Ein friedlicher Morgen, zwei Tage nach Kapitel 5 [Kailan und Vishuni]

Gespräche und Ereignisse zwischen den Kapiteln
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Kailan
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Ein friedlicher Morgen, zwei Tage nach Kapitel 5 [Kailan und Vishuni]

Beitrag von Kailan » 25. September 2019, 12:44

Zwei Tage nach Kapitel 5
Vishuni und Kailan
Am südlichen Ufer des Weißwasser Sees
Früher Mittag, warm, ein paar weiße Wolken am Himmel


Kailan war froh bald einen neuen Auftrag zu erhalten, aber sie war auch erleichtert, dass sich die Gruppe ein paar Tage ausruhen durfte und diesen Tag wollte die Bärin einfach nur für sich nutzen, auf jeden Fall solange sie konnte und man sie lassen würde. Sie war früh am Morgen aufgestanden, gerade als die Sonne noch langsam am Horizont hochkroch um aufzugehen. Sie hatte versucht keinen von ihren Freunden dabei aufzuwecken, nicht nur weil sie heute keine Begleitung wollte, sondern auch, weil sie ihnen diese Ruhe gönnte. Schließlich bekamen sie diese nicht häufig. Langsam schritt sie am Ufer des Weißwasser Sees entlang und beobachtete das sich bewegende Wasser. Ein tiefer Seufzer entwich ihrem Fang, sie vermisste in letzter Zeit sehr häufig ihr früheres Leben vor den Ska, nicht das sie dies nicht schon vorher getan hatte, aber seit einiger Zeit wurde ihr dies erst richtig bewusst. Kailan war aber auch bewusst, dass selbst wenn sie die Ska besiegen würden ihre Vergangenheit trotzdem nicht zurückkommen würde, die Gedanken an ihre verstorbene Familie verdrängte die Bärin nicht umsonst, aber in letzter Zeit kamen sie immer häufiger an die Oberfläche und sie konnte es sich nicht erklären. Da war aber auch noch ein anderes Gefühl in ihr, dass ein ganz komischen anderen Wunsch hatte und zwar den, dass sie die Ska nicht besiegten, sondern einfach nur dezimierten. Es war ein egoistisches Gefühl, denn sie wusste sobald die Ska besiegt sein würden, konnte es sein, dass sich die Gruppe für immer wieder trennen würden und dann würden sie vielleicht einander vergessen. Dann war sie wieder allein. Kailan empfand die Tiere des Widerstands als ihre neue Familie und ganz unbewusst und ungewollt hatte sie die Position einer Mutter eingenommen, sie hatte ständig Sorge um ihre Freunde und wollte jeden von ihnen einfach nur mit aller Kraft beschützen, aber immer wieder verschwand ein Teil der Gruppe und das konnte sie einfach nicht verstehen.
Die Bärin schüttelte den Kopf, was für trübsinnige Gedanken, eigentlich war sie für diese nicht hierhergekommen, außerdem konnte sie sich auch nicht vorstellen Yaize zu verlassen. Ihre kleine Fuchsfreundin, sie war ihr mit Trotzki als einzige von ihren alten Widerstandsfreunden geblieben… Ein erneuter Seufzer und dann lies sich Kailan langsam ins Wasser gleiten und sobald sie im kühlen Nass des Sees war lösten ihre trübsinnigen Gedanken sich in Luft auf. Sie schwamm langsam zum südlichen Ufer. Sie kletterte dort wieder aus dem See und schaute sich um, in der Nähe erblickte sie keine Gefahr, also schüttelte sie sich ihren Pelz aus, um sich von dem Wasser zu befreien. Danach drehte die Bärin sich um und legte sich dann am Ufer nieder, den Kopf legte sie auf ihre Vorderbeine und ihre Augen fixierten abwesend das Wasser.

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Re: Ein friedlicher Morgen, zwei Tage nach Kapitel 5 [Kailan und Vishuni]

Beitrag von Vishuni » 25. September 2019, 13:37

Vishuni hatte die ganze Nacht lang versucht Beute zu machen. Stundenlang hatte sie auf der Lauer gelegen, sich angepirscht, lautlos gewartet bis ihre Glieder geschmerzt hatten. Im frühen Morgengrauen hatte sie sich geschlagen gegeben und war wütend im Schatten eines Baumes eingeschlafen.
Die ersten Sonnenstrahlen kitzelten sie wenige Stunden später wieder wach und mit beispiellos mieser Laune machte sie sich wieder auf den Weg. Das Grummeln ihres Magens kommentierte sie mit einem leisen Knurren, sie fühlte sich beinahe, als wolle er sie verhöhnen, sie für ihren erfolglosen Jagdversuche auslachen. Seit dem Auftauchen der Ska war einfach alles scheiße!

