Kapitel 5: Ablenkungsmanöver

Rollenspielbereich: Betritt die Welt von Kihromah und werde Teil des großen Abenteuers
Gesperrt
Benutzeravatar
Raaka
Zweite Seele
Beiträge: 68
Registriert: 20. April 2016, 20:56
Tierart: Rabe
Geschlecht: Männlich
Alter: 6 Jahre
Herkunft: Düsterwald

Re: Kapitel 5: Ablenkungsmanöver

Beitrag von Raaka »

Der Protest vonseiten der Füchsin, die Raaka kecker Weise als Sitzplatz auserkoren hatte, war gering ausgefallen. Man konnte sogar beinahe schon von wohlwollender Zustimmung sprechen, denn immerhin wurde nicht ein blitzender Fang in die Richtung des Raben geworfen. Die nette Erinnerung, dass es sich bei der Rotnase nicht um einen Ast handelte, nahm der Raberich mit einem leisen Keckern hin. Übersehen hatte er diesen Umstand zwar nicht, aber gegen eine freundliche Bestätigung seiner eigenen Auffassungsgabe — Fuchs ungleich Ast — hatte er gewiss nichts einzuwenden.

Missgunst von seinen Mitstreitern erntete der arme Torf hingegen gleich in mehrfacher Ausführung, kaum, dass er die eigenen Gedanken laut geäußert hatte. Holzkopf hatte ihn die Wolkenwölfin genannt. Ein geradezu gemeiner Affront war das, der den Schwarzen kurzweilig geknickt den Schnabel senken ließ. Nur für einen kurzen Moment, verstand sich, in dem er sich des ihm bekannten Eigensinns der Wolkenpelze entsann. Ein wenig schnippisch schienen sie wohl alle zu sein. Da stand dieses Exemplar seiner alten Freundin in nichts nach. Im Gegenteil, sie glichen sich sogar bis aufs weiße Haar. Und so wie er für sich selbst feststellte, dass dieses Verhalten wohl einfach in der Natur der Weißpelze lag, fiel im der folgerichtige Schluss auch nicht mehr schwer. Wenn ein Fuchs kein Ast war, dann bestand sein Kopf auch nicht aus Holz.

Der verbale Prankenhieb war jedoch nicht der einzige, den der Schwarze zu verdauen hatte. Denn apropos verdauen - das wollte offensichtlich die Silberkatze, die noch immer etwas kleiner als ihre Artgenossen war, auch gerade tun. Und zwar mit seinem unglücklichen Leib. Und auch vonseiten der Nicht-Ast-Füchsin und der Braunpelzin erntete der Raberich eine wenig begeisterte Reaktion. Letztere fand den Vorschlag der Silbernen sogar noch gutzuheißen.

Nun gut, Futter war wohl nicht drin. Aber wenn man es genau nahm - so ganz wollte der Rabe bald ohnehin nicht mehr. Denn der Anblick, der sich ihm darbot, suchte hinsichtlich des Appetitverderbens auf weiter Flur seinesgleichen. Viel mehr noch zog sich sein Magen nun derart zusammen, dass sich der, mit auf dem Weg aufgepickten Schnecken, vollgestopfte Kropf in alle Himmelsrichtungen zu entleeren drohte. Dazu ein ohrenbetäubender Lärm, der mehr schmerzte als der Balzruf eines Rotmilans. Der Raberich zog den Kopf ein und wäre gut und gerne zur Gesteinssäule erstarrt, hätte sein mobiler Untergrund nicht einen unverhofften Satz gemacht und damit jegliche Gleichgewichtsreflexe des Schwarzen abverlangt. Die Rabenklauen krallten sich fest um das dichte Halsfell der Füchsin, bis die hastig schlagenden Schwingen endlich für genug Auftrieb sorgten, um den Flattermann emporzuheben und ihn auf den sicheren, unbeweglichen Boden zu tragen. Raaka landete, alles andere als galant, zwischen den riesigen Pranken der Bärin, die sich ihm bisher nicht unbedingt als seine neue beste Freundin gezeigt hatte. Doch die großen, pelzigen Beine waren für den Moment ein willkommener Schutz und ohnehin wäre er doch nicht in der Lage, sich noch großartig weiter zu bewegen. Oder den Blick von dem Schauspiel vor ihm abzuwenden. Gebannt, schockiert und zugleich von perfider Neugier ergriffen sah er zu, wie sich zwei unförmige Wesen wie Geschwüre aus dem Körper des gefallenen Wolfes schoben und wurde einige endlos erscheinende Sekunden später Zeuge einer wahren Heldentat. Noch völlig perplex und überrumpelt von den Geschehnissen, dauerte es eine ungewöhnlich lange Weile, bis Raaka schlussendlich seinen Atem und damit auch seine Worte wiederfand. Und diese richtete er augenblicklich an die zwei Pelzträger des Tages.

„Unglaublich! Einfach superb, diese Reaktion! Diese Courage! In euch schlägt wahrlich das Herz des Widerstandes.“

Der schwarze Schnabel deutete eine leichte Verbeugung in Richtung der Wolkenwölfin und des Silberkaters an, ehe er erneut in die Richtung der nunmehr leblosen Madenhaufen gerichtet wurde. Dabei wurden dem Raben auch wieder die Anweisungen von Meister Trotzki bewusst. Zwar hatte die Braunpelzin, zwischen deren Pranken sich Raaka noch immer befand, zuletzt noch Einwände dagegen erhoben, aber wenn er ehrlich war, hatte der Schwarze ohnehin nicht so recht verstanden, worauf die Bärin genau hinauswollte. Und davon abgesehen fand er sich in zumindest halbwegs luftigen Höhen ungemein wohler. Nigeth hatte ihn zwar ausdrücklich vor den Gefahren gewarnt, die auch am Himmel auf sie lauern mochten, aber eine gefühlte Sicherheit war immer noch besser als gar keine Sicherheit. Seinen Mitstreitern brachte er am Boden ohnehin denkbar wenig Nutzen und nach der großherzigen Einlage des Pumas und der Wolkenwölfin, fühlte der Raberich sich förmlich dazu berufen, seinem eigenen Part nachzukommen. Dementsprechend wandte sich sein Blick dem Fuchsrüden zu.

