, dass da nichts mehr zu machen sei. Er würde damit leben müssen. Ebenso, wie jedes Unwohlsein, jede Narbe ihn an den Tag seines größten Scheiterns erinnern würde. Diese Bürde hatte er sich selbst eingebrockt und auf eine gewisse Weise war er dankbar dafür, dass er so zumindest sicher sein konnte, dass die Erinnerung an seine ehemaligen Kampfgefährten so nie verblassen würde. Zumindest das war er ihnen schuldig.

Diese neue Gruppe war artenreicher als seine letzte. An und für sich wirkten sie unauffällig, relativ normal. Er selbst hielt diese neue Mission, die Brastk an sie herantrug, für absoluten Blödsinn und pure Zeitverschwendung, behielt seine Meinung jedoch für sich. Wenn der Rat wollte, dass er die Gruppe bei dieser Mission begleitete, dann würde er dies tun. Ohne wenn und aber. Selbst wenn er gewollt hätte, wäre er nicht in der Position gewesen über eine andere Mission zu verhandeln. Wie erwartet gab es unter seinen neuen Begleitern einigen Widerspruch und nur wenig Begeisterung. Einige Ausnahmen außen vor, aber auch das war normal.

Für Rhorax zählten vor allem die Fakten, die Brastk nannte. Und davon gab es leider relativ wenige. Sie hatten einen ungefähren Zielort bekommen, das war schon mal was. Es war unklar, was sie dort erwarten würde, aber da es mit seinem Glauben um alte Legenden und fantastische Geschichten nicht sehr gut bestellt war, malte er sich das Ganze wie Folgt aus: In den Wald marschieren, dort einen alten Raben suchen, sich erzählen lassen, dass das alles dummes Geschwätz ist, zurückkehren und die nächste Mission entgegennehmen. Dass der vorherige Trupp nicht zurückgekehrt war konnte vielerlei Gründe haben. Vielleicht hatten sie sich verlaufen, waren gefressen worden oder einfach desertiert. Statt zu diskutieren, stellte Rhrorax die einzigen, für ihn noch bedeutsamen Fragen, die einem Aufbruch im Wege standen:

"Wer führt uns an? Und wann brechen wir auf?"

Seine Stimme war ruhig und neutral, ähnlich dem Erzählton von Brastk. Doch auch wenn er das Maul kaum bewegt hatte, so war ihr tiefer, voluminöser Klan doch klar und deutlich zu verstehen. Er hatte die Augen auf den Ratswolf gerichtet und hielt dessen Blick ohne Gefühlsregung stand.
[ Versetzt zu Kailan | hält sich im Hintergrund, beobachtet, stellt zwei knappe Fragen ]
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Nyphteq
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Re: Kapitel 6: Die Kraft der Elemente

Beitrag von Nyphteq »

Das seichte Lächeln verharrte noch eine ganze Weile tapfer auf den Lefzen der Raubkatze, selbst als mit jedem gesprochenem Wort des schwarzen Rüden unmissverständlicher wurde, dass ihre Bemühungen vergeblich waren. Diese Einsicht raubte zum Schluss jeglichen Glanz aus den Augen der Berglöwin und machte einer mittelmäßig frustrierten Miene Platz. Nicht nur war also so gut wie nichts über dieses wunderliche Artefakt bekannt, die bevorstehende Mission wurde auch noch zunehmend fantastischer. Steinalte Raben und Wälder, die einen auf die Probe stellen sollten – Geschichten, die man jungen Kätzchen zum Einschlafen erzählte. Fehlte nur noch eine holde Maid und ein edler Kater, der diese aus den Klauen des Bösen rettete, wie die Stimme in Nyphteqs Kopf spottete.
Die von Missmut geplagten Schnurrhaare der Kätzin vibrierten unwillig und ihr Kinn war unmerklich einige Millimeter in die Höhe gewandert. Gepaart mit den leicht zusammengekniffenen Augen und den zur Seite gerichteten Ohren strahlte sie genau die kalte Unberührtheit aus, die sie gegenüber dieses Auftrags empfand. Allerdings bröckelte dieser Hohn in sich zusammen wie ein von Hochwasser getroffener Biberdamm, als Brastk einen Satz aussprach, der sich wie ein schwarzer Zauber in den Geist der Katze fraß.

Langsam öffneten sich zunächst die goldgrünen Augen, ehe sich dich dunklen Pumaohren an den leicht gesträubten Nacken anlegten. Aus der zuvor an den Tag gelegten kätzischen Arroganz wuchs eine schmerzliche Betroffenheit, die Nyphteq für einige Augenblicke das Atmen vergessen ließ. Wir werden nicht noch einmal den Fehler machen und Warnungen ignorieren, echote es hartnäckig in ihrem Kopf nach. Mit diesem einfachen Satz hatte Brastk ihre gesammelten Gedanken zu dieser Mission zerschlagen sie ihr zurück geschleudert, wie einen Felsbrocken ins Gesicht. Der schwarze Rüde hatte recht. Dieses ganze Unterfangen klang bescheuert, hirnrissig und genau diese Kombination barg die Gefahr, denselben unverzeihlichen Fehler noch einmal zu begehen, den sie sich schon einmal zu Schulden hatte kommen lassen. Sie hatte die Warnungen über die Ska ignoriert und als Konsequenz ihre zerstörerische Macht zu spüren bekommen. Man hätte meinen sollen, dass ihr das eine eindeutigere Lehre gewesen wäre. Augenscheinlich aber bedurfte es noch immer eines gehörigen Tritts in die Magengegend, um sie an diese Lektion zu erinnern. War sie wirklich von einer solchen Sturheit besessen, derer sie sich gerade ertappt fühlte, oder war sie einfach nur zu dumm? Sie konnte wohl von Glück reden, dass jemand zugegen war, ihr das Gehirn zu waschen.
Es spielte keine Rolle, wie wenig überzeugt sie nach wie vor von der ganzen Sache war. Sie würde die Klappe halten und tun, was ihr aufgetragen wurde und sei es nur, um ihr beißendes Gewissen ruhig zu stellen. Vielleicht würden sie ja, wenn sie schon dieses vermaledeite Artefakt nicht fänden, zumindest ein paar brauchbare Informationen in Erfahrung bringen können. Immerhin hatten sie ja auch bei ihrer letzen Mission neues Wissen über die Ska erlangt. Damit wäre die weite Reise dann wenigstens nicht ganz umsonst gewesen.
[ Erst missmutig, dann durch Brastks Worte ruhig gestellt | fügt sich der Mission ]
Lucien
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Re: Kapitel 6: Die Kraft der Elemente