Mit leicht geöffnetem Maul, aus dem hin und wieder unwillkürlich deutlich unzufriedene Laute entwichen, prüfte die Pumadame die Luft. Eine Bärin schien in der Nähe zu sein und Vishuni machte eine beinahe halbkreisförmige Wendung, um die Fremde weitläufig zu umgehen. Doch dann blieb sie stehen und wandte den beigen Kopf zurück in die Richtung, in der die Bärin sich befand.

Was soll's..., murrte sie mehr zu sich selbst und kehrte um, direkt auf den Geruch zu. Frei aus Gewohnheit hätte sie sich sonst von jedem anderen Lebewesen ferngehalten, allen voraus dann, wenn sie so miese Laune hatte wie heute. Doch die Zeiten hatten sich geändert. Scheiß Ska eben...

In der Ferne erblickte sie den Weißwassersee und ihre Augen kamen auf dem Fellberg an dessen Ufer zum liegen. Die Bärin hatte ihr den Rücken zugekehrt und war noch nass vom Wasser. Vishu schüttelte sich unwillkürlich und unterdrückte ein genervtes Seufzen.

Das war's mit dem Frieden..., dachte sie und räusperte sich widerstrebend, um auf sich aufmerksam zu machen. Im Abstand von guten zehn Metern blieb sie stehen und schaffte es sogar, die Bärin mit neutralem Blick anzusehen, während sie am liebsten mit einem lauten Knurren an ihr vorbeistolziert und dann schnell wieder verschwunden wäre.

"Sei gegrüßt.", rang sie sich heraus und sie hörte selbst, wie kalt und hart ihre Stimme klang. Sie setzte sich auf die Hinterhand nieder und legte den Schwanz um die Pfoten, damit sie nicht in Versuchung kam, diese Begegnung vorschnell zu beenden.

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Re: Ein friedlicher Morgen, zwei Tage nach Kapitel 5 [Kailan und Vishuni]

Beitrag von Kailan » 25. September 2019, 14:15

Kailan nahm plötzlich einen fremden Geruch wahr, eine Pumadame… Sie ließ ihren Kopf auf den Vorderbeinen und wartete ab. Zuerst schien es so, als würde sie in Ruhe gelassen werden, doch dann näherte sich das andere Tier ihr doch. Kailan hob leicht schläfrig den Kopf und gähnte, da hörte sie hinter sich ein räuspern. Langsam erhob sich die Bärin um nicht ganz so ausgeliefert dazuliegen, auch wenn sie nicht davon ausging, dass die Andere sie angreifen würde. Wozu auch… Es gab keinen Grund und wäre leichtsinnig gewesen. Das mochte Kailan sehr daran, dass sie so groß war, bis die Ska gekommen waren hatte sie kaum Feinde gehabt... Die Bärin musterte nach diesen Gedanken die Großkatze, welche ihr immer näher kam und sich schließlich vor sie setzte. Sie schien dabei nicht glücklich zu wirken und auch ihre Stimme war nicht gerade freundlich. Diese Katze erinnerte sie kurzzeitig ein wenig an Sayblee ihre alte Freundin, warum konnte Kailan sich zunächst nicht selbst erklären, aber vermutlich lag es daran, dass diese Katze so gar nicht wirkte, wie als ob sie Gesellschaft wirklich suchen würde. Sie beobachtete die Pumadame und fand sie für einen Puma wirklich hübsch, soweit sie das beurteilen konnte. Was sie aber mit ihrer Anwesenheit bezwecken wollte, verstand die Bärin noch nicht, aber vielleicht würde sich dies im Laufe des Gesprächs zeigen. Also antwortete Kailan ihr, wobei ihre Stimme weitaus freundlicher war, als die ihr, aber das interessierte die Bärin herzlich wenig:

„Ich grüße dich auch. Habe ich versehentlich deine Reviergrenze verletzt?“

Sie glaubte zwar nicht, dass dies der Grund für die Unfreundlichkeit der Katze war, weil das wäre ihr aufgefallen, aber sie konnte trotzdem fragen, dies würde zumindest nicht schaden:


„Mein Name ist Kailan…“


stellte sie sich schließlich noch vor und lies dann noch einmal einen prüfenden Blick über die Großkatze wandern, dann wartete sie die Situation gemütlich ab. Eigentlich hatte sie ihre Ruhe haben wollen... Eigentlich...