„Wenn es weitergehen soll, ich wäre soweit, Fuchs.“
[erst auf Yais Rücken, dann vor Kailan | lobt Asu und Nya | macht sich zum weitergehen/fliegen bereit]
Sayblee
Ehemalige
Beiträge: 1197
Registriert: 22. Juli 2010, 19:20
Tierart: Puma
Geschlecht: Weiblich
Alter: 6 Jahre
Herkunft: Silberfels

Re: Kapitel 5: Ablenkungsmanöver

Beitrag von Sayblee »

Die Katze starrte den Kadaver an, als wäre er ein Feind. Noch bevor sie sich versichern konnte, ob es nur eine Täuschung gewesen war, oder sie wirklich eine Bewegung gesehen hatte platzte der Bauch der töten Wölfin auf. Allein das Geräusch hätte ja schon gereicht, aber mit dem Schwall innerer Gedärme kam der Geruch und da die Katze ziemlich nah am Geschehen stand bekam sie ihn voll ab. Bemüht nicht zu würgen und weg zu gehen trat sie einen weiteren Schritt zurück und wünschte sich beileibe ihre Nase wäre nicht vorhanden. Sie hatte ja schon einige verwesende Tiere gesehen in ihrem Leben, aber dies hier spottete jeglicher Beschreibung. Nein, sie konnte es nicht beschreiben es war einfach nur widerlich. Als dann in dem Wirrwarr von Innereien auch noch die Larven ihren weg rein robbten war es um ihre Selbstbeherrschung geschehen.

Doch um die könnte sich Sayblee gar nicht bemühen, denn gleich darauf setzten diese ekelhaften Viecher dieses Geräusch aus. Es brannte in ihren Ohren und machte sie fast verrückt. Der männliche Puma war inzwischen vorgetreten, stand seitlich zu ihr und schlug auf die Viecher ein, gleich darauf biss die weiße Wölfin ebenfalls zu. Alles ging so schnell. Die Geräusche waren schnell verstummt und doch, jeder im Umkreis hatte sie gehört. Um ihre Fassung bemüht starrte sie erst Asuka, dann Nyala an, bevor ihr Blick auf die Überreste der Fähe flog und das Schrecklichste offenbare. Welpen. Die Fähe hatte junges Leben in sich getragen. Furchtbare Wut überkam sie. Sayblee war nie wirklich eine Puma mit Muttergefühlen gewesen, aber selbst sie wusste wie kostbar der Nachwuchs in ihrer Welt war, jeder Nachwuchs und das uneingeschränkt für jede Gattung. Die Jungen waren ihre Zukunft und das dieser widerlichen Kreaturen hatten sie keine Chance bekommen ihren Pfoten auszustrecken. Ihre Mutter hatte wahrscheinlich alles gegeben um sie zu beschützen, am Ende sogar ihr Leben. Bis diese Bestien ihren Körper gestohlen und sie missbraucht hatten. Als Brut- und Fressstätte. Sie würden sie rächen. Sie und ihre Babies. Wenn die Zeit gekommen war. Dieses Versprechen gab sie sich ganz um stillen.

„Sollten mich diese Bestien jemals erwischen. Tut meinem Körper bitte den Gefallen und ertränkt ihn im nächsten Wasserloch!“

Die Worte zwar allgemein gehalten, dabei aber kurz Asuka anschauend mit unvorstellbarem Zorn im Blick. Dann wand sie sich ab. Allein die Vorstellung war unbeschreiblich. Niemals würde ihr Körper, ihr Fleisch diesen Bestien als Nahrung dienen. Sie konnte den abscheulichen Anblick nicht länger ertragen und wahrscheinlich hatten sie auch kaum noch länger Zeit.

„Trotzki, wir sollten weiter, hier können wir nichts mehr tun, sollten Die bislang noch nichts von uns gewusst haben, jetzt wissen sie es. Diese Viecher waren ja meilenweit zu hören!“

Auch der Rabe schien nicht länger hier verweilen zu wollen und drängte zum Aufbruch.

[steht mit nah vorn am Geschehen, bereits weiter zu gehen]
Trotzki
Ehemaliger
Beiträge: 553
Registriert: 22. August 2010, 16:28
Tierart: Fuchs
Geschlecht: Männlich
Alter: 2 Jahre
Herkunft: Dunstwald

Re: Kapitel 5: Ablenkungsmanöver

Beitrag von Trotzki »

Tja, so sah's aus. Trotzki fühlte sich als würde ihm gleich der Kopf abfallen. Außer Kailan hatte keiner Zeit, über seinen Vorschlag nachzudenken – und auch nicht dafür, ihn zu kritisieren, hey. Er akzeptierte, was die Bärin zu sagen hatte und freute sich, wenn er ehrlich war, dass sie mitdachte und er nicht ganz alleine dastand mit dieser Entscheidung. Aber im nächsten Moment schien das schon nicht mehr wichtig und genau so wie alle anderen war er gebannt von dem, was sich da vor ihren Augen abspielte. In-te-res-sant. Glücklicherweise schienen sie alle so fixiert von dem grausamen Bild zu sein, dass niemandem auffiel, dass Trotzki sich nicht gerade um einen Platz in der ersten Reihe bewarb. Er hatte nämlich sowas wie einen Selbsterhaltungstrieb, konnte Nyphteq noch gerade so ausweichen, als diese einen Schritt nach hinten taumelte und dafür Nunki traf.

Er musste nicht hingucken, um die Geräusche zu deuten. Der Rote bekam ganz genau mit, wie Asuka und Nyala sich heldenhaft um die Viecher kümmerten. Hätte er auch gerne gemacht. Aber er war sich sehr sicher, dass er den Geruch und die Bilder und das schmatzende Geräusch auch so noch lange in seinen Träumen wiedertreffen würde, das reichte ihm. Um nicht wie ein oller Feigling auszusehen, betrachtete er noch ein bisschen die Weggabelung und fragte sich ernsthaft, seine Entscheidung nach diesem Ereignis nochmal zu überdenken. Er schluckte schwer und fühlte sich gerade sehr unwohl in seinem Pelz. Das kam selten vor. Seine Ohren zuckten, als er Raakas Stimme hörte. Erst jetzt, als er etwas sagen wollte, merkte Trotzki, dass er seine Kiefer aufeinander gepresst hatte, sodass seine Zähne knirschten.