Beitrag von Lucien »

Schon fast ungläubig verfolgte der Adler die Äußerungen der anderen, doch ihm war auch spätestens nach dem sich der schwarze Wolf wieder zu Wort gemeldet hat klar das es keinen Ausweg aus dieser Situation geben würde – mit Ausnahme vielleicht das Verlassen des Widerstands. Das dies jedoch keine ernsthafte Alternative war, war auch Lucien bewusst. Der Adler raschelte leicht mit dem Gefieder als wollte er den Auftrag von sich weisen – doch er wusste genau das er die Gruppe begleiten würde, egal für wie unsinnig er die Aufgabe befand.

Vollkommen entgeistert nahm der Adler wahr das es Brastk selbst gewesen war der sie für diese Aufgabe ausgewählt hatte. Hatte der alte Veteran den Verstand verloren? Die braunen Augen verengten sich einen kurzen Augenblick während er den weiteren Worten lauschte. Man schickte die Gruppe auf eine Reise dessen Ziel nicht bekannt war, dessen Wert nicht messbar war und niemand wusste ob man überhaupt würde Erfolg haben können.

„Sie sind nicht wiedergekommen?“, hakte er nach.

Das eine ganze Gruppe verloren ging sollte nicht passieren, was würde ihn und seine Begleiter in diesem Wald erwarten? Das Wörtchen 'wenn' beruhigte den Adler nicht wirklich. Wenn sie zurückkamen. Wenn sie den Raben – wieso genauso sollte dieser Rabe mit ihnen sprechen? - fanden. Wenn sie den Wald verlassen konnten und wenn sie die Aufgaben meistern konnten. In Luciens Augen gab es ziemlich viele 'wenns' in diesem Auftrag und für keines davon gab es auch nur Ansatzweise so etwas wie Sicherheit.

Er schlug leicht mit den Flügeln und als er diese raschelnd schloss blickte er den schwarzen Wolf wieder an.

„Was ist mit den Vermissten? Sucht jemand nach Ihnen?“

Hatte man eine weitere Gruppe vorgeschickt? Sollten Sie – neben dem Raben – auch noch die vermissten Tiere finden? Was wäre wenn. Luc kam sich vor als wäre er in einer Märchenstunde der Alten geraten, die Mythen und Legenden hatten das Land schon immer umrankt. Doch wie viel war wahr daran? Brastk hatte natürlich Recht, als die Geschichten von den Ska aufkamen hat auch niemand geglaubt das diese sich jemals als Realität herausstellen würden. Doch deshalb sollten die Tiere an jede Legende und jede Mär glauben? Und dann waren da natürlich die Ska.

„Sind die Ska bereits in diesem Wald vorgedrungen? Haben wir Späher die etwas zur Lage sagen können? Was für Aufgaben erwarten uns – angeblich – in dem Wald? Gibt es Legenden, Geschichten, die das näher umschreiben?“

Lucien hüpfte auf den Ast vor sich um nichts zu verpassen, eine innere Unruhe hatte den Adler erfasst. Umso länger sie hier blieben umso länger würde die Rückkehr dauern und somit wäre es dem braun gefiederten nur Recht gewesen wenn sie aufbrechen würden. Doch die Gefahr die auch durch die Ska ausging in diesem Auftrag sollte nicht unterschätzt werden.
[auf einem Baum hinter / über den anderen | lauscht Brastk | stellt Fragen]
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Nyala
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Re: Kapitel 6: Die Kraft der Elemente

Beitrag von Nyala »

Die weiße Wölfin stand mit ihrer Meinung nicht allein da, dass hatten bereits die geflüsterten Worte Nyphteqs klargestellt, aber die Pumakatze war nicht die einzige, die Nyalas Gedanken teilte. Selbst die Yaize fand die Geschichte um das sagenumwobene Relikt etwas zu abgehoben. Etwas das der Füchsin ein anerkennendes Nicken der Wölfin einbrachte. Auch der Adler, den Nya auf ihrem Weg zurück zum Widerstand begegnet war äußerte sich negativ und hielt das für Märchen, die man Jungtieren erzählte.
Aber es gab auch einige Tiere in ihrer Gruppe, die beinah hellauf begeistert schienen, allen voran Nunki, was die weiße Fähe nicht weiter verwunderte. Doch neue Pumakater überraschte da schon mehr, er fragte allen Ernstes nach ob sie den Elementbestien begegnen würden. Nyala sah ihn kurz skeptisch an, ehe ihre Augen weiter zu Kailan wanderten, deren Worten sie sehr aufmerksam lauschte, denn die Bärin hatte recht. Nya selbst hatte vor ein paar Wochen noch all die Geschichten über Rieseninsekten für völligen Humbug gehalten und war letztlich eines Besseren belehrt worden. Ihr Motto hatte sich im Grunde nicht verändert, sie glaubte die Dinge erst, wenn sie sie sah. Allerdings hatte sich etwas an ihrer Einstellung geändert, nur weil man etwas nicht sehen konnte oder gesehen hatte, hieß das noch lange nicht, dass es dieses etwas nicht gab.
Die Mission klang absurd und ihr wölfischer Verstand sträubte sich dagegen etwas anderes zu behaupten, dennoch waren es Kailans Worte und die des alten Alphas, die sie zum Umdenken brachten.