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Re: Ein friedlicher Morgen, zwei Tage nach Kapitel 5 [Kailan und Vishuni]

Beitrag von Vishuni » 25. September 2019, 16:56

Mit nach vorne gestellten Ohren beobachtete sie die Reaktion der Bärin, die sich schläfrig erhob und Vishuni dann ausgiebig musterte. Unbeeindruckt blickte sie zurück, auch wenn ihr diese ganze Situation nicht behagte. Wenigstens schien die andere nicht feindlich gesinnt, doch das hatte Vishu auch nicht erwartet. Der wahre Feind war mittlerweile ein anderer.

Mit den freundlichen Worten überraschte die Bärin Vishuni tatsächlich ein wenig, denn sie selbst war nicht gerade taktvoll an die Sache herangegangen. Anscheinend hatte sie verlernt, wie man sich anderen gegenüber freundlich verhielt...

"Nein, nein, ich denke das hättest du bemerkt.", sagte sie kühl und musterte die Bärin.

"Mein Name ist Vishuni. Ich hoffe, ich störe dich nicht allzu sehr."

Na also, geht doch. Vishu spielte mit den Ohren und wandte kurz den Blick ab. Die Worte waren schon deutlich freundlicher, doch an ihrer rauen, emotionslosen Stimme konnte sie nicht viel ändern.

"Ich bin auch schnell wieder weg, wenn du mir eine Frage beantwortest. Ich bin auf der Suche nach dem Widerstand, vielleicht hast du schon davon gehört. Sie sollen nicht weit von hier sein, weißt du, wo ich sie finde?"

Je schneller die Worte raus waren, umso besser. Vishu war ohnehin kein Freund davon lange um etwas herumzureden. Ihr Blick glitt kurz sehnsüchtig in die Ferne, bevor sie sich wieder auf Kailan fokussierte.

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Re: Ein friedlicher Morgen, zwei Tage nach Kapitel 5 [Kailan und Vishuni]

Beitrag von Kailan » 25. September 2019, 17:45

Kailan nickte langsam und bestätigte damit die ersten Worte von Vishuni. Diese klang immer noch sehr kühl, aber weniger hart als bei ihren ersten Worten. Die Bärin fragte sich plötzlich warum die Katze zu kalt und mürrisch wirkte, was hatten die Ska ihr wohl alles genommen, dass sie so anders klang wie Kailan. Aber vielleicht empfand die Bärin es auch nur so anders, weil sie es gar nicht mehr anders gewohnt war. Sie hatte sich einfach zu einem sehr friedlichen Gesellschaftstier entwickelt, ohne das sie es wirklich groß beabsichtigt hatte.
Vishuni heißt sie also… Aber stören tut sie mich nicht…
Kailan lauschte geduldig und abwartend den weiteren Worten der Katze und als sie sagte sie würde den Widerstand suchen konnte die Bärin nicht anders als sehr verblüfft das Tier vor ihr anzusehen. Sie hätte der Pumadame nie zugetraut, dass sie sich für den Widerstand interessieren würden. Sie wirkte doch eher abweisend. Die Braune überlegte, ob sie sofort mit der Wahrheit rausrücken sollte oder nicht.
Was ist wenn sie doch eine Gefahr ist und ich in der Zeit beim Widerstand einfach zu weich geworden bin. Sie könnte Jagd auf die kleineren Tiere machen…
Die Sorge um insbesondere Yaize und Trotzki überwog schließlich und Kailan entschied sich dafür erst einmal mehr über die Fremde erfahren zu wollen, bevor sie ihr die Wahrheit erzählt. Es gab da zwar den Rat, aber wenn sie vorsorglich Vishuni überprüfte konnte dies auch nicht schaden. Die Bärin tat so als ob die Sprechpause dazugehörte und schaute nachdenklich über den See, dann wandte sie wieder ihren Blick zu Vishuni und antwortete nachdenklich:

„Widerstand…. Ich habe schon mal davon gehört…“

Innerlich musste sie sich dazu zwingen nicht ihre Schnauze zu verziehen, sodass es wie ein Lächeln aussehen würde, denn das würde sie garantiert verraten, also tat sie so als ob sie nachdenken würde. Eigentlich hasste sie Lügen, aber es war ja eigentlich keine richtige Lüge, sie verbog halt nur die Wahrheit. Schließlich sprach sie weiter und stellte eine sehr nahliegende Frage:

„Möchtest du etwa die Ska bekämpfen? Glaubst du das es Sinn macht?“

Ihre Stimme war immer noch freundlich und hatte einen warmen Unterton, wenn man genau hinhörte.