“Was der Rabe sagt.“ bestätigte er das Lob des Schwarzen und nickte anerkennend dem Puma und der Wölfin zu. Seine Lefzen zuckten bei Sayblees Bemerkung. “Versprochen.“ Und weil er auch den Vorschlag mochte, sich wieder in Bewegung zu setzen, um endlich von diesem fiesen Ort wegzukommen, fügte er hinzu: “Wie wär's aber, wenn wir erst mal versuchen, es gar nicht so weit kommen zu lassen.“

Es klang, als würde er damit versuchen, die Stimmung wieder anzuheben aber tatsächlich war der Vorschlag ganz ernst gemeint. Er hob seine Nase ein Stück und deutete an der verstümmelten Wölfin vorbei in die ursprüngliche Richtung, die er vorgeschlagen hatte.

“Also. Yaize, Nunki? Ihr kommt mit mir. Ihr anderen lasst uns einen kleinen Vorsprung aber nicht mehr als zehn Wolfslängen, wir dürfen nicht zu übermütig werden, der Weg ist mit Sicherheit gefährlich. Raaka, du behältst den Überblick von oben und bleibst immer in der Nähe.“

Er wäre gerne selbst überzeugter von seinem Plan aber seine Stimme klang selbstsicher und er hoffte, dass wenigstens die anderen ihm seine kleine schauspielerische Einlage abnahmen. Alles A-Okay an vorderster Front. Trotzki ging mal besser mit gutem Beispiel voraus, weil er auch nicht wusste, wie lange er noch den gelassenen Gesichtsausdruck schaffte. Hinein ins Verderben, dachte er. Immerhin würde das letzte, was er sah, zwei Fuchsdamen sein, das machte ihm Mut.
[überlässt den anderen die Maden und findet das alles ganz schön schlimm | nimmt seinen ursprünglichen Plan wieder auf und geht schließlich vor]
Thalia
Ehemalige
Beiträge: 133
Registriert: 4. Dezember 2011, 13:07
Tierart: Wolf
Geschlecht: Weiblich
Alter: 2 Jahre
Herkunft: Grenzwald

Re: Kapitel 5: Ablenkungsmanöver

Beitrag von Thalia »

Thalia benötigte einen Augenblick um sich zu fangen und die Geschehnisse um sich herum sacken zu lassen. Noch während der Gespräche und Überlegungen, welchen Pfad sie denn nun folgen sollten, hatte sich ein ungeheuerliches Schauspiel zugetragen und so ziemlich alle für einen Augenblick aus der Bahn katapultiert. Die Geräusche, die Bilder, der kalte Blick der toten Wölfin und der sich entleerende Bauchraum. Was mussten das für Schmerzen gewesen sein diese… Biester in sich zu wissen, in sich zu spüren und von innen heraus aufgefressen zu werden? Thalias für gewöhnlich nützliche Empathie und ihr Einfühlungsvermögen anderen Tieren gegenüber bescherte ihr nun große Probleme. Bei den Gedanken an diese Parasiten in sich drehte sich der Bunten der komplette Magen um und es fehlte nicht viel, dann hätte sie ihre letzte Mahlzeit der Allgemeinheit präsentiert. Doch sie fasste sich zunächst. Die Ohren waren angelegt, die Rute halb eingeklemmt. Sie hatten einen ersten Vorgeschmack des Areals bekommen, in das sie sich nun hineinbewegen würden.

Ein seitlicher Blick glitt zu Asuka, ein weiterer zu Nya. Beide hatten gut reagiert und diese Madenwesen schnell und unkompliziert ausgeschaltet, dafür ernteten sie den stillen Dank der Bunten. Sehr viel länger hätte sie deren Gequietsche und Geschrei auch nicht ertragen. Ein letzter Blick auf die verdorbenen Innereien des Wolfskadavers und auf den Schleim, der einmal Skawelpen gewesen waren... und dazu Nyalas verschmierter Fang… das genügte, um ihr Inneres dann endgültig zum Kippen zu bringen. Sie schmeckte den bitteren Geschmack schon auf der Zunge, als ihr bewusst wurde, was als nächstes passieren würde. Eilig suchte sich Thalia eine Deckung, hoppste vom Pfad hinein in den Wald, trabte ein paar Schritte und noch ehe sie sich bei den anderen für einen Augenblick entschuldigen konnte, entleerte sie halb verborgen durch Busch- und Strauchwerk ihren Mageninhalt und übergab ihn an den Waldboden. In ihrem Kopf drehte sich alles.

Es dauerte eine kleine Weile, ehe sie – blasser als gewöhnlich um die Nase – zu den anderen zurückkehrte. Sie hatte sich das Maul an Moos und Gras gereinigt und auch ein paar weniger trockene Halme gefressen, gegen den unangenehmen Belag und Geschmack auf ihrer Zunge hatte es jedoch nicht geholfen.

"Entschuldigt bitte..."

Schon bevor sie auf den Wolfskadaver gestoßen waren, war es bedrückend ruhig im Wald gewesen. Jetzt aber, nachdem die Larven ihre schrecklichen Schreie ausgestoßen hatten, wirkte es zwischen den Bäumen noch mal um einiges Stiller und unheimlicher. Wenn sie sich nicht leise bewegten, würden sie auf weite Strecke zu hören sein. Dementsprechend war ihre Stimme gedämpft, als sie sprach.

"Sayblee hat Recht. Wenn die Ska bis eben nicht wussten, dass wir auf dem Weg sind… jetzt wissen sie es ganz bestimmt. Fluss und Wasser fänd ich ehrlich gesagt gerade nicht so schlecht, aber ich denke etwas Deckung ist vielleicht erst mal Überlebenswichtiger."

Und so reihte sie sich widerstandslos in die hintere Reisegruppe ein und wartete darauf, dass die Füchse und der Rabe die Spitze der Gruppe übernahmen. Dabei vermied sie jeden weiteren Blick auf die tote Fähe, deren Mageninhalt und den Larvenschleim. Demonstrativ sah sie in andere Richtungen, zu Flyght an ihrer Seite, Trotzki weiter vorne, Nyphteq... und wünschte sich innerlich, sie könnte das eben erlebte sofort wieder aus ihrem Gedächtnis streichen.