Kämpfer wurden gebraucht, genauso wie Hoffnung. Außerdem hatte Brastk sie höchst persönlich ausgewählt für diese Mission, was nicht zuletzt daran lag, dass bereits einige Tiere bei der Suche verschollen waren. Der Ton des Einäugigen sorgte dafür, dass sich Nya ihrem neuen Schicksal hingab. Sie würden sich auf die Suche machen, den Geisterwald durchkämen und dabei nach einem weißen Raben ausschauhalten und mit seiner Hilfe womöglich Informationen bekommen.

Ihre Ohren schnippten nach vorn als Raaka übereifrig mit dem Wolkenraben herausplatze und dabei von Brastk zu ihr hinüberblickte. Er würde doch jetzt nicht etwa wieder damit anfangen!?! Ihre Augen beobachteten den schwarzen Vogel argwöhnisch, der sich offensichtlich noch mehr über diese Aufgabe freute als Nunki. Verübeln konnte man es ihm eigentlich nicht, nicht wenn man Nyala hieß und ein paar lustige, spannende und großartige Erinnerungen mit diesem Raben teilte. Es war lange her, dennoch erinnerte sich auch die Weiße noch sehr gut an die schwarzen Federn in ihrem Fell, den Ruß und die weißen Büschel in Raakas Gefieder.
Sein Optimismus war auf jeden Fall ansteckend, auch wenn es nun nicht dafür sorgte, dass die Fähe aufsprang und im Kreis hüpfte, dass überließ sie dann lieber dem Raben, der es sich in aller Aufregung nicht nehmen ließ zwischen ihre Schulterblätter zu flattern und eine seiner Feder in ihren Halspelz zu stecken. Nya reckte ihren Kopf herum, verdrehte die Augen und konnte den Anflug eines leichten Schmunzelns doch nicht verstecken.

“Verrückter Knabe“,

murmelte sie und sah schließlich zu dem Koloss, der sich bis jetzt dezent im Hintergrund gehalten hatte. Der Bär war ebenso ein neues Gesicht, wie der Puma und würde offenbar die Lücken füllen. Ob es Absicht war, dass sie ihnen sowohl einen Kater als auch einen Braunpelz zugeteilt hatten?
So oder so sorgten allein seine Größe und Statur dafür, dass Nyala ihn respektvoll musterte. Ihre erste Bekanntschaft mit den Pranken eines Bären hatte sie geprägt und ließ sie jeden dieser Art vorerst misstrauen. Allerdings schien der Unbekannte schon mal etwas Gutes an sich zu haben. Er stellte die richtigen Fragen und redete nicht erst groß um den heißen Brei herum. Ihre Aufmerksamkeit wanderte unweigerlich wieder zum Ratsmitglied, bei dem diese Entscheidungen definitiv lagen. Gleichzeitig war die Wölfin gespannt wer ihre Gruppe dieses Mal führen würde.

Bevor Brastk jedoch antworten konnte, meldete sich erneut Lucien zu Wort. Ob sie nach den Vermissten suchen sollten, dass hatte sich auch Nya gefragt, wobei es während der Ansprache des Ratsmitglieds nicht nach ihrer Hauptaufgabe klang, ihr Schwerpunkt lag eindeutig beim Auffinden des weißen Raben.
Seine weiteren Fragen über die Ska ließen die helle Fähe kurz schnauben, selbst sie hatte sich inzwischen etwas mehr über ihre Feinde informiert und sollte ein Flügelträger nicht mehr Überblick haben als sie?

“Bisher wurden westlich und südlich des Schattengebirges noch keine Ska gesehen, demnach sollte der Geisterwald frei von Rieseninsekten sein“,

beantwortete sie zumindest eine von Luciens Fragen. Ob es bereits Gerüchte über die Aufgaben gab, die sie vermeidlich auf ihrer Suche erfüllen mussten, war der Wölfin schlicht und ergreifend egal. Sie würden schon sehen was auf sie zu kam, was brachte es ihnen sich bereits jetzt darüber die Köpfe zu zermartern.
Unweigerlich huschte ihr Blick zu Nyphteq, deren Nackenfell sich eine kurze Zeit gesträubt hatte. Ihre Körperhaltung hatte sich verändert und irgendetwas ging hinter den Katzenaugen vor. Mit zwei Schritten überbrückte Nya die kurze Distanz, wobei sie unbewusst darauf achtete, dass Raaka dabei nicht hinunterfiel.

“Alles in Ordnung?“,

fragte sie leise, richtete ihre Augen jedoch wieder auf Brastk, der dem Bären und ihnen allen noch ein paar Antworten schuldig war.
[ lauscht allen / amüsiert sich etwas über Raaka / beantwortet eine von Luciens Fragen / wartet auf Brastks Antworten / fragt Nyph ]
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Spielleitung
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Re: Kapitel 6: Die Kraft der Elemente

Beitrag von Spielleitung »

Brastk hat geschrieben:
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Erneut ließ Brastk seine Erklärungen und Berichte wirken und war dazu übergegangen, schweigend die Reaktionen der Gruppe abzuwarten und sie erst einmal ihre Fragen formulieren zu lassen. Dabei wanderte sein sehendes Auge von einem Sprecher zum Nächsten. Doch dieses Mal blieb sein Gesicht nicht ausdruckslos. Als Raaka mit seinen überschwänglichen Phantastereien begann, schnaubte der Dunkle kurz und wandte den Blick ab, sah sich stattdessen den Himmel und die weichen, von der Morgensonne verfärbten Schleierwolken an. Zwar verfolgten seine Ohren noch das Gekrächze des Raben, da das Ratsmitglied dieses aber als dummes Geschwätz von wenig bis keiner Relevanz einstufte - etwas, das in Ratssitzungen auch gerne mal vorkam - und es offenbar auch keine Fragen an ihn gab, hatten die Äußerungen des schwarz Gefiederten schnell wieder seinen Kopf verlassen. Es gab dort keinen Platz für Unsinn wie diesen.

