Unerwartete Freunde [vor Kapitel 5] (Hyugoh & Lucien)

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Lucien
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Unerwartete Freunde [vor Kapitel 5] (Hyugoh & Lucien)

Beitrag von Lucien » 1. Juni 2020, 10:37

Er spürte den Wind der an seinen Flügeln zog, spürte wie der Wind versuchte ihn von dem Weg abzubringen den er zu fliegen gedachte. Er schlug mit den Flügeln, spürte die Bewegung von Muskeln und Federn und lies sich in die Briese ziehen. Welchen Sinn hatte es noch sich dem zu verweigern, welchen Grund einem vorher bestimmten Weg zu folgen. Die Gedanken des Adlers waren melancholisch, waren schwer. Er drehte sich in den Wind und lies sich tragen, überlies dem Wind weitest gehend die Entscheidung des Weges. Unter ihm verschmolz das grün von Bäumen und Tälern zu einer einheitlichen Fläche, unterbrochen teils von kleinen Hügeln, in der ferne hohen Bergen und immer wieder dem glitzernden blau der Flüsse und Seen. Die Sonne, wenn auch im untergehen begriffen, erfüllte die Welt in einem hellen Licht.
Wenn Luc ehrlich war, wusste er nicht wie lange er schon flog. Er wusste nicht mehr wie viele Stunden vergangen waren seit er aufgebrochen war, wie oft er bereits Rast eingelegt hatte. Der Gefiederte hatte nur ein einziges Ziel gehabt - er wollte so viele Kilometer hinter sich bringen wie irgend möglich.

Langsam lies er sich absinken, konnte das rauschen der Blätter im Wind hören. Wenn er sich nicht täuschte musste er sich in der Umgebung vom Fichtenhain befinden. Lucien spürte den Wind hier unten nicht mehr so stark wie oben, und doch war es eine ganz andere Form von Kraft die auf ihn einwirkte in der Nähe der Bäume, nicht mehr so roh. Er konnte spüren wie der Wind gegen die Bäume drang und sich von ihnen aufteilen lassen musste. In Spiralen zog es den Adler abwärts, es gab am Rande vom Wald einige Bäume die einladend die Äste vorstreckten, perfekt um darauf zu landen. Er hatte bereits einen der Äste im Blick, auf dem er sich hinsetzen wollte um nachzudenken.
Lucien war selbst überrascht von der Gewalt seiner Gefühle, das war er nicht gewohnt. Hatte nicht erwartet das es ihn so treffen würde. Und doch, es war sein Zuhause gewesen und egal wie selten er dort war, er hatte doch immerhin gewusst wo seine Familie nistete. Aber die Nistplätze waren verlassen von Wind, Regen und Gezeiten bereits angegriffen. Er hatte die leere gespürt, so anders als es hier der Fall war. In diesem Wald hinter ihm der vor Leben zu beben schien. Es waren die Adler gewesen die das Sturmkap zu seinem zuhause gemacht hatten und diese Adler waren nicht mehr da und er wusste auch nicht wohin es sie verschlagen hatte. Doch anstatt überall zu suchen war er los geflogen, hatte das Sturmkap ein weiteres mal hinter sich gelassen und war dem Wind gefolgt - wie er es jeher tat und dabei redete er sich ein, dass es ihm nichts ausmachte. Ob die Hülle, die ihn sonst verbarg, dadurch gebrochen war? Oder hatte sie nur einen Riss den es zu heilen galt?

Mit einem letzten Schlag seiner Flügel landete der Adler, schloss die Krallen um den Ast des Baumes und schaute sich um. Wälder, dunkle Schatten in den Bäumen, die Geräusche von Tieren und das huschen von kleinen Pfoten auf dem weichen Boden des Waldes. Er legte die Flügel an und blieb still sitzen, in sich gekehrt mit seinen Gedanken.

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