Im Zweifel für den Angeklagten (Farlan, Nyphteq & Lucien)

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Farlan
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Im Zweifel für den Angeklagten (Farlan, Nyphteq & Lucien)

Beitrag von Farlan » 7. März 2019, 09:54

[Definitiv vor Kapitel 5
kühles Wetter, leicht feucht
etwa anderthalb Tagesmärsche von der kleinen Prärie weg]


Lange schon brannte dem Rüden die Sonne auf dem Rücken und irgendwie schien ihm die Luft auszugehen. Der Haken: Es gab weder mangelnde Luft noch zu viel an Sonne. Aber auch der heißgehasste Regen war nirgends aufzufinden. Im Gegenteil: Das Wetter war, wenn man so wollte, erschreckend normal.

Aber Farlan hielt sich auf seinem Streifzug nicht lange mit dem auf, was nicht war. Er hatte eine Spur in der Nase, auch wenn ihm sein durchaus vorhandenes Vermögen nicht sagen mochte, ob es sich um eine positive oder eine negative Spur handelte. Sein Gespür hatte ihn aber in letzter Zeit schon öfter getrogen, so dass es ihn nicht gewundert hätte, wenn dies auch hier der Fall gewesen wäre.

Die Witterung in der Nase wurde mit einem Male intensiver und Farlan hielt den dicken Riechkolben in den Wind. Futter! Anders ließ sich das, was er alsbald erspähte, kaum nennen. Kleine Hoppler, unschuldig per Geburt, ließen sich auch von der sicher gar nicht so undeutlichen Witterung des Rüden nicht aus dem Konzept bringen. Aber der Wind stand günstig für den Rüden, dessen geschultes Auge nach einem möglichen Schwachpunkt in der kleinen Armada von Hopplern – es waren vier – suchte. Da! Das weiße Ding dort vorn hinkte ähnlich, wie es auch der Rüde manches Mal tat!

Die Anspannung nahm zu und jener, den man je nach Vorliebe nun Farlan oder auch Grummel zu nennen pflegte, spannte sich an und duckte den alles andere als sehnigen Körper zu Boden und schnellte schließlich los….

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Nyphteq
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Re: Im Zweifel für den Angeklagten (Farlan, Nyphteq & Lucien

Beitrag von Nyphteq » 26. März 2019, 15:06

Eine gute Weile schon war die Raubkatze damit beschäftigt gewesen, sich mit lautlosen Schritten an ihr sprunghaftes Mittagessen anzuschleichen. Reglos verharrte sie im hohen Gras, nicht selten mit einer Pfote in der Luft schwebend, während ihr auserwählter Mümmler und seine Artgenossen eine Pause einlegten, um am nächsten Löwenzahn zu knabbern – nur um, kaum dass etwas Bewegung in die Gruppe kam, den Abstand zwischen sich und ihrer Mahlzeit mit fließenden Schritten zu verringern. Inzwischen lagen nur noch wenige Sätze zwischen ihr und dem Kaninchen, das sorglos auf seinem Grünzeug kaute. Mit dem Wind in der Nase und ihrem Ziel scharf ins Auge gefasst, wartete Nyphteq nur noch auf den geeigneten Moment, in dem ihr das Tier sein plüschiges Hinterteil zuwandte. Doch das Glück wollte sich an diesem Tag wohl nicht so recht für die Katze aussprechen. Stattdessen verriet eine winzige Geste – das unsichere Anheben eines der langen Ohren – dass ihre letzte Chance angebrochen und es Zeit zum Zuschlagen war.