Die zwei kurzen, auf die Mission bezogenen Fragen von Rhorax bezüglich Leittier und Aufbruch, lenkten die Aufmerksamkeit des Ratswolfes dann wieder zurück auf die Gruppe und auf den Braunbepelzten. Doch auch, wenn Brastk die Möglichkeit gehabt hätte, direkt auf diese Fragen zu antworten, richtete er das Wort nicht an den Bären und überging ihn mit einem abschätzigen, beinahe schon desinteressierten Ausdruck. Stattdessen verfolgte er noch kurz das Geplänkel zwischen Lucien und Nyala, die auf eine recht dumme Frage des Raubvogels zugleich eine Antwort parat hatte. Wo die Fronten verliefen und in welchen Gebieten die Ska bisher aufgetreten waren, das sollte jedes Widerstandsmitglied eigentlich im Schlaf aufsagen können. Erst recht, wenn es sich um einen Gefiederten handelt, die für Gewöhnlich aus der Luft den besten Überblick über die Dinge die am Boden vorgingen behielten. Da die weiße Fähe ihm die Aufgabe abgenommen hatte den Adler aufzuklären, wofür sie von dem Ratsmitglied ein knappes, dankbares Nicken erntete, blieb es ihm erspart näher auf dieses Thema einzugehen. Mit nüchterner aber ausdrucksvoller und deutlicher Stimme wandte er sich zunächst direkt an Lucien. Da der Gefiederte sich auf einem Ast rechts versetzt über dem Ratsmitglied befand, musste dieses den Kopf in den Nacken legen, was noch einmal einige unschöne Kratzer und eine dünne, weiße Narbe in der Nähe seiner Kehle offenbarte.

"So ist es, euer Weisspelz hat Recht."

Offensichtlich war es Brastk zu unbequem, den Kopf lange in dieser Position zu halten, weswegen er das Kinn, während er weitersprach, langsam wieder sinken ließ.

"Ich habe euch bereits alles mitgeteilt was bekannt ist. Wir wissen genau so viel über das was euch erwartet, wie zu dem Zeitpunkt, als wir die erste Gruppe losgeschickt haben: So gut wie nichts. Wenn ihr sie findet und zurückbringen könnt, tut das. Bringt euch aber nicht unnötig selbst in Gefahr. Dieser Rabe und das Artefakt haben höchste Priorität."

Der Ratswolf machte noch einmal eine kurze Pause, die er nutzte seinen Kragenpelz kurz auszuschütteln, dann richtete er sich langsam wieder auf und schritt gemächlich auf seinen drei Beinen in Richtung von Rhorax.

"Das hier ist Rhorax. Ebenso wie Véandur ist auch er hier, um euch zu unterstützen. Zusätzlich darfst du deine Beteiligung an diesem Auftrag auch als eine Art Rehabilitation verstehen, Bär. Wenn du klug bist, nutzt du die Chance."

Der feindliche und abwertende Tonfall des Ratsmitglieds schwang in jedem einzelnen Wort mit, das er direkt an den Dickpelz gerichtet hatte. Sein Auge hielt den Braunen noch kurz fixiert, ehe er langsam in Richtung Kailan schritt.

"Ihr brecht auf sobald ihr bereit seid. Was die Rolle des Leittiers betrifft, gibt es dieses Mal eine kleine Änderung. Der Rat war sich einig, dass wir bei der Auswahl der Führungsrollen in letzter Zeit etwas zu unüberlegt vorgegangen sind und sorgfältiger Abwägen sollten. Als es um die Auswahlkriterien ging herrschte dann wiederum eine gewisse Uneinigkeit. Der eine Teil meinte, Empathie, Einfühlungsvermögen und Verantwortungsgefühl gegenüber der Gruppe sollten stärker berücksichtigt werden. Es sind in letzter Zeit nicht wenige Gruppen mit weniger Tieren zurückgekehrt, als ursprünglich aufgebrochen sind. Und nicht immer lag dies an einer Dezimierung durch die Ska."

Er blieb frontal vor Kailan stehen uns sah der Braunen direkt in die Augen.

"Aus diesem Grund wirst du die nächste Mission anführen, Bärin. Du hast einige Male bewiesen, dass du dazu in der Lage bist. Die Zeit ist reif."

Dann wandte er sich wieder ab und schritt in die entgegengesetzte Richtung, während er weitersprach.

"Ein anderer Teil des Rats meinte jedoch, wir sollten mehr auf Qualitäten wie Pflichtbewusstsein gegenüber dem Widerstand und der Mission, Durchsetzungsfähigkeit und einen klaren, sachlichen Verstand setzen. Wichtiger als das Wohl der Gruppe sei das Gelingen der Aufträge. Es wird euch nicht wundern, dass auch ich zu den Fürsprechern dieser Qualitäten gehöre."

Dieses Mal endete der humpelnde Gang des Dreibeiners direkt vor Nyala und auch sie sah Brastk wieder direkt an.

"Deswegen wirst auch du diese Mission anführin. Dein Vater hielt das zwar für eine sehr blöde Idee, wobei er nicht so freundliche Worte wie ich verwendet hat, aber es schert mich nicht was er dazu meint. Die Entscheidung liegt bei mir."

Und wieder wandte er sich ab und schritt weiter, einen Halbbogen um die wartenden Tiere schlagend.