[ neben Flyght | eilt in den Wald und entleert in Anbetracht der Geschehnisse dort erst einmal ihren Mageninhalt, kehrt anschließend zurück und reiht sich in die Nachhut ein ]
Benutzeravatar
Nyala
Aktuelles Leittier
Beiträge: 271
Registriert: 6. November 2014, 16:19
Tierart: Wolf
Geschlecht: Weiblich
Alter: 5 Jahre
Herkunft: Dunkelholz

Re: Kapitel 5: Ablenkungsmanöver

Beitrag von Nyala »

Das Geschrei, dieser schrille Ton, der ihnen beinahe die Trommelfelle zerstört hätte, war unerträglich gewesen und nur deswegen hatte die Weiße gehandelt, hatte es Asuka gleichgetan und diese Maden angegriffen. Um sie zum Schweigen zu bringen!
Der Gestank hätte sie ansonsten davon abgehalten, aber nun war es zu spät, der Schleim lag ihr noch immer unangenehm auf der Zunge und wollte nicht verschwinden. Auch ihr über den Boden robben half nicht, der Geschmack blieb, der Gestank ebenso. Wobei,... der lief nach, obwohl die Überreste der Maden noch an ihrer Schnauze klebten und der aufgeplatze Kadaver nicht weit war, ließ der Verwesungsgeruch nach. Dafür begann ihr Maul zu kribbeln.
Entsetzt sprang sie auf, wippte mit den Ohren hin und her, fuhr sich mit der Pfote über die Lefzen und versuchte die Armee aus Ameisen fort zu bekommen, die über ihre Zunge marschierten.

Nur am Rande bekam sie die dankenden, ja fast schon begeisterten Worte des Raben mit oder die der Pumakatze, ja sogar die Bewegung Thalias bekam sie nur halb mit, wenngleich das mit dem Übergeben vielleicht gar keine so schlechte Idee war. Aber Nya war nicht schlecht, es war ekelhaft, keine Frage, aber das komische Gefühl ihres Fanges, war gerade viel wichtiger und lenkte vom Ekel ab.

“Ätzende Biefter“,

fluchte sie und bemerkte zu allem Übel, was genau da nicht stimmte. Ihre Zunge wollte nicht so wie sie, hing schlaff seitlich aus ihrem Maul heraus. Na ganz wunderbar, eine taube Zunge!
Jetzt wusste sie auch wieder, woher sie dieses Gefühl kannte, es war Jahre her, aber sie hatte als Welpin einmal in eine Brennnessel gebissen, dass war ihr eine Lehre gewesen.
Warum passierte eigentlich immer ihr so etwas, seitdem sie dieser Truppe begegnet war??!

“Nir feif egal, ob die Viefer unf bemerkt haben“,

sie knurrte, weil sie furchtbar klang, aber es ging nicht anders, diese dumme Zunge! Wenigstens schmeckte sie jetzt auch nichts mehr... ein schwacher Trost, ein verdammt schwacher Trost, denn Schleim klebte ihr immer noch im Pelz an ihrer Schnauze.

“Iff muff ef lof werden!“

Nya beschränkte sich auf weniger Worte, weil man sie ohnehin nicht verstehen würde, aber sie musste das Zeug loswerden, ihr Maul in den Fluss halten, damit dieser Schleim fortgespült wurde und ihr nicht länger die Sinne betäubte. Ob es Asuka ähnlich ging, kurz huschten ihre Augen zu dem Kater. Er hatte nicht seine Zähne eingesetzt, sondern die Pfote, der Blick wanderte an eben jener hinab.

“Kommft du mfit?“

fragte sie ihn und blieb an der Weggabelung stehen, sich zwar bewusst, dass sie sich gegen Trotzki stellte, aber das lag viel mehr an ihrer schleimigen Nase, nicht etwa weil sie die Entscheidung des Fuchses für gänzlich schlecht befand.
[bemerkt die Misere, die ihr die Maden eingebrockt haben / will zum Wasser / ihr egal, was der Rest macht / fragt Asuka ob er mitkommt / bleibt an der Weggabelung noch mal stehen / spricht sehr schlecht!]
Nunki
Ehemalige
Beiträge: 38
Registriert: 18. April 2016, 21:50
Tierart: Fuchs
Geschlecht: Weiblich
Alter: 1 Jahr
Herkunft: Südöstliche Sommerwiesen

Re: Kapitel 5: Ablenkungsmanöver

Beitrag von Nunki »

Ihre Familie fand sie nicht, egal wie lange sie versuchte die Realität auszusperren. Nunki konnte zwar ihre Augen schließen, ihre Ohren notdürftig mit ihren Pfoten platt drücken, doch ein so grausiges Geräusch war nicht zu ignorieren. Es hörte wohl irgendwann auf, vermutete Nunki, denn der Druck ließ auf ihre Ohren nach. Zuerst ein wenig, dann gänzlich. Die darauf folgende Stille war aber noch schlimmer und konnte auch durch das ausbrechende Stimmengewirr der anderen vertrieben werden. Und irgendwo in dem verstörten Kopf der Füchsin summte dieser Schrei des Todes nach wie vor sein Lied, paralysierte sie in ihrem schmächtigen Körper.
Es war fast schon ein Wunder, dass die Berührung überhaupt zu ihr hindurchdrang – oder war das der magische Schalter, um ihren Erstarrungszauber zu brechen, den ein fieser Kobold im Dickicht geflüstert haben musste? Nunkis Pfoten rutschten von ihren Ohren, sie schnippte sie zögerlich, dann blinzelte sie sich zurück in die Welt. Für einen kurzen Moment dachte sie Brisma stünde vor ihr mit ihrem immer währenden ernsten Gesichtsausdruck, der Nunki für jede Dummheit aufs Neue strafte. Dann fiel ihr auf, dass das völliger Blödsinn war. Brisma sah gänzlich anders aus und vor ihr stand Yaize. Nunki erinnerte sich, dass sie nun Teil des Widerstandes war, nicht Teil ihrer Familie.
Sie schüttelte sich, um das Zittern aus ihren Muskeln zu verjagen, begegnete Yaize’s Blick abermals, als diese Fragen über Fragen stellte. Waren es nur zwei, oder regneten sie auf Nunki wie ein nicht endender Wasserfall? Die junge Füchsin versuchte, sich zu konzentrieren, doch die Fragen lösten nur neue Verwirrung aus, trieben sie nur wieder zurück an dunkle Orte, die man nie zweimal besuchen sollte.