Mit einem Sprung, der denen ihrer Jagdbeute sicherlich ebenbürtig war, katapultierten die langen Hinterbeine den Puma aus dem Dickicht. Ein scharfes Peitschen mit dem Schwanz korrigierte die Richtung und schob den schlanken Körper in langen Sätzen auf sein Opfer zu, das nur ein oder zwei Herzschläge später selbst in Bewegung geriet, während ihm Panik und Adrenalin in den kleinen Kopf stiegen. Im Augenwinkel, der in ihrem Sprint unscharf war, als blicke sie durch einen Tunnel an dessen Ende nur ihre Beute saß, vernahm die Katze die Bewegungen der übrigen Hasentiere und war drauf und dran, diese auszublenden, schnellte da nicht eine unerwartete dunkle Silhouette durch ihr Blickfeld, die bei weitem zu groß war, um einfach ignoriert zu werden. Die Katze riss den Kopf in die Richtung des schwarzen Schattens und schlug exakt im Moment des Erkennens einen Haken, der sie frustrierenderweise weit weg von ihrer Beute brachte, dafür aber auch vor einem direkten Zusammenstoß mit dem fremden Wolf bewahrte.

Ziemlich planlos stand sie nun da, mit aufgerichtetem Nackenfell und noch leicht bebenden Muskeln, während sie dem zu ihrer Linken fliehenden Geschwader an Beute und dessen wölfischen Verfolger nur noch nachblicken konnte.

Wölfe und Pumas auf der Jagd nach demselben Tier, das hatte die Berglöwin selten erlebt. Es musste vor allem daran liegen, dass so ein Wolf selten alleine unterwegs und damit derart unscheinbar war. Ein ganzes Rudel hungriger Räuber hingegen war so gut wie unübersehbar und als Puma tat man erfahrungsgemäß gut daran, ihnen aus dem Weg zu gehen. Die Zeiten aber hatten sich wohl geändert und diese Aussage stimmte gleich doppelt im Gebiet des Widerstands zu. Bei der Hülle und Fülle an Jägern, die sich rund um den Weißwasser See tummelten, blieben solcherlei Begegnungen eben nicht aus und für einen Moment musste sich die Katze ernsthaft fragen, wie lange es wohl noch ausreichend Futter für alle gab.

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Re: Im Zweifel für den Angeklagten (Farlan, Nyphteq & Lucien

Beitrag von Lucien » 31. März 2019, 16:47

Der Adler schlug die Flügel, wieder und wieder, während er sich dann doch in die Seite legte und einen Kreis drehte. Es schien fast so dass er doch noch fündig wurde was seine Suche anbelangte. ‚Seine Suche‘ klang so hochtrabend, dabei war lediglich Nahrung gemeint. Schon seit einiger Zeit war er auf der Suche und endlich schien er eine Stelle entdeckt zu haben die das zu bieten schien was er brauchte. Hasen.
Als die Kurve die ihn zurück bringen sollte beendet war, ging der Adler langsam in die Tiefe. Er suchte die Lücke zwischen den Bäumen und ließ sich letztlich weit oben in den Baumkronen nieder um die Umgebung zu überblicken. Unter ihm waren Hasen, nicht viele und mindestens eins von ihnen schien verletzt, doch da er schließlich auch nur sich zu ernähren hatte war es seine geringste Sorge das die Beute immer weniger wurde – jedenfalls für den Augenblick.

Der Adler stieß sich vom Baum ab und drehte nochmal in den Himmel hinein, das Wetter war kühl und eine leichte Feuchtigkeit schien auf seinem Gefieder zu liegen. Wieder drehte er ab und stieß diesmal in Richtung Boden hinab, in Richtung seiner Beute. Seine Augen waren auf die Tiere gerichtet die unten warteten und noch nichts von der drohenden Gefahr zu bemerken schienen.

Doch Luc nahm aus den Augenwinkeln mehrere Bewegungen war. Der Hase rannte – oder hoppelte – los, ein schwarzer Schatten schien ihm dicht auf den Fersen zu sein und ein brauner Schatten einen abrupten Richtungswechsel zu machen. Der Adler entschied sich es dem braunen Schatten gleichzutun und binnen des Augenblicks wo er all das wahrnahm zog er selbst rum.
Nur wenig elegant landete der Adler auf dem Boden und schaute recht verdutzt auf den schwarzen Wolf und den braunen Puma. Mit seinen dunklen Augen musterte er den Puma, da der Wolf auf Jagdrunde zu sein schien. Offenbar war die Gefahr um die Nahrung doch größer als angenommen. Das gleich drei – so unterschiedliche – Tiere bei diesen Tieren war, war ihm auch noch nicht passiert.