"Ihr beide werdet zusammen diese Mission anführen und alle Entscheidungen gemeinsam und im Einklang miteinander treffen. Seid ihr euch nicht einig, einigt euch. Mir egal wie. Ihr werdet die Gruppe nicht spalten und dieser Auftrag wird nicht an eurer Unfähigkeit eine gemeinsame Entscheidung zu treffen scheitern. Ich hoffe wir verstehen uns. Wenn ihr wissen wollt was passiert, wenn der Gruppe in einer wichtigen Situation das Leittier wegbricht und keine klaren Entscheidungen mehr getroffen werden, fragt euren neuen Bären."
[ Antwortet auf Rückfragen und klärt die Frage der Leittierrolle auf ungewöhnliche Art und Weise ]
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Yaize
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Re: Kapitel 6: Die Kraft der Elemente

Beitrag von Yaize »

Yaize lauschte den Worten des Ratsmitglieds und ihrer Freunde aufmerksam und neugierig. Auch wenn die Meisten sich ihr anschlossen und Zweifel hegten, so ließ die Helle sich doch auch ein wenig von der Euphorie die insbesondere Nunki und Raaka ausstrahlten anstecken. Natürlich war ihr nicht entgangen, dass Nunki über ihre Skepsis alles andere als glücklich gewesen war und so hatte sie ihrer Artgenossin ein beinahe entschuldigendes Lächeln zugeworfen, kombiniert mit abgeknicktem, linken Ohr. Sie war sich zumindest in einer Sache sicher: Wenn es so etwas wie ein magisches Artefakt gab, dann würden sie es ganz sicher finden. Auch wenn die Berichte über die zuvor verschollene, erste Widerstandsgruppe ihr einen leichten Schauer über den Rücken jagte, so glaubte sie fest an die Fähigkeiten von sich und ihren Freunden.

Kailan bekam ein freudiges, ehrliches Lächeln von der Füchsin geschenkt, als sie am Ende ihrer Ausführungen von Hoffnung und Zuversicht sprach. Es waren Worte wie diese, von denen es in dieser Zeit sehr viel mehr brauchte, auch davon war Yaize fest überzeugt. Besondere Aufmerksamkeit erhielten dann jedoch die Worte von Raaka. Er sprach von Wolkenraben und Wolkenwölfen, sogenannten Wolkengeschöpfen. Er flog hinab zu Nya und ließ sich auf ihren Schultern nieder und die schien ihn auch irgendwie zu verstehen. Die Füchsin hatte im Leben noch nichts von Wolkengeschöpfen gehört und es überraschte sie, dass ausgerechnet die Wölfin mehr darüber zu wissen schien. Das befeuerte ihre Neugier zusätzlich. So stahl sie sich heimlich und geduckt an die Seite von Nyala und richtete leise das Wort an den klugen Raberich.

"Psssst… Hej Raaka! Sag mal, was sind denn bitte Wolkengeschöpfe? Ich hab in meinem ganzen Leben noch nie etwas von einem Wolkenraben oder einem Wolkenwolf gehört. Gibt es sowas wirklich? Hast du schonmal einen gesehen? Bestehen die dann quasi nur aus Wolken oder leben die in den Wolken?"

Während sie dem Gefiederten zuflüsterte, ging um sie herum das Geschehen weiter. Yai meinte eine leichte Unruhe zu verspüren und so stellte die Füchsin eilig die Ohren auf und gab sich aufmerksam und voll bei der Sache. Sie hatte sich von den Wolkengeschöpfen ablenken lassen und kurz vergessen, dass es ja eigentlich um ihren nächsten Auftrag ging. Hastig leckte sie sich über die Nase, suchte nach Brastk, der erneut begonnen hatte ihre Reihe abzulaufen und lauschte seinen Worten. Sie hatte noch nie erlebt, wie das Ratsmitglied dermaßen abwertend, beinahe schon feindseelig mit und über ein anwesendes Tier gesprochen hatte. Irgendwie tat ihr Rhorax leid. Er wurde von Brastk förmlich vorgeführt. Dann kamen aber wieder wichtige Informationen, die sie den Blick von dem Bären abwenden und erst zu Kailan und dann zu Nyala blicken ließ, während der Ratswolf auch an ihr vorbeischritt.

Zwei Leittiere? Ich weiß ja nicht, ob das so eine gute Idee ist… was, wenn…

Doch sie sprach ihren Gedanken nicht aus. Viel mehr musste sie an Trotzki denken, der ihre letzte Mission angeführt hatte und blickte sich suchend nach dem Artgenossen um. Ob auch er gemeint war als Brastk meinte, ihre letzten Entscheidungen bezüglich der Leittierrolle seien nicht besonders klug gewesen? Oder war sie vielleicht sogar selbst gemeint? Egal wohin sie schaute, der vertraute, orangefarbende Pelz ihres Freundes war nirgendwo auszumachen. Es sah ihm gar nicht ähnlich, sich bei einer Missionsbesprechung zu verspäten. Der Gedanke beschäftigte sie so sehr, dass sie nicht umhin konnte ihn leise und mehr für sich auszusprechen.

"Wo steckt eigentlich Trotzki?"

[ begibt sich an die Seite von Nyala und Raaka | erkundigt sich nach den Wolkengeschöpfen, hat Mitleid mit Rhorax,
bemerkt das Fehlen von Trotzki ]
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Kailan
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Re: Kapitel 6: Die Kraft der Elemente

Beitrag von Kailan »