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Re: Ein friedlicher Morgen, zwei Tage nach Kapitel 5 [Kailan und Vishuni]

Beitrag von Vishuni » 26. September 2019, 13:18

Vishuni beobachtete ihr Gegenüber genau und registrierte natürlich die Überraschung im Gesicht der Bärin, als sie den Widerstand erwähnte. Gut, sie wusste also etwas darüber.
Die nachdenkliche Pause störte sie weniger, als Kailans nächste Worte. Denn die vage Antwort passte nicht so recht zu ihrer vorherigen Reaktion. Etwas stimmte hier nicht, irgendetwas wurde ihr vorenthalten. Misstrauen machte sich in Vishuni breit, doch sie wartete erst einmal ab.

Mit der Gegenfrage hatte sie nicht gerechnet, gedanklich knurrte sie Kailan bereits ungehalten an und ohne die vorherige Gewissheit, dass diese Bärin mehr zu wissen schien, als sie zugab hätte sie nun auf dem Absatz kehrt gemacht, um die Zeitverschwendung wenigstens so kurz wie möglich zu halten. Warum die dumme Frage?

Warum sonst sollte ich wohl den Widerstand suchen? Weil ich jemanden zum Kuscheln brauche? Äußerlich blickten ihre Augen undurchsichtig, sie schaffte es sogar, die Bärin nicht anzustarren. Doch innerlich kochte sie.

Ich hasse solche Spielchen…, dachte Vishuni und ihre Schwanzspitze zuckte leicht. Sie widerstand dem inneren Drang, ihre nächsten Worte zu fauchen und machte einen tiefen Atemzug. Etwas sagte ihr, dass es sie dieses Mal nicht weiterbringen würde, wenn sie unfreundlich wurde. Also noch unfreundlicher.

“Das hatte ich gehofft von den Mitgliedern des Widerstandes zu erfahren.“, sagte sie ernst und ließ den Blick kurz schweifen.
“Ich habe es alleine versucht, aber das macht auf diese Viecher eher weniger Eindruck, versteht sich.“ Den letzten Teil knurrte sie sogar ein wenig, wenn sie daran dachte, wie einige der Begegnungen mit den Ska beinahe ein sehr, sehr böses Ende genommen hatten…

Sie musterte die Bärin erneut und legte leicht den Kopf schief.
Ob sie selbst auch mit dem Gedanken spielt, den Widerstand zu suchen? Das würde ihre Überraschung erklären und vielleicht auch, warum sie diese Frage stellt. Vielleicht wollte sie eine zweite Meinung hören, grübelte Vishuni und vergaß beinahe, dass sie ja eigentlich wütend war.
Denn irgendetwas wurde ihr hier definitiv vorenthalten.

"Es muss einen Grund haben, warum ihr Ruf mittlerweile so weit verbreitet ist. Irgendetwas machen sie richtig.", stellte sie nüchtern fest.

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Re: Ein friedlicher Morgen, zwei Tage nach Kapitel 5 [Kailan und Vishuni]

Beitrag von Kailan » 26. September 2019, 15:37

Kailan bemerkte, dass ihr Überraschung scheinbar doch sichtbarer gewesen war, als sie eigentlich gewollt hatte, aber sie konnte dies nun auch nicht mehr ändern und den Worten der Großkatze nach zu urteilen war sie scheinbar wenigstens noch nicht aufgeflogen. Interessant war das Erste, was die Bärin dachte.

Kailan konnte bei den letzten Worten von Vishuni nicht anders, dafür fand sie diese einfach zu amüsant. Sie antwortete mit einem breiten Lächeln und einem funkeln in den Augen:

"Ach, ist dem so?!"

Sie musterte Vishuni noch einmal und deklarierte sie als ungefährlich, wenn mal von ihrer unfreundlichen Art absah. Da fiel ihr plötzlich wieder die Ähnlichkeit zu Sayblee auf. Diese war auch anfangs genauso gewesen und je mehr sie an ihre ehemalige beste Freundin dachte, welche sie alle verlassen hatte, desto mehr versetzte es ihr einen Stich im Herzen. Ihr Blick wurde plötzlich getrübt von Traurigkeit, kurz schaute sie auf den Boden vor sich. Sayblee.... lange hatte sie nicht mehr so sehr an die Pumadame gedacht. Sie war gegangen und tief in ihrem Inneren wollte Kailan sie gerne suchen gehen, aber sie wusste das dies erst möglich sein würde, wenn friedlichere Zeiten waren.

Kailans Gesichtsausdruck wurde nun wieder fröhlicher und freundlicher während sie mit jeder Sekunde mehr die traurigen Erinnerungen an Sayblee verdrängte. Die Bärin hatte sich entschieden, dass ihrer Meinung nach keine Gefahr von Vishuni ausgehen würde, also konnte sie sich auch zu erkennen geben. Deswegen meinte sie nun mit einem entschuldigenden Unterton:

"Entschuldige es ist sonst nicht so meine Art, aber ich wollte sicher gehen, dass von dir keine Gefahr ausgeht. Außerdem wollte ich feststellen was dein Ziel ist. Ich bin schon länger Teil des Widerstandes..."

Innerlich hoffte Kailan aber auch, dass Vishuni nicht so schnell verschwinden würde wie andere Tiere.

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Re: Ein friedlicher Morgen, zwei Tage nach Kapitel 5 [Kailan und Vishuni]

Beitrag von Vishuni » 26. September 2019, 16:21

Ach, ist dem so? Das war alles? Und sie lachte auch noch? Vishunis grüne Augen verengten sich drohend und ihr Schwanz peitschte über den Boden. Sie öffnete das Maul zu einer scharfen Erwiderung, doch dann änderte sich die Haltung der Bärin. Sie wirkte ein wenig in sich zusammengesunken und Vishu bemerkte die Trauer in ihren Augen.
Sie gab die feindselige Haltung auf und zog die Krallen wieder ein, die sie unbewusst in die weiche Erde gegraben hatte. Unsicher spielte sie mit den Ohren und machte einen langsamen Schritt auf sie zu, rang nach Worten und wünschte sich gleichzeitig so weit wie möglich von hier weg. Hatte sie etwas falsches gesagt? Was tat man in einer solchen Situation? Doch schon schien sich Kailans Stimmung wieder zu heben, was eine Welle der Erleichterung in Vishu auslöste und nun endlich klärte Kailan auf, warum Vishuni tatsächlich das Gefühl gehabt hatte, dass ihr etwas verschwiegen wurde.

Nun war es an ihr, überrascht zu schauen.
“Ach, du gehörst zum Widerstand? Netter Trick.“, sagte sie trocken, auch wenn sie es Kailan nicht wirklich übel nahm, dass sie sie ein wenig hingehalten hatte. Ihre Absicht war schließlich eine Gute gewesen und Vishuni selbst war auch niemand, der anderen vorschnell vertraute.

“Jetzt verstehe ich auch den Witz an der Sache… Ich habe euch gerne gelobt.“, murrte sie, auch wenn wohl klar sein sollte, dass sie nicht wirklich wütend war. Sie fühlte sich nur ein wenig… besiegt? Diese Bärin hatte sie im Dunklen tappen lassen und das konnte Vishuni nicht leiden. Doch die Erleichterung darüber, wohl endlich am Ziel zu sein überwog.

“Also jetzt, da du mich als würdig anerkannt hast… Wirst du mir mehr über euch erzählen? Glaubst du ihr werdet auf lange Sicht erfolgreich sein können?“ Sie setzte sich wieder, die Ohren gerade nach vorne gestellt. Kailan hatte nun wieder Vishunis volle Aufmerksamkeit. Wäre sie einfühlsamer hätte sie die Bärin vielleicht gefragt, was sie beschäftigte, doch die impulsive Pumadame hatte diesen kurzen Moment schon beinahe vergessen, viel wichtiger war nun der Widerstand.

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Re: Ein friedlicher Morgen, zwei Tage nach Kapitel 5 [Kailan und Vishuni]

Beitrag von Kailan » 27. September 2019, 14:22

Kailan schmunzelte immer noch als sie die nächsten Worte von Vishuni wahrnahm, diese war ihr trotz ihrer ruppigen Art irgendwie sympathisch. Die Bärin fühlte sich wirklich geschmeichelt durch die lobenden Worte der Pumadame, vorher hatte sie nie ernsthaft darüber nachgedacht, ob der Widerstand auch etwas bewegte und die Ska durch ihn wirklich dezimiert wurden, aber anscheinend taten sie das trotzdem und das war gut so. Es ist doch alles nicht umsonst… kam ihr der Gedanke, nicht das sie ungerne beim Widerstand war, aber das es Sinn machte, dass hatte sie sich unterbewusst anscheinend doch gewünscht und damit hatte die Bärin irgendwie nicht gerechnet.