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Re: Im Zweifel für den Angeklagten (Farlan, Nyphteq & Lucien

Beitrag von Farlan » 9. April 2019, 00:51

In Punkto Jagd war der Rüde in der letzten Zeit zwar ein Guter geworden, schien seinen Zenit aber auch schon erreicht zu haben. Aber das scherte ihn in diesem Moment nicht einmal sonderlich. So war er davongeschnellt und hatte bald ausgemacht, dass es sich offenbar um einen Einzelgänger handelte, den zu erjagen es galt.

Kaum jedoch hatte sich der Rüde wie auf ein geheimes Zeichen in Bewegung gesetzt, taten sich noch ganz andere Bewegungen rechtsseitig auf. Nun handelte es sich hier sicherlich nicht um die stärkste alle Farlan-Seiten, was die Sache natürlich unnötig verkomplizierte. Aber war da ein Rückzug? Der Hoppler indes machte nicht zwingend Anstalten, schneller zu werden und machte dem Rüden schließlich die Sache leichter als gedacht, denn er wurde zurückgelassen. Mitleid gab es hier auch für Verlierer nicht und so war das, was binnen Sekunden geschah nur die logische Konsequenz – auch wenn Farlan den vergleichsweise großen Fehler macht, nach scheinbar erfolgreichem Beutezug – niemand fragt den leblosen Hoppler nach seiner Befindlichkeit – zum eigentlichen Ausgangsort zurückzustratzen.

Und dort hielt er inne, respektive nach einigen Metern auf dem Weg dorthin. Denn irgendwie hatte sich die Szenerie geändert. Bis auf das baumelnde Ding, das er jetzt gern schleunigst in seinen Bau getragen hätte, waren keine Hoppler mehr da. Dafür andere Wesen, zumindest lagen entsprechende Witterungen in der Luft. Farlan hielt – recht nahe am Ausgangspunkt – schließlich inne, ließ den Hoppler zu Boden gleiten und platzierte die Rechte auf jenem.

„Na?“

fragte er ins Ungewisse, vielleicht tat sich da ja wirklich jemand auf. Vielleicht aber spielten dem alten Grummler auch seine Sinne einen nicht eben netten Streich.

„Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben, nicht?“
fragte er in die nicht eben sichtbare Runde, die sich auch ganz gut als Luftnummer entpuppen konnte, denn so ganz traute er seiner Nase dann doch nicht. Aber so ein wenig sicher war er sich dann doch. Zumal das Adrenalin noch in den Knochen saß und ihn vergessen ließ, dass er gerade gefühlt den Sprint seines Lebens hingelegt hatte. So fand er langsam wieder zur Luft – und hatte ein ziemlich genaues Auge darauf, wer ihm möglicherweise die hart erarbeitete Beute streitig zu machen gedachte.

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Re: Im Zweifel für den Angeklagten (Farlan, Nyphteq & Lucien

Beitrag von Nyphteq » 11. April 2019, 16:41

Nach der anfänglichen Verwirrung war inzwischen ein frustriertes Schnauben aus den Nüstern der Raubkatze entwichen. Mit ihren zerrütteten Plänen blieb ihr für den Moment nichts anderes über, als sich auf die Hinterläufe zu setzen und sich in feinster kätzischer Ist-mir-egal-Manier den Pelz zu putzen. Die raue Zunge glitt mehrfach über das saftbraune Fell an den Schultern, bis bereits ein leichter Glanz die feinen Haare überzog, als ein verdächtiges Rascheln der Luft die Routine unterbrach. Die übrigen Hoppler hatten sich doch nicht tatsächlich zum Ort ihres Verderbens zurückbegeben?