Kailan lauschte den Worten Nyphteqs, welche sich direkt nach ihr geäußert hatte, danach sprach wieder das Ratsmitglied und Kailan konnte nicht anders als ihn genau zu mustern. Es war sehr interessant, was der Wolf sagte. Sie hatte also schon mal Warnungen ignoriert und waren auf die Schnauze gefallen. Dies hörte sich nicht gerade gut in den Ohren der Bärin an. Sie schüttelte sich und lies dann ihren Blick zu Raaka wandern, denn dieser ergoss sich danach sozusagen in Euphorie, höchst interessant. Das war wirklich haufenweise Märchenzeug, was dieser Rabe wusste und konnte für ihre Mission vielleicht wirklich von Nutzen sein und wenn es wieder nur ein Fünkchen war. Kailans Blick wurde immer nachdenklicher, so viele Funken auf einmal könnten ein Flämmchen ergeben, zwar unwahrscheinlich aber langsam machte diese Mission sie doch Neugierig. Obwohl der Quatsch mit den Wolkengeschöpfen, war ja schon eher niedlich anzuhören und sie selbst musste sich an die Tage erinnern, als sie noch eine kleine Bärin gewesen war. Der Bär hinter ihr stellte als nächste die entscheidenden Fragen und Kailan blickt kurz musternd zu ihm, mal schauen, wer es diesmal werden würde, aber erst meldeten sich nochmal drei ihrer Kameraden zu Worten, bevor Brastk sich endlich zu diesen entscheidenden Worten äußern konnte. Als der schwarze Wolf nun wieder sprach, lauschte Kailan ruhig seinen Worten und versuchte so viel wie möglich zu speichern und sie nickte einmal kurz zu seinen Worten. Das Artefakt hatte oberste Priorität, wenn sie die anderen Tiere finden konnte wäre das schmückendes Beiwerk, aber sie würden sich nicht in Gefahr bringen alles klar, dass hätte sie auch nicht vorgehabt. Danach stellte der Wolf ihre beiden neuen Gefährten vor, die Worte des Wolfes veranlassten die Bärin aber dazu sich umzudrehen und auch der Tonfall, all das führte dazu das die Alarmglocken in Kailan schellten. Ihr Blick wurde kurz misstrauisch und abschätzend, aber all das ries plötzlich ein, Brastk blieb bei ihr stehen und die Bärin musste ihm unweigerlich zuhören. Die Bärin schaute den Wolf erstaunt an und dachte mehrfach über seine Worte nach, sie war schon erstaunt, fühlte sich aber auch geehrt. Ein kurzes Lächeln huschte durch ihre Mimik und auch sie fühlte sich reif dafür, sie begleitete schon so lange diese Tiere, dass sie nicht das Gefühl hatte eine fremde Gruppe anführen zu müssen, sondern ihre Freunde und das war ein sehr gutes Gefühl. Bei den nächsten Worten musste sie sich einmal komplett drehen um den Wolf weiterhin ansehen zu können, erstaunt schaute sie zu Nyala, die Bärin konnte nicht anders, ein wenig hörte es sich so an, als ob sie nicht das Wohl ihrer Freunde über diese Mission stellen durfte, diese Mission war dem Rat also so wichtig, das sie alle Informationen, das Artefakt und vielleicht auch noch die vermissten Tiere fanden und auch noch alle zurückkehrten. Dies waren sehr viele Aufgaben auf einmal. Die Bärin nickte ein paar Mal zur Bestätigung, die Wahl von zwei Leittieren bei diesen vielen Aufgaben und bei der mittlerweile auch immer größer werdenden Anzahl an Tieren konnte sie gut verstehen, außerdem war sie nicht der Typ, der sich um eine alleinige Führungsrolle ries und was noch hinzukam, sie mochte Nyala. Außerdem kamen noch mehr Informationen über den neuen Bären ans Tageslicht, dies brachte Kailan wieder das mulmige Gefühl zurück, in ihrem Blick hing etwas sehr Kritisches und misstrauisches, als sie schließlich noch etwas zu Brastk sagte, wobei ihre Worte aber eher überlegt und ruhig klangen:

„Ich danke dem Rat für das Vertrauen und ich bin der festen Überzeugung das Nyala und ich diese Position zur vollsten Zufriedenheit erfüllen werden. Schließlich führen wir nicht nur einfach irgendwelche Widerstandstiere, sondern auch unter anderem unsere engsten Freunde an.“

Kailans Blick wurde wieder sehr sanft, als sie ihr Blick über die einzelnen Widerstandstiere fahren lies, welche sie schon ewig kannte, die Worte waren auch an sie gerichtet gewesen, denn als Nächstes wollte sie sich mit Nyala absprechen. Danach überbrückte sie ihre Entfernung zu Nyala und setze sich ruhig zu ihr, Nyphteq und Raaka. Die Bärin seufzte kurz, all das konnte wirklich hochinteressant und gefährlich werden, wenn bisher niemand mehr zurückgekommen war. Ein Wort hing der Bärin nach Wolkengeschöpfe….
Sie schaute die weiße Fähe an und wusste nicht so richtig, was sie sagen sollte, zuerst schon ihr etwas Aufmunterndes durch den Kopf, dass sie es schon schaffen würden und so, aber das konnten sie nicht wissen, zumal sie bei der letzten Mission zwei Tiere verloren hatten. Asuka und ihren langjährigen Freund Flyght, wobei sie bei beiden nicht wissen konnten, ob sie gestorben waren. Beide Tiere waren nicht die Schuld von irgendwem gewesen, aber beides rief ein ungutes Gefühl in der Bärin hervor. Ihr Blick blieb aber ebenfalls davon unberührt, ein tiefes Gefühl in ihr sagte ihr, dass sie das schon schaffen würden, aber irgendwie wollte sie das so nicht sagen. Dann endlich hatte sie eine Idee, es waren wenige einfache Worte, aber wie sollte man sich auch schon äußern, wenn man nicht wusste, wie es mit zwei Leittieren war:

„Ich denke das dein Vater dich nicht so erlebt hat, wie wir dich erleben durften und sich sehr stark irrt.“

Ihr Blick glitt danach von den Augen der weißen Fähe zu dem Raben auf ihrem Rücken, sie wollte mehr Informationen über die Wolkengeschöpfe haben, auch wenn das alles nur Märchen waren, konnte ihnen davon vielleicht etwas helfen, weswegen sie nun ruhig Raaka ansprach und ihn dabei musterte:

„Raaka, kannst du mir bitte mehr über die Wolkengeschöpfe erzählen?“
[ lauscht allen Worten | sieht Rhorax misstrauisch und skeptisch an | spricht zu Brastk und allen anderen | geht zu Nyala, Nyphteq und Raaka | spricht mit Nyala und fragt danach Raaka etwas ]
Véandur
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Re: Kapitel 6: Die Kraft der Elemente

Beitrag von Véandur »

Véandur's Ohr zuckte in Richtung einer braunen Bärin, welche sich in der Nähe der Bäume aufhielt. Neugierig lauschte er ihren Erzählungen, dabei zuckte seine Schwanzspitze leicht hin und her. Sie erzählte über ihre Reise auf der Suche nach den Tieren, welche den Widerstand repräsentierten. Erzählte von Gerüchten und Erzählungen anderer Tiere, aber auch Hoffnung. Bei dem Wort „Hoffnung“ sah der Puma zur Seite, fixierte einen Punkt auf dem Waldboden, während seine Gedanken sich in die Ferne verirrten. Hoffnung... das war es doch, weshalb es den Widerstand gab. Wenn keiner der anderen Artgenossen keine Hoffnung mehr hätte, wären wir längst von den Skas überrannt worden., Véandur blinzelte, straffte seine Konzentration und schaute hinüber zu dem alten Wolf. Brastk erhob nun wieder das Wort und erzählte und beantwortete die Fragen der Gruppe. Berichtete über einen blinden, weißen Raben, welcher angeblich mehr gesehen haben soll als andere Kreaturen. Lebte im Wisperwald, wovon noch keiner der Späher je wiedergekehrt war.