“Soetwas sollte nicht zweimal passieren, Yaize. Einmal ja, ein Zufall, ein dummer dummer Unfall. Aber man kann nicht zweimal vor dem Grauen davonlaufen.“

Ihr Wispern war eindringlich und ergab womöglich gar keinen Sinn. Aber es klang so logisch in ihren Ohren und es entsprach der Warnung, die wie Wellen über ihren Körper lief.

“Zuerst ein Fuchs, dann ein Wolf. Und als nächstes ein Bär? Ein Fisch? Was kommt als nächstes? Die drei war noch nicht dabei. Es ist grausam.“

Sie winselte den letzten Satz förmlich und schüttelte den Kopf, um ihrer neuen Freundin zu verdeutlichen, dass sie nicht mehr darüber grübeln wollte, reden wollte. Dass sie keinen weiteren Anblick des Kadavers ertrug und sich demonstrativ mit dem Rücken zu dem Geschehen positioniert hatte. Es war vorbei, ihr Kopf wollte von diesem Gefängnis befreit werden und obwohl sie immer noch bis in ihr tiefstes Innere erschüttert war, horchte sie auf, als Trotzki ihren Namen erwähnte. Es war, als würde er sie in Erleichterung baden und nicht nur sie schien sich von diesem Ort fortzuwünschen, wie Sayblee und der Rabe bereits verdeutlicht hatten.

“Wenn man immer nach vorne blickt und nie zurück, können die Monster einen nicht erreichen.“

Mit diesem – in ihren Augen weisen – Rat an Yaize und an jeden, der ihn hören wollte, stand Nunki auf und gesellte sich zu dem Anführer dieser Mission. Sie brachte ihm keine weiteren Worte entgegen, als sie sich neben ihn stellte. Ihre gespannte Körperhaltung ein ausreichendes Zeichen dafür, dass sie einfach nur fort wollte.
Der Einwand der weißen, mutigen Wölfin, die das Kreischen gestoppt hatte, ließ Nunki unruhig auf der Stelle trappeln und sie sah Trotzki ungeduldig an.

“Müssen wir auf sie warten?“

Sie wollte niemanden absichtlich zurücklassen, doch jede einzelne Zelle in ihrem Körper wollte einfach nur weg. Egal in welche Gefahren sie sich mit dieser Truppe aufs neue stürzen würde, alles schien ihr besser als hier zu verharren.

[reagiert auf & antwortet Yaize | redet wirres Zeug | ist aufbruchsbereit & möchte nicht auf Nyala warten müssen]
Benutzeravatar
Nyphteq
Widerstandskämpferin
Beiträge: 460
Registriert: 6. November 2014, 12:16
Tierart: Puma
Geschlecht: Weiblich
Alter: 4 Jahre
Herkunft: Abendrot-Gebirge

Re: Kapitel 5: Ablenkungsmanöver

Beitrag von Nyphteq »

Der heldenhafte Einsatz von Asuka und Nyala, die Gespräche über ein mögliches Weitergehen erreichen Nyphteq nur wie eine entferne Erinnerung, die nicht ihre eigene war. Das mörderische Kreischen war verebbt, doch hallte es noch immer irgendwo in ihrem Inneren nach, genauso wie der alle Sinne vernebelnde Gestank, der sich nicht so einfach durch einen gezielten Prankenhieb ausschalten ließ. Und genauso wie das Echo der Stimmen in ihrem Kopf verspürte auch Nyphteq den Drang zu schreien.

Während langsam die Wahrnehmung ihres eigenen Körpers zurück in ihre Gliedmaßen strömte, bemerkte die Berglöwin, dass der weiche Untergrund zu ihren Hinterläufen keineswegs dem Waldboden gehörte. Schwerfällig erhob sie sich und gab der jungen Fähe ihren Platz zum Atmen zurück, die von den Ereignissen nicht weniger entsetzt zu sein schien. Eine Entschuldigung wäre der Katze wohl noch über die Lefzen gegangen, wäre sie nicht viel zu sehr damit beschäftigt, die eigenen Gedanken zu ordnen. Zu schwer lag noch der Schock in ihrer Kehle und wurde nur langsam von einem Gefühl trauriger Beklommenheit abgelöst. Die Stimmen der anderen ergaben in ihrem Kopf nur einen unförmigen Brei aus dumpfen Geräuschen, die unter dem Klingeln in ihrem Ohren beinahe untergingen. All das machte es ihr unmöglich, auch nur einen klaren Gedanken zu fassen. Sie brauchte Ruhe, Dunkelheit, Frieden. Sowie ihre Muskeln wieder ihren Dienst antraten, schlurfte die Katze einige Schritte entgegen ihrer Wanderrichtung und abseits des Weges, den sie gekommen waren, bis sie auch die letzten ihrer Gefährten knapp hinter sich gelassen hatte. Den anderen den Rücken zukehrend, setzte sie sich auf die Hinterläufe und presste entschieden Fang und Augenlider zusammen.