Nein. Ein Seitenblick verriet der Kätzin, dass nur ein weiterer hungriger und offenbar ebenso erfolgloser Räuber das Spielfeld betreten hatte. Aus den goldgrünen Augen sprach Erstaunen. Man konnte fast meinen, diese Wiese beherberge die einzig verbliebene Beute im gesamten Umkreis, so wie sie Jäger aus allen Ecken anlockte.
So gänzlich unbekannt wirkte der Adler dann aber doch nicht. Nyphteq konnte sich irren, immerhin sahen sich die großen Raubvögel doch alle irgendwie zum Verwechseln ähnlich, aber war dieses Exemplar nicht jenes, das sie vor einer Weile noch bei der Rettung der Tiere aus dem Talkessel unterstützt hatte? Die Frage im Blick der Raubkatze war unübersehbar. Auf die Antwort jedoch musste sie sich wohl noch ein wenig gedulden. Ihr direkter Konkurrent erschien wieder auf der Bildfläche und hatte sich augenscheinlich nicht durch das ungewöhnliche Intermezzo vom Erfolg seiner Jagd abbringen lassen. Und diesen gedachte er der Berglöwin wohl ordentlich unter den Pelz zu reiben.

„Nicht doch, ich gönne den Erfolg. Du siehst aus, als hättest du eine Mahlzeit weitaus nötiger als ich.“

Man hätte diese Aussage durchaus als wohlwollend einstufen können, wäre sie nicht von eitlem Sarkasmus getränkt gewesen. Die Augen der Katze lagen aufmerksam auf dem schwarzen Wolf, der sie im ersten Affekt noch nicht so recht ausmachen zu vermögen schien. Und das, obwohl sie keinerlei Anstalten gemacht hatte, sich verdeckt zu halten. Wenn sie ihn so betrachtete, sah ihr Gegenüber schon ein wenig in die Jahre gekommen aus. Besonders viel Weisheit schien er dadurch aber noch nicht erlangt zu haben, denn anders konnte sie sich seine Avancen, eine vermeintlich hungrige Raubkatze zu provozieren, nicht erklären.

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Re: Im Zweifel für den Angeklagten (Farlan, Nyphteq & Lucien

Beitrag von Lucien » 10. Mai 2019, 13:26

Nicht gerade glücklich ob des Misserfolgs und seiner anschließend, doch eher unschönen, Landung bewegte sich der gefiederte auf den Puma zu - ein Weibchen wie er bei genauem hinsehen feststellte - die gewisse Ähnlichkeit mit einem Tier hatte das er vor kurzem getroffen hatte. Doch ob es sich hierbei tatsächlich um das selbe Lebewesen handelte? In Luciens Augen sahen sich die Bodenbewohner alle viel zu ähnlich - für ihn sehr belustigend war das die Bodenbewohner das selbe über diejenigen sagten die den Luftraum ihr eigen nannten.

Schweigend wandte er den Blick in die Richtung aus der, der schwarze Schatten - der sich tatsächlich als ein älteres Semester von Wolf zu entpuppen schien - wieder auf sie zu kam. Die braunen Augen des Adlers funkelten belustigt als der Wolf das Wort erhob.

"Dem kann ich nur zustimmen. Du scheinst die Nahrung nötiger zu haben, lass es dir schmecken." Ein belustigter Blick in die Runde folgte, während dem der Adler auch den Puma nochmal betrachtete. "Welch Zufall das wir alle zeitgleich auf diesen Hasen trafen."

Irgendwie war es trotzdem nicht gerade ermutigend das sich so viele Tiere auf einen Hasen drängten. Die Ska hatten so viele Änderungen an ihrem Leben erzwungen, so viele Kämpfe und leider auch so viel fehlende Nahrung für die Überlebenden. In Gedanken versunken musterte erneut die Puma Dame. War sie nicht tatsächlich aus dem Widerstand? Er erinnerte sich an den Kampf gegen die Ska und hatte das seltsame Gefühl das sie dazu gehörte. Doch einen Namen konnte der braune Adler nicht zuordnen. Aber - zugegeben - es ging damals auch alles groß her.

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Re: Im Zweifel für den Angeklagten (Farlan, Nyphteq & Lucien

Beitrag von Farlan » 3. Juni 2019, 07:54

Die Situation hatte etwas wahrhaft Kurioses. Hier der ältliche Rüde mit überraschendem Jagderfolg, dort die seltsame Katze, die keine Anstalten machte, Opa seine Beute zu entreißen. Sehr seltsam, das. Der Kommentar der Katze auf den Hinweis des Rüden war aber fies. Sehr fies, um genau zu sein und kurz dachte Farlan darüber nach, die beleidigte Leberwurst zu spielen.

Einige Schritte schleicht er näher, den Hoppler im Fang, den er schließlich vor sich ablegt und den Kopf wendet.

„Mutiges Kätzchen, was?“

Zynismus konnte er auch gut! Das war in dieser Situation auch verdammt gut zu merken. Und nachdem er den Kopf gedreht hatte, wurde der Blick etwas schmaler, der aus den zusammengekniffenen Augen in die andere Richtung geworfen wurde.

Was hatte der Flattermann da gerade gesagt? Und hatte er soeben in die gleiche Kerbe wie das Katzenmädchen geschlagen? Oh, fies! Das unterschwellige Knurren des Rüden ließ sich nicht wirklich vermeiden, der sich jetzt vielleicht sogar ein klein wenig umzingelt vorkommen mochte.

„Was mischt du dich denn nun ein, Federvieh? Du siehst ein wenig gerupft aus….ist das die neue Art, Weibchen zu beeindrucken?“

Auch wenn Farlan doch ein wenig grummelig wirkte, mochte man doch nicht vermuten, dass er das alles wirklich wörtlich meinte. Wieder lässt er den Blick zwischen den beiden Fremden hin und her schweifen – etwas ulkig, ist er selbst doch wohl der Fremdeste von allen hier.

„Und wer seid ihr, wenn die Frage gestattet ist?“

Immerhin will er niemanden ausschließen, also fragt er gleich mal beide. Bleibt zu hoffen, dass Mylady und Beutegreif ihm das nicht übel nehmen. Zumal der Adler den Zufall auch gleich ansprach.

„Zufall, ne wer’s glaubt! Glaubst du echt, es gäbe so etwas wie Zufälle?“

Nun war der Rüde doch einigermaßen belustigt. Ein Blick fiel auf den Hasen, bei dem recht offen war, ob der wirklich sein Leben ausgehaucht hatte.

„Bestimmt ist der Kamerad hier schuld. Er hat uns immerhin zueinander geführt! Wir sollten also über ihn richten, weil..also…ernsthaft…DAS kann ja keiner gewollt haben, nicht?“

War da nicht ein Schalk zu sehen, der dem Rüden im Nacken saß? Jaaa, durchaus ein wenig. Sehr ungewohnt, aber dem angegrauten mochte das für den Moment sogar zu gefallen, auch wenn es ein kleines Restrisiko gab, dass die versammelte Menge über ihn herfiel. Aber so richtig wollte ihm auch kein Grund hierzu einfallen….

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Re: Im Zweifel für den Angeklagten (Farlan, Nyphteq & Lucien)

Beitrag von Nyphteq » 17. Juni 2019, 18:00

Wenn man es genau nahm, war jener Hase, den der ältliche Wolf dort mit sich herumschleppte, mitnichten das auserwählte Opfer der Raubkatze gewesen. Ihre potentielle Beute war gemeinsam mit den anderen Puschelschwänzen geflüchtet, als der dunkle Zeitgenosse sie beinahe umgerannt hatte. Aber das waren in dieser Situation wohl unwichtige Details. Was den Zufall anging, stimmte Nyphteq dem Adler jedoch nicht zu und zeigte dies durch ein leises, argwöhnisches Schnauben. Zeitgleich erfasste ihr Blick die dunklen Augen des Gefiederten und in ihrer Mimik stand deutlich die Frage, was der Raubvogel denn erwartet habe, an einem Ort, der von Predatoren so überlaufen war wie dieser. Es hatte ja durchaus eine gewisse bittere Ironie. Da kämpften sie alle gemeinsam gegen denselben Feind, aber am Ende mochten sie sich womöglich noch selbst gegenseitig den Verderb bringen.

Als der Schwarze erneut das Wort an sie richtete, wandte Nyphteq diesem einen recht verständnislosen Blick zu. Was sollte an ihren Worten bitte besonders „mutig“ gewesen sein? Er glaubte doch nicht ernsthaft, dass sie sich vor ihm zu fürchten brauchte, sollte er ihre lasche Provokation als Anlass zu einem ernsthaften Angriff nehmen. Überhaupt ergab das, was der Wolf im Folgenden noch von sich gab, in ihren Ohren recht wenig Sinn. Die Frage, wer sie denn seien, stellte die Kätzin dabei erst einmal zurück und lauschte dem, was da noch den Fang des Alten verließ. Immerhin was den Zufall anging, stimmte sie ihrem Gegenspieler zu, die Erklärung allerdings – und dabei fiel ihr Blick automatisch auf den erlegten Hasen – entzog sich abermals jeglichen Verständnisses. Gedachte der Alte etwa einen Scherz zu machen? Und wie sollte bitte das Urteil anders ausfallen, als mit „Tod durch Fressen“?

„Richte du über den Hasen, alter Wolf, wie es dir beliebt. Selbst dir traue ich durchaus zu, dass du deine Beute nicht umsonst geschlagen hast.“

Durchaus scharfe Worte, was wohl der Unannehmlichkeit geschuldet war, dass Nyphteq nicht so recht die Intention erfassen konnte, die der Wolf verfolgte. So es denn überhaupt eine andere war, als unnötigen Stuss zu brabbeln. Vielleicht war sein Geist ja auch bereits ebenso alt, wie sein ergrauter Pelz es vermuten ließ und einer gewissen Senilität zum Opfer gefallen?

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Re: Im Zweifel für den Angeklagten (Farlan, Nyphteq & Lucien)

Beitrag von Lucien » 9. August 2019, 09:04

In Luciens Augen war die Gruppe, die sich hier eher unfreiwillig versammelt hatte, ein sehr seltsamer Verbund. Jeder ging seinen eigenen Weg, so wie es für die verschiedenen Tierarten seitjeher gewesen war und doch hatte das Schicksal - oder die Ska - dafür gesorgt das die Tiere die sich normalerweise meiden würden nun gemeinsam einen Weg gehen mussten. Und dieses treffen hier, dieses aufeinander Treffen verschiedener Jäger, zeigte zu gut was die Ska dem Land, den Tieren, angetan hatten. Irgendwann würden die Tiere sich gegenseitig anfallen wenn nicht bald eine Lösung errungen wurde, ein Schritt in die richtige Richtung. Und die meisten Tiere richteten ihre Hoffnung in die Gruppe die sich Widerstand nannte.

Doch innerlich spürte Luc wie seine Gedanken abschweiften und so zwang er sich, sich wieder auf die Gegenwart zu konzentieren und blickte den Wolf belustigt an als dieser auf das Federkleid des Adlers anspielte.

"Du hinterfragst mein Gefieder wo dein Fell doch nicht ordentlicher ist, Graunase? Kann man damit besonders gut Weibchen umwerben?"

Er bewegte die Flügel und den Rest des Körpers und durch die Bewegung legte sich der großte Teil seines Gefieders an, sodass man seine beinahe-Bruchlandung nicht mehr so sehr erkannte. Ihm entging nicht das die Pumadame die Frage nach den Namen ignorierte, entschied für sich jedoch das er die Frage beantworten würde. Vielleicht gab es dadurch mehr Informationen - und auch eine Offenbarung wieso die Puma ihm so bekannt vorkam.

"Lucien", stellte er sich knapp vor. "Und mit wem haben wir das Vergnügen?", ob der leicht ironische Unterton zu hören war? Vermutlich. Er war einen skeptischen Blick auf den Wolf als dieser vorschlug gemeinsam das Tierchen zu richten was die 'Jagdgesellschaft' zusammen getrommelt hatte. "Du schaffst das auch alleine. Du siehst aus als bräuchtest du den Hasen eher als wir."

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