Der Puma folgte mit den Augen dem grauen Leib des Wolfes, während über dessen Worten nachdachte. Er wüsste zu gern, was mit den Spähern passiert war. Véandur's Ohr zuckten als sich nun andere Widerstands-Mitglieder äußerten. Raaka fiel fast vom Baum, während er begeistert hin und her hüpfte, offenbar brannte er darauf, loslegen zu dürfen. Leicht schmunzelte der Puma und sah zu wie der schwarze Vogel vom Ast flog und auf den weißen Körper der Wölfin landete. Er war definitiv für diese Mission. Ein weiterer Bär, welcher wohl mit dem grauen Wolf zu diesem Treffen gekommen war, fragte nach einem Anführer. Fragend wandte der Puma den Kopf und sah den großen Bär an. Ach richtig, wenn er es nicht ganz aus seinem Gehirn verbannt hatte, gab es bei jeder Mission einen Anführer bzw. einen Missionsleiter. Und diese wurden vom Rat auserwählt, um die Missionen zu einem würdigen Abschluss zu bringen. Véandur leckte sich über die Lefzen und schaute nach oben – der Adler erhob die Stimme. Fragte nach den Tieren, die nicht aus dem Wisperwald wiedergekehrt waren. Woraufhin die weiße Wölfin antwortete. Véandur fiel auf, dass die meisten Tiere hier verbissen wirkten; als hätten viele schon so viele untragbare Schicksale hinter sich gehabt. Kaum einer lächelte ein glückliches Lächeln, wenn es ein Lächeln war, war es abwesend und... kalt? Schief?

Der Puma seufzte innerlich. Das konnte noch Spaßig werden. Als Brastk wieder die Stimme erhob, glitt sein Blick zum grauen Rüden und hörte ihm zu. Doch seine Schwanzspitze zuckte. Der Wolf hatte seinen Bericht beendet, hatte die Anführer dieser Mission genannt: Die weiße Wölfin und die große Bärin. Véandur lächelte, auch, wenn ihm noch nicht so bewusst war, ob Leittier sein nicht doch eine Position war, der große Verantwortung folgte. Er schüttelte den Kopf und lauschte der Bärin, welche sich bei dem grauen Rüden bedankte für die Wahl und schaute auch einiger ihrer Weggefährten an, die sie offenbar schon sehr lange kannte. Er war quasie in ein alt eingesessenes Nest gestolpert, wo er sich beweisen musste. Wieder einmal und offenbar würden sie ein paar Kämpfe nicht aus dem Weg gehen können. Véandur's Schnurrhaare zuckten, sein Blick glitt zum einem zum anderen Widerstandsmitglied, während er sich auf seine Hinterläufe setzte. Nicht wirklich sicher, was tun konnte. Er würde erst mal abwarten, was geschah, schließlich hatte er noch nie die Erfahrung gemacht wie eine Mission ablief.

“Suchst du jemanden?“,

fragte der Puma neugierig, wenn auch freundlich als er sah wie die kleine Füchsin sich umher drehte, offenbar auf der Suche nach einem weiteren Mitglied.

[lauscht den Erzählungen/Äußerungen der Widerstandsmitglieder | macht sich dazu seine eigenen Gedanken | spricht Yaize an]
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Re: Kapitel 6: Die Kraft der Elemente

Beitrag von Raaka »

Verrückter Knabe? Nyalas Kommentar entlockte dem Gemeinten ein leises Schnabelklackern. Es war ja nur richtig, man musste wohl schon etwas verrückt sein, um sich dieser Gemeinschaft anzuschließen und angesichts der auf sie zukommenden Mission in Vorfreude zu geraten. Aber – und das durfte man schließlich auf keinen Fall vergessen, wenn man Raaka fragte – ein wenig Verrücktheit brauchte oft die besten Ideen hervor. Wer sich öffnete und solcherlei Erfahrungen zuließ, lernte am Ende des Tages am meisten. So wie Rotnase Yai, über die sich der Raberich eben besonders freute. Die kleine Füchsin schien von den Wolkengeschöpfen ebenso fasziniert wie er, und natürlich beantwortete ihr der Schwarze ihre Fragen nur zu gern.

„Natürlich gibt es sie! Einer von ihnen steht doch gerade vor dir!“,

sprach er freundlich und obwohl er sich anschickte, mit gedämpfter Stimme zu reden, um die übrige Unterhaltung nicht zu stören, war ein deutlicher Unterton der Freude in seinem Krächzen zu hören. Die dunklen Augen funkelten die der Füchsin neckisch triumphierend an, ehe den Raben der Gedanke durchstreifte, sie könne womöglich annehmen, er habe sich selbst gemeint. Für ihn mochte es selbstverständlich sein, dass ein schwarzer Rabe kein Wolkenwesen war, aber vielleicht dachte Yaize ja gerade an eine Gewitterwolke? Geschwind senkte der Rabe den Schnabel, sodass dessen Spitze auf den weißen Nacken seiner alten Freundin deutete, nur um wirklich alle Missverständnisse aus dem Weg zu räumen.
Viel weiter kam er für den Moment jedoch nicht. Der kriegserfahrene Wolf hatte erneut das Wort erhoben, und Raaka wollte auf keinen Fall verpassen, was dieser noch über die Mission zu sagen hatte. Die Verkündung der Leittiere löste ein glückliches Zucken in dem kleinen Rabenkörper aus, wobei sich die widerspenstigen Kehlfedern wie so oft aufplusterten.

„Eine überaus gute Wahl!“,

lobte er den schwarzen Rüden und wippte dabei leicht mit den Beinen. Wäre sein Schnabel nicht starr wie ein Stein, so hätte sich nun ein breites Grinsen darauf abgezeichnet. Wer war schließlich besser darin, die Suche nach einem Wolkenraben anzuführen, als ein Wolkenwesen selbst!? Und die Unterstützung von Kailan würde der Sache sicher nur zuträglich sein. Immerhin hatte die Bärin sich vorhin eben so offenherzig gegenüber ihres bevorstehenden Abenteuers gezeigt. Raakas Blick folgte der Braunpelzin, die sich passender Weise gerade auf Nya und ihn zubewegte. Ihren bestärkenden Worten, die sie an die Weiße richtete, pflichtete der Raben mit kräftigem Nicken bei. Er hatte Nyalas Vater damals nicht wirklich kennen gelernt, aber wenn er so von ihr sprach, dann kannte der Wolf seine Tochter wohl ebenso wenig. Der Schwarze hätte diesem Zeitgenossen gerne mal den Kopf gewaschen oder zumindest mit ein oder zwei Schneckenpanzern beworfen. Aber zum Glück würde diese Mission dem Torfkopf ohnehin zeigen, was in seinem Nachwuchs steckte!

Als Kailan dann eine Frage an den Raben richtete, leuchteten dessen Augen abermals freudig auf. Richtig, er war ja noch gar nicht fertig mit den Wolkengeschöpfen gewesen, hatte genaugenommen kaum angefangen. Ein schneller Seitenblick glitt zu Yaize, der er schließlich auch noch einige Erklärungen schuldig war, ehe er in seinem Kopf alle Informationen zusammensuchte, die er bisher über die Wolkenwölfe in Erfahrung hatte bringen können.

„Nun, als ich noch ein junger Rabe war, hatte ich das Glück, eine Wolkenwölfin kennenzulernen. Und zwar niemand geringeres, als unsere Nyala.“

Er keckerte fröhlich, ehe er weiter erzählte.

„Von da an habe ich versucht, mehr über diese Wesen herauszufinden. Als Kihromah erschaffen wurde und die Elementbestien am Beginn ihrer Herrschaft standen, war das Land noch ungezähmt und die Lüfte von schweren Stürmen durchschnitten. Die Wolkenwölfe sind uralte Geschöpfe, von Re höchstpersönlich geschaffen, um Wind und Sturm im Zaum zu halten. Damals müssen es Hunderte, vielleicht Tausende gewesen sein. Heute sind sie sehr selten geworden. Vielleicht ist Res Macht stärker geworden und er brauchte die Hilfe nicht mehr, oder die Winde vom Anbeginn der Welt haben sich mit der Zeit beruhigt. Die wenigen, die heute noch unter uns leben, scheinen ihre Vergangenheit vergessen zu haben. Aber ich bin sicher, dass ihre Kraft noch immer verborgen in ihnen schlummert.“

Ein warmer, beinahe zärtlicher Unterton lag bei diesen Worten in seiner Stimme. Sicher, vieles von den was er erzählte, entsprach seiner eigenen Theorie, aber es war nicht so, dass er keinerlei Bestätigung dafür hatte. Schon einige Male hatte er sich mit besonders weisen Vierbeinern oder Gefiederten unterhalten und bedeutsame Hinweise bekommen, die seine Vermutungen untermauerten. Selbst einer der Rabenältesten hatte ihm schon einmal zugestimmt, dass es so etwas wie die Wolkenwesen gegeben haben könnte.

„Um ehrlich zu sein, wusste ich bis heute nicht, dass es auch andere Wolkengeschöpfe gibt. Aber das ergibt alles Sinn! Wölfe, Raben und vielleicht noch viele andere Arten, bewohnen unterschiedliche Winkel des Landes, aber kaum ein Tier gibt es überall anzutreffen. Um die Lüfte auch in den entlegensten Ecken Kihromahs zu kontrollieren, brauchte Re verschiedene Tierarten als seine Gehilfen. Und wenn dieser Rabe wirklich so alt ist, besteht kein Zweifel daran, dass er ein Wolkengeschöpf ist. Vielleicht erinnert er sich sogar noch an sein Erbe!“

Wobei dem Raben just etwas einfiel. Ein sehr wichtiges Detail, das er, obwohl er den Gedanken noch gar nicht zu Ende gedacht hatte, sofort seinen Gefährten mitteilen musste. Langsam sprach er weiter und richtete, während er überlegte, die Augen gen Himmel.

„Wenn doch die Ska die Elemente meiden… und die Wolkengeschöpfe das Element der Luft beeinflussen können… Dann können sie uns vielleicht im Kampf gegen die Ska helfen! Vielleicht sind die Wolkengeschöpfe ja sogar nicht die einzigen Wesen, die den Elementbestien dienten. Vielleicht hatten die anderen ja auch ihre Helfer? Feuer- oder Wasserwesen? Wenn das wirklich so ist, bin ich sicher, dass dieses Artefakt irgendwie damit im Zusammenhang stehen muss!“

Raaka war so nachdenklich gewesen, dass ihm erst jetzt, da er geendet hatte, auffiel, was für eine – in seinen Augen bahnbrechende – Idee er da gehabt hatte. Nur der Tatsache, dass er bereits so viel geplappert hatte, war es geschuldet, dass er jetzt einen Moment lang den Schnabel hielt. Andere zu Wort kommen ließ und auf ihre Ideen gespannt war. Auch wenn es ihm sichtlich nicht leicht fiel, Ruhe zu bewahren. Der hastig über die aufgeplusterten Federn streifende Schnabel trug davon Zeuge.
[ Auf Nyas Schulter | Antwortet Yai und Kailan | verstrickt sich in einer neuen Idee ]
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