Die Bärin wurde von den nächsten Worten Vishunis aus den Gedanken gerissen und dachte kurz über ihre Antwort nach, sie wollte nicht Lügen, aber sie wusste auch gerade nicht was sie zu der zweiten Fragen sollte, schließlich entschied sie sich für die ganze Wahrheit. Die Pumadame sollte schon wissen, worauf sie sich der Meinung der Bärin nach einlassen würde und wie schwierig es gelegentlich war. Aber vermutlich war es auch alleine nicht einfach, denn die Ska waren schließlich überall, auf jeden Fall hatte man den Eindruck.

Die Bärin schaute kurz über den Weißwasser See und blickte dann wieder Vishuni freundlich in die Augen:

„Ich kann dir gerne mehr über uns erzählen, aber was genau möchtest du denn wissen?“

Sie legte eine kurze Sprechpause ein und beantwortete dann die zweite Frage, wobei ihre Stimme einen ernsten Unterton angenommen hatte:

„Ob wir auf lange Sicht erfolgreich sein werden… Das kann ich dir nicht sicher beantworten, wenn ich ehrlich bin. Ich hoffe und wünsche es mir, aber ich weiß es nicht, dass wird die Zeit zeigen.“

Die Bärin lenkte ihren Blick wieder auf den See und sie starrte auf die Wasseroberfläche, wie als ob sie dort etwas sehen würde und mit jeder Sekunde wurden ihre Worte ernster und sie klangen auch schwerer:

Wir haben auch immer mal wieder mit Rückschlägen zu kämpfen und der Kampf gegen die Ska ist nie wirklich leicht…“

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Re: Ein friedlicher Morgen, zwei Tage nach Kapitel 5 [Kailan und Vishuni]

Beitrag von Vishuni » 27. September 2019, 16:28

Die Bärin vor ihr sah – abgesehen natürlich von der bärenhaften Größe – eigentlich kaum wie eine Kriegerin aus. Die Augen waren viel zu freundlich, insgesamt wirkte sie eher sanft und gemütlich. Doch Vishuni würde sich gerne eines Besseren belehren lassen. Vielleicht war es vorschnell, doch bei dem Gedanken daran, mit Kailan und ihrer Truppe den Ska eins auswischen zu können, schlug ihr Kämpferherz ein wenig schneller.

Sie lauschte Kailans Worten und wusste es wirklich zu schätzen, dass die Bärin nichts beschönigte. Schließlich konnte sie die Wahrheit auch gut und gerne verdrehen, damit der Widerstand für Anwerber wie Vishuni einladender und attraktiver wurde. Denn sicher waren sie auf jeden Unterstützer angewiesen und Vishu musste es ihr hoch anrechnen, dass die Bärin in diesem Anliegen ehrlich blieb.

“Es gibt sicher vieles, was ich über euch nicht weiß. Ihr bekommt also eure Aufträge von… oben, sie sagen euch, wo die Ska sich befinden und dann führt ihr Angriffe aus?“ Es klang vielleicht ein wenig skeptisch, doch für Vishu war es schwer vorstellbar, dass Tiere so unterschiedlicher Arten so eng zusammenarbeiteten und sich derart koordinierten. Das überforderte und beeindruckte die eigenbrötlerische Pumadame gleichermaßen.

Bevor sie auf die weiteren Worte der Bärin reagierte, folgte sie deren Blick über den See und seufzte leise. Ihr war der veränderte Ton in ihrer Stimme dieses Mal nicht entgangen und sie fragte sich, wie eng der Kontakt zwischen Kailan und den anderen Mitgliedern des Widerstandes wohl war. Es schien, als hätte sie bereits viel verloren, doch Vishu konnte das nicht abschrecken. Nichts von dem, was Kailan sagte. Sie hatte sich längst entschieden.

“Eure Verluste tun mir leid.“, sagte sie ernst und blinzelte ein paar Mal, hoffte, dass sie damit überhaupt auf der richtigen Fährte war. Und gleichzeitig beließ sie es dabei. Sie war nicht die richtige, um die Bärin zu trösten und keines ihrer Worte könnte den Verlust wettmachen.

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