Das Klingeln hatte endlich nachgelassen und auch das Gemurmel der andern war am Rande der Gruppe erträglicher. Nyphteq lauschte ihrem eigenen unruhigen Atem und versuchte, die Bilder, die sie gesehen hatte, nicht Revue passieren zu lassen. Während sie dagegen ankämpfte, war ihr jeder andere Gedanke recht. Auch der, dass sie eigentlich diejenige hätte sein müssen, die den heldenhaften Sprung wagte. Denn irgendwo war schließlich genau das der Grund, weswegen sie hier war. Zwar nicht, um den Helden zu spielen, aber doch um jede Lebensform von Ska, die sich ihr in den Weg stellte, auszulöschen. Und trotzdem hatte sie in genau diesem Augenblick, in dem es auf alles ankam, nicht einmal mit der Wimper zucken können. Und es war nicht so, als seien ihr Asuka und Nyala lediglich zuvor gekommen. Eine dahergelaufene Maus hätte in jenem Augenblick mehr ausrichten können, als sie. Eine bestürzende Erkenntnis. Nyphteq schämte sich über sich selbst und spürte bittere Enttäuschung. Sie hatte gewiss mehr von sich erwartet. Dabei wehrte sie sich vehement gegen die Einsicht, dass der Grund für ihr Zögern ein ganz anderer wahr, als der Anblick der triefenden Maden. Der Zwiespalt in ihrem Kopf war kaum auszuhalten und ihre Muskeln brannten vor unerfülltem Tatendrang. So sehr, dass sie vor Wut gerne gegen einen Baum gesprungen wäre. Doch dieser armselige Akt der Selbstgeißelung hätte kaum etwas an ihrer Situation geändert. Schlimmer noch, er hätte nur noch weitere unnötige Aufmerksamkeit auf die Gruppe gezogen. Und davon hatten sie höchstwahrscheinlich bereits mehr als genug. So verblieb die Katze damit, die Gefühle innerlich auszuhalten und darauf zu warten, dass die anderen weitergingen.
[lässt sich etwas abseits der Gruppe nieder | verdaut den Schock und denkt nach]
Benutzeravatar
Kailan
Aktuelles Leittier
Beiträge: 447
Registriert: 30. März 2011, 20:54
Tierart: Bär
Geschlecht: Weiblich
Alter: 8 Jahre
Herkunft: Blitzberge

Re: Kapitel 5: Ablenkungsmanöver

Beitrag von Kailan »

Kailan knurrte innerlich, sie versuchte die Geräusche der Maden zu verdrängen, während sie dies versuchte, musste sie auch noch einen starken Würgereiz unterdrücken. Immer mehr verspürte sie, wie sich Flucht und Kampf in ihr gegenseitig bekämpfte. Es war unfassbar, dieses Schauspiel und dann endete es fast so plötzlich, wie es begonnen hatte. Die Bärin war sehr erfreut darüber. Kailan hatte nichts dafür getan, weil sie so schnell gar nicht reagieren konnte. Ihre empfindlichen Ohren waren zu sehr angegriffen gewesen und nun stand sie immer noch an Ort und Stelle. Auf Sayblees Worte hin, drehte die Bärin ihren Kopf zu ihr und nickte, in ihren Augen lag ein Blick, den die Pumadame bestimmt deuten konnte. Geht bei mir bitte nicht anders vor... wollte die Bärin damit andeuten und wartete dann ab.

Trotzki hatte schließlich beschlossen, trotz dieses Ereignisses nicht den Weg über den Fluß einzuschlagen, was Kailan zu einem Grummeln veranlasste. Es war so leise, dass eigentlich nur sie es hören konnte, gerade wollte sie sich missmutig in Bewegung setzt, als Nyala ihre Aufmerksamkeit erregte, die Wölfin war noch nicht so lange bei ihnen und hatte sich nun schon so tapfer um diese Viecher gekümmert. Dies fand Kailan sehr anerkennend, aber das war nicht der Grund weswegen die Bärin mitten in ihrer Bewegung inne hielt. Nyala lief auf den Fluss zu und trennte sich und begann die Gruppe zu spalten. Schlecht, Schlecht, Schlecht... dachte die Braune und wartete nur wenige Sekunden ab, denn die Gruppe schien sich noch mehr zu spalten und falls die Ska die weiße Fähe bemerken würden, hätte die kleine Füchsin Nunki keine Chance. Kailan hatte die Befürchtung dieses naive und schützenswerte Wesen würde gleich zu der Fähe laufen, um mit ihr diesen Weg einzuschlagen, das konnte sie nicht zulassen. Deswegen schaute sie zu der Fähe und in ihren Augen, lag ein deutliches Verbot und auch eine bitte an Trotzki, schon einmal vorzugehen und hier nicht so lange zu verweilen, Kailan würde schon auf Nyala aufpassen und dann wieder zur Gruppe aufschließen, sie durften keine Zeit verlieren.

Die Bärin grummelte innerlich, aber schließlich fühlte sie sich für alle irgendwie verantwortlich, sie hatte ohne es zu wollen, die Rolle einer Mutter eingenommen und stand dadurch immer wieder in Konflikt mit bestimmten Situationen, ihre Stimme war deutlich, als sie sich an Nunki wandte:

„Nein, ihr werdet nicht warten... Warten wäre töricht, ihr geht vor und Nyala und ich kommen nach, wir finden unseren Weg zu euch... Ihr dürft keine Zeit verlieren...“

Nach diesen Worten, drehte sich die Bärin um, diesmal duldete sie definitiv keine Widerworte, egal von wem. Kailan trottete langsam zum Fluss und gesellte sich zu Nyala, dort blieb sie wachsam stehen und beobachtete die Umgebung, sie würden auf sich allein gestellt sein. Sie dachte jetzt schon darüber nach, was für eine gute Zielscheibe sie bestimmt auf freiem Feld geben würden, eine große Bärin und ein weißer Wolf. Aber Kailan hoffte, dass die anderen, wenigstens diesmal nicht auf die dämlich Idee kamen zu warten. Sie würde Nyala schon mit ihrem Leben beschützen, schließlich gehörte sie ja jetzt zur Familie.

[äußert sich stumm zu Sayblees Worten | äußert sich dann offen zu Nunki | spricht ein klar und deutliches „Verbot“ aus | gesellt sich dann zu Nyala | wird sie beschützen | beobachtet die Umgebung]
Asuka Liam
Ehemaliger
Beiträge: 203
Registriert: 28. November 2014, 19:26
Tierart: Puma
Geschlecht: Männlich
Alter: 6 Jahre
Herkunft: Wettersturzhügel

Re: Kapitel 5: Ablenkungsmanöver

Beitrag von Asuka Liam »

Es dauerte eine Ewigkeit - und gleichzeitig verging die Zeit wie im Flug.
Der Kater hatte die Made erledigt, Nyala war gleichzeitig auf die Zweite gestürmt. Ruhe kehrte ein. Obwohl noch immer die schrillen laute der Maden in seinen Ohren wider hallte. Und dann wurde beschlossen wo es lang weiter gehen sollte. Alles ging an dem Kater irgendwie vorbei.
Ein prickeln und eine Hitze breitete sich in seiner Pfote aus. Es schien von außen nach innen zu wandern und ließ das Nackenhaar des Katers aufrecht stehen.
Nyalas ersten Worte erreichten ihn und damit trafen sich für kurze Zeit ihre Blicke. Ihr schien es ähnlich zu ergehen. Das Los der 'Heldentaten' wie es der Rabe kommentierte war eben nicht nur Ruhm und Lobpreisungen. Es waren einschlafende Pfoten und Zungen. Und zum Glück hatte Nyala gesprochen, denn der Kater vollte aus Reflex an seiner Pfote lecken um den Schleim herunter zu bekommen - nur dann würde er genau so komisch reden und hätte das Kribbeln nur verteilt und weiter ausgebreitet anstatt es los zu werden!
Der Weg durch den Wald war gewählt - dich Nyala entschied sich dagegen. Sie fragte den Kater ob er mitkommen wolle und sofort nickte dieser.
Er ging los und sackte nach dem Auftreten seiner rechten Pfote förmlich zusammen. Kurz geriet er ins schleudern und konnte sich zum Glück ohne Sturz fangen. Seine Pfote existierte nur als einziges Brennen und wabern - ansonsten war alles an kontrollierten gefühl verloren gegangen.

"Reibe dir bloß nicht die Schnauze irgendwo an deinem Körper - du kannst zwar nicht reden, aber ich kann nicht richtig laufen!"

Warnte er Nyala, auch um ihr zu zeigen, dass er mit ihr fühlte.
Als der Bär sich ihnen anschloss und alle anderen zum weiter gehen zitierte, spürte er eine innere Dankbarkeit. Sicherlich hatten die Maden ausgewachsene Scars angelockt - mit ihrem Geschrei und nun mit ihrem Gestank der zerplatzten Madeninnereien. Und diesen Gestank trugen er und Nyala an sich und beide waren nicht zu 100% in der Lage sich zu wehren. Der Bär bot Schutz und Rückendeckung!

"Danke!"

Sprach er leise, als sich die Blicke von ihm und Kaila trafen.
[Geht mit Nyala und Kailan mit]
Benutzeravatar
Spielleitung
Rat des Widerstands
Beiträge: 238
Registriert: 10. Juli 2010, 23:34
Tierart: Göttliches Wesen
Geschlecht: Divers
Alter: 1000 Jahre
Herkunft: Kihromah

Re: Kapitel 5: Ablenkungsmanöver

Beitrag von Spielleitung »

Bild
UPDATE:
Handlungsort / Umgebung:
Gruppe West: Im nordwestlichen Dunstwald; Nach einer Weile an ein Flussbett gelangend / der Fluss ist breit aber nicht tief, gesäumt mit vielen großen Steinen, wie es nahe der Berge üblich ist; der eigentliche Wildpfad führt auf der Gegenüberliegenden Seite des Flusses weiter in Richtung des Gebirges, der Fluss fließt in die Richtung der eingekesselten Tiere; die Bäume stehen bis dicht ans Ufer, dennoch gibt es eine breite Schneise im Blätterdach, die blauen Himmel offenbart und durch die die Mittagssonne fast senkrecht aufs Wasser fällt

Gruppe Ost: Im nordwestlichen Dunstwald; Immer noch dem Wildpfad folgend, der nach einer Weile am Rande einer Lichtung entlangführt / auf dem Pfad weiterhin schattiges Zwielicht und durch das Blätterdach des Waldes vor der Sonne geschützt; unebenes Terrain mit Vegetation zwischen den umliegenden Bäumen, abseits vom Pfad feuchter, lehmiger Waldboden; die Lichtung dicht bewachsen mit trockenen Gräsern, die einem Wolf bis zur Schulter reichen

(Für einen Blick auf die Karte HIER klicken)

Tageszeit / Wetter:
Mittagszeit / klarer, blauer Himmel; Trocken, sehr heiß und drückend (am Fluss etwas weniger), selbst oberhalb der Baumwipfel beinahe windstill

Plot und Umgebung:
Für Sayblee waren die Abzweigung im Wald und das dort erlebte Schauspiel, insbesondere der Anblick der zerfressenen, ungeborenen Wolfswelpen, der Anlass umzukehren. Ein für alle Mal. Die Puma hatte genug gesehen und brachte es nicht fertig sich noch länger mit diesen grausamen Bildern, den ständigen Rückschlägen im Kampf, den Ska und dem Leid, dass sie zufügten, zu beschäftigen. Sie wollte nur noch fort von allem, weit weg an einen Ort, wo all das nicht existierte oder sie zumindest nicht erreichen konnte. Eine sichere Zuflucht finden, wo die Ska sie zu ihren Lebzeiten niemals würden finden können. Ihr Leben so lange es ging in Frieden leben. Doch anders als zuletzt verschwand sie dieses Mal nicht ohne Worte, sondern erklärte den anderen traurig aber entschlossen ihre Gründe und nahm sich Zeit, sich von allen zu verabschieden. Insbesondere mit Kailan, mit der sie sich etwas von den anderen entfernt hatte, sprach sie noch einige Worte, die nur für die Ohren der Bärin bestimmt waren, ehe sie in den Wald abbog und in südwestlicher Richtung davon trabte. Kurz bevor sie außer Sichtweite war blieb sie stehen, blickte sich noch einmal über die Schulter zu den anderen um und verschwand dann in weiten Sprüngen zwischen dem Dickicht des Waldes.

Einigen schien der Abschied der Puma deutlich nahe zu gehen, niemand hielt sie jedoch von ihren Plänen ab oder versuchte, sie zum Bleiben zu überreden. Es war allein ihre Entscheidung. Und so wie sie alle sich für den Widerstand entschieden hatten war doch stets klar gewesen, dass es jedem jederzeit frei stand, seine Meinung zu ändern und sich um zu entscheiden. Letztendlich blieb nicht viel Zeit sich mit dem Abschied von Sayblee zu befassen. Sie hatten eine Mission und die wartete auf sie. Das Leben von Artgenossen und Mitstreitern im Widerstand war bedroht und nur sie standen zur Verfügung um zu helfen. Voneinander verabschiedeten sie sich nicht, als sie sich schließlich an der Weggabelung aufteilten. Die Trennung würde nur vorübergehend sein, so der Plan. Trotzdem wurden einige Blicke gewechselt, die einem stummen „Viel Glück!“ gleichkommen mochten.


Asuka Liam, Kailan und Nyala schlugen den westlichen Pfad in Richtung Fluss ein. Der betäubende Schleim der Maden hatte bei Puma und Wölfin seine Spuren hinterlassen und es bestand die Hoffnung, diese am Wasser vielleicht wieder los zu werden. Den Fluss hörten sie schon eine Weile, ehe sie ihn sehen konnten. Das Plätschern des Wassers durchbrach die Stille des Waldes, die Luft wurde klarer, weniger drückend. Und dann standen sie am Ufer. Das Flussbett selbst war nicht tief, das Wasser reichte an den meisten Stellen nur bis zu den Knöcheln, hier und da bis maximal dicht an den Bauch heran. Auf der von der leichten Strömung gewellten Oberfläche glitzerte die durch das hier offene Blätterdach nahezu senkrecht herab scheinende Mittagssonne. Das Wasser gluckste und spritze hier und da, wenn es gegen die teilweise Bärenkopf großen Steine im Flussbett platschte. Die Luft roch frischer. Der Wildpfad, dem sie gefolgt waren, führte auf der anderen Seite des Flusses weiter in Richtung der Berge. Der Fluss selbst, das wussten sie, floss in Richtung der eingekesselten Tiere und würde sie, wenn sie ihm folgten, nahe an diese heranbringen, ehe sie in den Wald abbiegen müssten. Thalia hatte ihnen genaustens erklärt, wie die Stelle aussah, an der sie sich wieder durch die Bäume schlagen mussten, damit sie später wieder zueinanderfinden würden. Kurz raschelte es auf der anderen Seite des Ufers. Eine Bisamratte hatte im Wasser nach kleinen Fischen gesucht und war beim Auftauchen der größeren Säuger eilig im Unterholz des Waldes verschwunden. Abgesehen davon blieb es ruhig.

Flyght, Nunki, Nyphteq, Raaka, Thalia, Trotzki und Yaize folgten dem östlichen Pfad in direkter Richtung zu den eingekesselten Tieren. Wie von Trotzki geplant übernahmen er, Yaize und Raaka eine Art Vorhut, während der Rest mit etwas Abstand aber immer noch in Sichtweite folgte. Raaka flog dicht unter dem Blätterdach vorweg und spähte den Weg vor ihnen aus. Die beiden Füchse folgten dem Raben dichtauf und ließen ebenfalls den Blick immer wieder umher schweifen. Einmal meinten sie, in der Nähe über sich ein näher kommendes Summen ausgemacht zu haben. Doch das Geräusch, ebenso wie das, was es verursacht hatte, blieb oberhalb der Baumwipfel, somit außerhalb ihrer Reichweite und entfernte sich dann wieder in die Richtung, aus der sie gekommen waren. Sie schienen unentdeckt geblieben zu sein.
Nach einer Weile wurde es etwas heller im Wald. Der Wildpfad führte entlang einer dichtbewachsenen Lichtung, auf der trockene, wolfshohe Gräser dicht an dicht wuchsen. Die Sonne schien auf die Mitte der Lichtung hinab. In der Luft hing erneut der unangenehme Geruch von Verwesung und geronnenem Blut. Etwas schien sich am anderen Rand der Lichtung zu bewegen, war jedoch nicht deutlich zu erkennen. Dann ein knackendes Geräusch, so als wenn ein Knochen oder ein trockener Ast brach. Sofort stob aus dem Gras eine Schar Raben auf, zunächst drei, dann insgesamt fünf. Ihre Schnäbel waren Blutverschmiert, einer hielt noch einen Fleischbrocken darin. Einer der der anderen Raben erblickte die Gruppe am anderen Rand der Lichtung und krächzte laut, als er in den Himmel hinaufstob.

„GEFAHR, GEFAHR!!! KEHRT UM!!!“,

waren seine wenig aussagekräftigen Worte, ehe er mit den anderen über dem Blätterdach verschwand. Es blieb kurz ruhig, aber schließlich war ein rhythmisches Klacken zu vernehmen, so als wenn Beißzangen immer wieder gegeneinander schlugen. Wer schon einmal einem Ska begegnet war konnte diese Geräusche sofort zuordnen. Sie waren auf der Lichtung nicht alleine. Doch noch schienen sie nicht bemerkt worden zu sein.



Unabhängig von den beiden Gruppen eilte eine kleine Gestalt wieselflink durch den Wald, der Fährte der anderen folgend. Als dieses Geschöpf an die Abzweigung gelangte, an der sich die Gruppe aufgeteilt hatte und an der noch immer der geschundene Wolfskadaver mitsamt der zwei zermatschten Larven lag, musste es sich schließlich entscheiden, welchen Weg es einschlagen wollte. Viel Zeit blieb besagter Gestalt dafür nicht. Ein Summen näherte sich aus der Richtung des östlichen Pfades und kam geschwind näher.


Zusammenfassung:
  • Gruppe West: Asuka Liam, Kailan, Nyala - Gelangt nach einer Weile an den Fluss, der in Richtung der eingekesselten Tiere fließt und an dem alles ruhig zu sein scheint.
  • Gruppe Ost: Flyght, Nunki, Nyphteq, Raaka, Thalia, Trotzki, Yaize - Gelangt nach einer Weile an eine Lichtung, auf der sie offensichtlich nicht alleine sind. Ein paar Raben, die aufgeschreckt davonfliegen, warnen sie vor einer drohenden Gefahr.
  • Sayblee ist umgekehrt, jedoch nicht ohne sich vorher von den anderen zu verabschieden. Insbesondere von Kailan.
  • Ein einzelnes Geschöpf folgt der Fährte der Gruppe und ist gezwungen, sich an der Weggabelung für eine von beiden Richtungen zu entscheiden.
Gesperrt

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast