Kapitel 6: Die Kraft der Elemente

Rollenspielbereich: Betritt die Welt von Kihromah und werde Teil des großen Abenteuers
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Kailan
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Re: Kapitel 6: Die Kraft der Elemente

Beitrag von Kailan » 11. März 2019, 18:51

Kailan war wie ausgemacht und vorgeschlagen der Gruppe gefolgt, sie schwieg viel, für ihre Verhältnisse. Die Bärin war tief in ihren eigenen Gedanken versunken und wollte sie nicht unbedingt teilen. Sie war unter anderem immer noch nicht wirklich zufrieden damit, dass sie Brynn nicht hatten helfen können, aber sie konnte es auch nicht ändern. Die Bärin kam als letzte zu der neuen Weggabelung und auch ihr verschlug es zunächst die Sprache. Immer wieder schaute sie jeden einzelnen Weg und seine Markierung an und kam zunächst aus dem Staunen nicht mehr raus. Es war unglaublich und unerklärbar, was sich hier abspielte. Sie beobachtete überrascht den Wutausbruch von Nyala und wartete diesen geduldig ab. Dann lauschte sie den Worten von Raaka und wägte auch diesen Vorschlag ab, es stimmte, sie konnten auch den anderen Weg ausprobieren. Aber würde das einen Sinn ergeben?! Vielleicht, vielleicht aber auch nicht. Die Bärin dachte über den Vorschlag des Raben gründlich nach.

Ihr Blick fuhr über die einzelnen Markierungen. Kailan tat etwas völlig untypisches für einen kurzen Moment blendete sie alle ihre Freunde und Gefährten aus und schaute sich jede Weggabelung genauer an. Ihr Blick und auch ihre Klauen glitten langsam über die Markierungen, aber nichts war anders. Sie hatte es zwar auch nicht angenommen, aber sie wollte es bestätigt wissen, bevor sie ihre Idee an die anderen Widerstandstiere richten wollte. Nicht, dass sie die Hoffnung hatte, ihr Plan würde wirklich besser funktionieren, aber ein Versuch war es doch schließlich wert, oder nicht?! Sie ging noch einmal die einzelnen Schritte ihrer Idee durch und dann stellte sie sich vor die anderen Tiere und schaute einen nach dem anderen an. Die Bärin wollte sichergehen wenigsten einen großen Teil der Aufmerksamkeit aller zu haben. Kailan sprach sich diesmal nicht vorher mit Nyala ab, da sie diese erstmal sich beruhigen lassen wollte und diese auch gerade für eine Entscheidung nicht in dem richtigen Zustand war. Nahm die Bärin zumindest an. Auf jeden Fall wollte sie ihr einfach nur die Zeit lassen, welche die Wölfin brauchte. Die Braune erhob nun ihre Stimme und sprach so laut, dass alle es hören konnten und sie vielleicht auch jeden dort abholte, wo er gerade mit seinen Gedanken war:

"Wir dürfen jetzt nicht aufgeben. Wie Nyala schon sagte, wir werden nun einen Weg auswählen und mit den Markierungen nicht aufhören, aber wir werden anders fortfahren. Raakas Idee ist nicht die schlechteste und schlage vor, dass wir uns einmal den anderen Weg ansehen… Wenn es dort auf das Gleiche wie hier herauskommt, dann können wir immer noch entscheiden wie wir dann vorgehen..."

Sie würde mir ihrer anderen Idee und dem Aussprechen von dieser noch warten, denn noch brauchten sie diese nicht, da sie nun vermutlich erst einmal zurückgehen würden.


[ sieht sich alles an | denkt nach | spricht zu allen | stimmt Raakas Vorschlag zu ]


(ooc: entschuldigt den kurzen Beitrag, aber ich wollte endlich schreiben, habe die Nacht aber nur vier stunden geschlafen und falls irgendwas fehlt, ergänze ich gerne noch, ich hoffe er liest sich nicht so schlecht, wie ich empfinde, aber zuerst hatte ich eigentlich etwas anderes schreiben wollen :D)

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Lucien
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Re: Kapitel 6: Die Kraft der Elemente

Beitrag von Lucien » 31. März 2019, 16:57

Sie waren wieder Unterwegs. Hatten begonnen Markierungen zu machen und folgten dem Weg. Einem der Wege der durch diesen Rätselhaften Wald führte. Die Rufe des Tieres waren hinter ihnen verblasst, leiser geworden mit jedem Meter den sie sich entfernten. Der Adler flog über den Köpfen vorne davon. Zwischendurch landete er wenn die Bäume zu dicht standen und hüpfte an der Seite der anderen Tiere weiter – laufen konnte man das was ein Adler am Boden tat wohl kaum nennen befand jedenfalls Lucien. Der Wald schien die Sinne immer mehr und immer stärker in die Irre zu führen. Lucien wollte raus, wollte durch das Blätterdach stoßen und den blauen Himmel sehen, die Unendlichkeit der Landschaft.

Vor Ihnen schien es sich zu lichten, doch statt einem Ziel kam eine erneute Gabelung auf sie zu. Der braune Kopf ruckte unruhig und erblickte dabei eine Markierung – vor sich. Langsam hüpfte er weiter und schaute vollkommen verblüfft auf Fell, Kratzer und Federn. Ihr Fell, ihre Markierungen, ihre Federn. Mit schief gelegtem Kopf blickte der Adler in die Gabelungen hinein. Eine Falle? Eine Sackgasse? Ein Kreis? Und doch war sich Luc, irgendwo tief in sich, sicher dass es kein Kreis war denn sie hier liefen.

Die Spekulationen der anderen rissen den Adler aus seinen eigenen Gedanken und er ging und gesellte sich zu den anderen, entfernte sich weiter von den Bäumen und Schatten. Er lauschte dem was gesagt wurde und dachte selbst nach.

„Vielleicht…“, begann er langsam, unterbrach sich kurz und schaute die anderen kurz an. „Vielleicht ist es auch ein Test? Vielleicht will der Wald – oder was auch immer – unseren Willen testen? Er versucht uns immer wieder in die Irre zu führen, zu verwirren und zum Aufgeben zu zwingen. Uns vom Weg abzubringen.“ Sein Blick suchte die Leittiere. „Aber vielleicht ist es auch egal welchen Weg wir nehmen? Mir kommt es vor als ginge es nicht um die Wege, sondern um uns. Ob wir die Kraft haben weiter zu gehen, egal wie weit der Weg ist, egal wie viele Steine – oder falsche Spuren – uns in den Weg gelegt werden.“ Erneut unterbrach er sich selbst. „Ich glaube fast das es egal ist welchen Weg wir gehen, wichtig ist nur das wir weitergehen und nicht umkehren.“

Sein Blick huschte kurz über die versammelten Tiere, welch bunter Haufen sie doch waren. Und vielleicht lag er ja auch ganz falsch mit seiner Vermutung? Aber es war für ihn das einzige was auch nur irgendwo Sinn ergab in diesem Wald wo nichts einen Sinn zu haben schien.

[ist bei den anderen | hört zu | bringt selbst seine Gedanken ein]

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Re: Kapitel 6: Die Kraft der Elemente

Beitrag von Nyala » 27. April 2019, 12:29

Ihr rechtes Ohr zuckte nach hinten und ein sanftes Lächeln bildete sich auf ihren Lefzen, da sie es geschafft hatte ihren gefiederten Freund zu beruhigen. Er schaffte es mit seinen Worten Teile von ihr wieder zu erwecken, die sie lange schon unter einem großen Berg Erde und bitterer Worte versteckt hatte. Damals war sie noch so viel offener für die Geschichten und Abenteuer dieser Welt…
Kurz neigte sie den Kopf etwas zu Raaka, der etwas vor sich hinmurmelte, dass für Nya keinen Sinn ergab, doch bevor sie ihn danach fragen konnte, erreichte Rhorax Laut ihre Ohren und das Bild der Gabelung ließ sie an ihren eigenen Verstand zweifeln.
Normalerweise ließ die Helle ihren Gefühlen nicht einfach freien Lauf, doch dieser Wald strapazierte ihre Nerven zu sehr und so brach es wütend aus ihr hinaus, dabei war es ihr gleich, was ihre Begleiter über sie dachten.
Schnaufend und noch immer mit aufgestelltem Nackenfell beobachtete sie den Raben, der einige Schritte auf die Lichtung gemacht hatte und sich eine seiner vermeidlichen Markierungen ansah. Nya lauschte seinen Vermutungen, legte ihren Kopf leicht schräg und schüttelte ihn dann ganz sachte.

Sie glaubte nicht daran, dass sie vergessen hatten, dass sie bereits vor dieser Weggabelung gestanden hatten, Raaka selbst brachte die Erklärung dafür. Sie wären ganz sicher nicht so dumm gewesen und hätten jedem Weg die selbe Markierung verpasst! Sie nickte und langsam glättete sich ihr Pelz wieder, erst recht als die kleine Rotnase sie stupste und ihr ein paar beruhigende Worte schenkte. Die braunen Wolfsaugen richteten sich auf Yaize und ein leises Seufzen entwich ihrer Kehle.

“Ja vielleicht, trotzdem hasse ich diesen Wald“,

murmelte sie und sah wieder zu Raaka und dann zu Nyph, die sich ebenfalls die Markierungen ansah, daran schnupperte und offenbar zu keiner anderen Erkenntnis kam, denn sie sah abwartend in die Runde. Dennoch meinte Nyala eine gewisse Unsicherheit in der Katze zu spüren, ihrer Freundin gefiel das alles auch ganz und gar nicht!
Auch Kailan musterte die einzelnen Wege, die Krallenspuren und Feder-Fell-Kreise, während Lucien seine Vermutung kundtat und von einem Test sprach. Die weiße Wölfin schnaubte kurz. Ein Test, der sie zur Weißglut bringen sollte! Aber ganz unrecht hatte ihr gefiederter Begleiter damit wohl auch nicht. Es brachte wirklich nichts hier herum zu stehen und sich in Selbstmitleid zu suhlen und eine Umkehr oder gar Aufgeben kam für Nya ohnehin nicht in Frage.

Ihr Kopf drehte sich von Lucien zur Bärin, die ihre Stimme erhob und das Zepter als Leittier in die Pfoten nahm. Erneut nickte die Wölfin und atmete einmal tief durch.

“Ihr habt recht“,

gab sie zu und sah ihre Freunde an, erst Kailan und Lucien, aber auch die anderen,

“aufgeben kommt nicht in Frage. Wenn dieser Wald unsere Willenskraft testen will, dann wird er sich noch wundern, mit wem er sich hier angelegt hat! Wir werden es wie Kailan und Raaka gesagt haben, machen und uns einmal den anderen Pfad anschauen. Wir werden ja sehen, was uns dort erwartet.“

Dieses Mal hielt sie sich jedoch mit weiteren Anweisungen zurück, sie tappte lediglich zu der Bärin hinüber, um kurz ein paar Worte mit ihr zu wechseln.

“Vielleicht ist es besser, wenn du dieses Mal vorangehst. Ich bilde das Schlusslicht und passe auf, dass uns niemand verloren geht in diesem irren Geäst“,

teilte sie der Braunpelzin mit und drehte sich noch einmal zu den vier Wegen herum, ganz so als könnte sie in einem davon eine grinsende Fratze erkennen, doch da war nichts zu erkennen. Stattdessen blickte sie zu Rhorax und bat ihn mit ihr gemeinsam am Ende zu laufen.

“Du bist größer als ich und kannst von hier hinten die Gruppe besser im Auge behalten“,

erklärte Nyala und trottete schließlich hinter ihm her.

[ beruhigt sich langsam wieder / hört zu / teilt die Meinung der anderen / bildet das Schlusslicht ]

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Re: Kapitel 6: Die Kraft der Elemente

Beitrag von Rhorax » 8. Mai 2019, 20:19

Rhorax zweifelte an seinem Verstand und er war den Reaktionen seiner Gefährten folgend nicht der Einzige, dem es so erging. Während einige aus der Gruppe begonnen hatten die Echtheit der Markierungen zu überprüfen, genügte dem Bären deren abschließende Einschätzung, dass sie zweifelsfrei von ihnen stammen mussten. Was natürlich unmöglich war. Aber zumindest ließ sich nun unzweifelhaft festhalten, dass in diesem Wald Dinge geschahen, für die es keine vernünftige Erklärung gab. Das wiederum bedeutete, dass sämtliche Überlegungen, die alleine auf Logik beruhten, genau so gut richtig wie auch falsch sein konnten. Wäre der Wald ein Gegner, dem man sich gegenüber sähe, dann wäre dieser unberechenbar. Und inzwischen neigte der Bär dazu diesen Wald als genau das anzusehen: Ein Feind, der versuchte sie von ihrem eigentlichen Ziel abzuhalten.

Die Überlegungen von Raaka und Kailan, dass es sinnvoll wäre umzukehren und den anderen Weg auszuwählen erschienen ihm nicht mehr oder weniger Sinnvoll, als sich einfach für einen der hier abzweigenden Wege zu entscheiden. Er nickte stumm Lucien zu, als dieser die Vermutung aufstellte, es würde sicherlich keine Rolle spielen welchen Weg sie nähmen, so lange sie weiter gingen und nicht versuchten umzukehren. Rhorax bezweifelte, dass der Wald sie einfach würde gehen lassen, jetzt wo sie sich in ihn hinein begeben hatten.

Auf das Kommando zum Aufbruch hin begab er sich wieder an das Ende der Gruppe, dieses Mal gefolgt von Nyala, die das Schlusslicht bildete. Sie hatte ihn zu sich gebeten, da er mit seiner Größe einen besseren Überblick über die Gruppe habe und sie so besser im Auge behalten könne.

"Verstanden."

Er tat wie geheißen. Der Rückweg schien normal zu verlaufen. Sie kamen an genau den Wegmarken vorbei, die sie zuvor gesetzt hatten, gingen den Weg den sie gekommen waren zurück. Da abzuschätzen war, wie lange sie ungefähr brauchen würden, um zur letzten Abzweigung zurück zu gelangen, nutzte der Bär die Gelegenheit, ein paar Worte mit ihrem Leittier zu wechseln. Im Gegensatz zu Kailan hatte er bei der Wölfin nicht den Eindruck, dass diese mit seiner Anwesenheit ein Problem hatte. Zumindest hatte sie es noch nicht so deutlich formuliert wie die Bärin, sollte dies doch der Fall sein.

"Ich glaube dem Wald gefällt es nicht, dass wir hier sind. Dass wir den Raben suchen."

Die Stimme war gedämpft und grüblerisch, aber dadurch, dass er den Kopf leicht nach hinten neigte war zu erkennen, dass er mit Nyala sprach und nicht nur mit sich selbst.

"Er ist wie ein Gegner, der sich uns in den Weg stellt. Aber ohne Zähne oder Krallen. Und auch keiner, den wir mit Zähnen oder Krallen überwinden können. Das bin ich nicht gewohnt."

Der letzte Satz kam aus zusammengebissenen Zähnen und mit einem leichten Grollen versehen. Wäre der Wald ein Feind aus Fleisch und Blut, Rhorax wüsste, wie man ihn überwinden könnte. Kämpfen konnte er. Das hatte er im Leben schon oft genug getan. Seine Stärke hatte ihm aus so mancher Situation einen Ausweg gewiesen. Aber in dieser Situation brachte sie ihm keinen Vorteil.

"Was wir alleine bis jetzt gesehen haben… Das beweist, dass dieser Gegner uns überlegen ist. Und er kämpft nicht fair."

Es war deutlich anzumerken, dass Rhorax mit der Situation recht überfordert war. Trotz all der Jahre, die er schon auf dem Buckel hatte, nichts was er bisher erlebt hatte war vergleichbar. Der Körper des Bären hing leicht zwischen seinen Schultern und der Gang war mehr ein notwendiges Fortbewegen um Voranzukommen als ein selbstsicheres Schreiten.

"Sollten diese Bäume intelligent sein und ein Wesen haben… und sollte dieses Wesen nicht nur abweisend oder feindlich, sondern wirklich bösartig sein…"

Die Gedanken des Bären kamen zu einem Abschluss, der ihm ganz und gar nicht gefiel. Die Augen leicht verengt betrachtete er den Weg vor sich, die Bäume zu beiden Seiten und das Blätterdach, dass sich über ihnen schloss, wie einen finsterer Gang, der sie geradewegs immer tiefer hinein in ein unbekanntes Etwas führte. Wie ein Schlund.

"Im schlimmsten Fall sind wir der Bestie ins offene Maul gesprungen und sie muss nur noch zubeißen."

Und keiner von uns wird diesen Wald jemals wieder verlassen. So wie die Geschichten es behaupten.


[ bei Nyala am Ende der Gruppe | teilt seine wenig aufbauenden Gedanken mit ihr, betrachtet den Wald inzwischen als Gegner ]

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Re: Kapitel 6: Die Kraft der Elemente

Beitrag von Spielleitung » 8. Mai 2019, 20:38

UPDATE:


Irgendetwas ist anders

Der Rückweg zur letzten Weggabelung verlief wenig überraschend und sie fanden genau die Wegmarken vor, die sie zuvor sorgfältig zu ihrer eigenen Sicherheit auf dem Hinweg hinterlassen hatten. Zumindest anfangs. Diejenigen, die sich besonders aufmerksam zeigten, dürften nach einer Weile bemerkt haben, dass der Abstand zwischen den Wegmarken größer wurde. Erst unwesentlich, dann zunehmend auffällig. Dennoch waren es weiterhin eindeutig ihre Markierungen. Alles wie an der sternenförmigen Weggabelung. Geruch, Aussehen, die Art wie sie platziert waren.

Zudem dürfte besonders aufmerksamen Beobachtern so langsam auffallen, dass sie schon länger unterwegs waren, als sie es eigentlich hätten sein sollen. Eigentlich müssten sie schon längst wieder bei der ersten Abzweigung angekommen sein. Diejenigen mit einer ausgezeichneten Nase dürften seit kurzem bemerkt haben, dass ihnen ein leichter und fein wahrnehmbarer Geruch in die Nase stieg: Wasser. Ein Geruch, der inzwischen zunehmend intensiver wurde und so langsam allen auffallen dürfte. Wiederum diejenigen, die mit einem besonders guten Gehör gesegnet waren, dürften nun langsam bemerken, dass es ein leises und dumpfes Hintergrundrauschen gab, das ebenfalls zunehmend lauter wurde, je weiter sie voran schritten.

Ein letzter Blick zurück dürfte dann nicht zuletzt deutlich machen, dass die letzte Wegmarke, die sie passiert hatten, bereits nicht mehr zu sehen war, ohne dass sich vor ihnen eine weitere zeigte. Der Wald hatte sich verändert und der Pfad, dem sie nun folgten, war nicht mehr der, den sie gekommen waren.

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Re: Kapitel 6: Die Kraft der Elemente

Beitrag von Raaka » 17. Mai 2019, 16:57

Raaka hatte eigentlich keinen Grund, unzufrieden zu sein. Sein Vorschlag hatte Gehör gefunden und mehr noch, er hatte einen Teil zu ihrer Mission beitragen können, der von beiden Leittieren einstimmig abgesegnet worden war. Und trotzdem zog er nun mit bedächtigen Flügelschlägen nur über der Mitte des Trupps hinweg, anstatt wie noch zuvor die ungeduldige Spitze zu bilden.
Grund für seine Zweifel waren die Worte seines klugen Fiederbruders Lucien gewesen. Der Adler hatte mit wenigen Sätzen seine Gedanken, die ja eigentlich nur auf Intuition beruhten, in Frage gestellt. Die Argumente des großen Raubvogels waren stimmig. Was, wenn es wirklich darum ging, nicht umzukehren? Sich nicht verunsichern zu lassen? Aber genau das taten sie doch gerade gewissermaßen, oder? Und das auch noch auf sein Geheiß. Sie waren umgekehrt und folgten dem Weg zurück, wenn auch nur mit der Absicht, den anderen Pfad auszuprobieren und den Wald nicht gänzlich zu verlassen. Trotzdem musste Raaka sich fragen, ob das nicht schon ein Schritt zu viel war, wenn Lucien recht hatte.

Abgesehen von den seichten Flügelstrichen im beinahe windstillen Wald war es von Raakas Seite aus ungewohnt ruhig geworden. Weder plapperte er über seine Erwartungen an den weißen Raben, noch sang er seine Lieder. Stattdessen hoffte er im Stillen, dass sie bald die alte Gabelung erreichen und der neue Weg ihnen eindeutigere Hinweise bieten würde. Doch je länger sie unterwegs waren, desto größer wurde auch eine innere Unruhe, die einem scharfen Beobachter alsbald dann auffallen mochte, als auch der Flug des Schwarzen immer unrunder wurde. Es dauerte eine Weile, bis Raaka ausmachen konnte, was genau ihn verunsicherte. Es war die Tatsache, dass sie schon eine geraume Zeit unterwegs gewesen waren und er nicht das Gefühl hatte, den Pfad, den sie ja erst vor kurzem beschritten hatten, wiederzuerkennen. Und überhaupt…

„Müssten wir nicht eigentlich schon da sein?“

Die Frage war mehr an sich selbst gerichtet. Leise genug, dass die meisten seiner Gefährten ihn nicht hören würden, weil er nicht wagte, seinen Zweifel laut auszusprechen. Immerhin war er derjenige gewesen, der in lauten Tönen gepriesen hatte, diesem Pfad zu folgen. Und sollte sich nun herausstellen, dass damit irgendetwas nicht stimmte, so war der Schlamassel ja auf seinen Mist gewachsen. Aber vielleicht, so versuchte er sich selbst zu beruhigen, war das ja auch ein gutes Zeichen? Wenn dieser Pfad wirklich anders war, dann bedeutete das doch theoretisch, dass sie nicht zurückgegangen waren, oder? Oder?


[ Ist durch Luc’s Argumentation verunsichert | hat ein seltsames Gefühl und Zweifel ]

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Re: Kapitel 6: Die Kraft der Elemente

Beitrag von Kailan » 6. Juni 2019, 13:17

Kailan folgte dem Rückweg. Sie hatte die Führung der Gruppe nun übernommen und Nayla hatte ihren Platz am Ende besetzt. Ihre Augen folgte den Markierungen auch wenn die Bärin sie eigentlich nicht gebraucht hätte, schließlich waren sie noch nicht weit gekommen. Oder doch?! Der Anstand der Markierungen wirkte merkwürdig, hatte da einer von ihnen geschlampt?! Kailan schaute sich einmal kurz prüfend um, während sie weiterlief. Wobei es ihr immer stärker auffiel, dass die Markierungen einem anderen Muster folgten, als sie eigentlich gesetzt hatten. Der Wald schien sich also wieder zu verändern und je weiter sie liefen, desto mehr bestätigte sich die Vermutung der Bärin.

Innerlich ging sie die Möglichkeiten der Gruppe durch, sie konnten stehen bleiben und beraten. Wobei ihnen aber nur drei Möglichkeiten blieben. Sie konnten weiterlaufen und abwarten wohin sie gelangen würden, sie konnten wieder versuchen zu einer bekannten Stelle zu gelangen, indem sie abermals umkehren würden. Dies würde vermutlich aber auch keine Veränderung hervorbringen und sie konnten die Warnungen des Otters ignorieren und die Pfade verlassen. Dies war eine Option, welche die Bärin nur im äußerten Notfall in Betracht zog und der war nicht erreicht. Also hatte sie nur zwei Optionen. Kailan entschied sich weiterhin dafür weiter zu laufen. Da der Wald so mysteriös und undurchschaubar war, nahm die Bärin an, dass er ihnen schon ihr Ziel offenbaren würde, wenn sie das wollten oder auch die Aufgabe, welche sie dafür erfüllen mussten. Außerdem hatten sie wie die Bärin schon bemerkt hatte, keine andere Option als abzuwarten.

Die Braunpelzin war innerlich zwar unruhig, gab sich nach außen hin aber sicher und ruhig. Sie wollte keine Unruhe oder im schlimmsten Fall Panik unter ihren Schützlingen hervorrufen. Das konnte keiner von ihnen gebrauchen. Schließlich öffnete sie den Fang und sprach laut zu allen, mit ihrer ruhigen und mütterlichen Stimme, aber dennoch ernst im Angesicht ihrer Lage:

"Vermutlich habt ihr auch schon gemerkt, dass sich der Pfad verändert. Zurückzugehen wird aber nichts daran ändern, nehme ich an, also gehen wir einfach weiter. Falls einer von euch eine bessere Idee hat, kann er sie ruhig mitteilen, aber schon wieder stehen zu bleiben, wird unsere Lage nicht verbessern. Dieser Wald ist kein normaler Wald, lasst uns weitergehen, wenn er ein Ziel verfolgt, wird er es uns schon offenbaren."

... eine andere Option bleibt uns auch nicht unbedingt...

fügte sie in Gedanken hinzu.
[ [bemerkt die Veränderungen | denkt nach | bleibt nicht stehen | spricht zu allen | ist misstrauisch dem Wald gegenüber, bleibt aber ruhig] ]

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Re: Kapitel 6: Die Kraft der Elemente

Beitrag von Nyphteq » 17. Juni 2019, 16:38

Gedankenversunken war die Katze ihren Mitstreitern auf dem Weg zurück zur Gabelung gefolgt, dabei jedoch stets einen wachsamen Blick über ihre Umgebung schweifen lassend. Diesem Wald, der äußerlich nur noch tot wirkte, haftete ein Leben an, das sie sich nicht erklären konnte. Erst diese Bärin, von der sie noch immer nicht wussten, ob sie real oder nur ein Trugbild gewesen war, dann das merkwürdige Grollen und schließlich die gefälschten Markierungen. Was auch immer hier vorging behagte der Katze gar nicht und der Grund dafür war hauptsächlich, dass ihr jegliche Erklärung dafür fehlte. Es war schwer, einen klaren und sinnvollen Gedanken zu fassen, und das monotone Rauschen, das ihr, erst leise, aber mit der Zeit zunehmend lauter werdend, beständig in den Ohren lag, machte es ihr nicht leichter. Dennoch schenkte sie diesem zunächst wenig Beachtung, einerseits weil es nach etwas völlig Normalem klang, etwa wie ein breiter Fluss, der sich irgendwo in der Ferne durch den Wald schlängelte, und sie andererseits nicht sicher war, ob dieses Geräusch nur in ihrem Kopf existierte. Aber als schließlich von hier und da die leisen Unterhaltungen ihrer Gefährten an ihre Ohren drangen, wurde ihr bewusst, dass dieses Rauschen ebenso real war, wie die ausgesprochenen Worte.

Die Berglöwin spitzte die Ohren, konnte die genaue Quelle noch nicht ausmachen, aber war sich sicher, dass sie dem Ursprung immer näher kamen. Ob es wichtig war? Immerhin konnte auch durch einen toten Wald mal ein Bach plätschern und vielleicht mündete in diesen ja der Wasserlauf, an dem sie zuvor ihren Durst gestillt hatte. Auf jeden Fall aber war es anders als auf ihrem Hinweg, der von einer eisernen Stille beherrscht worden war. Und das war nicht gut. Zudem schien das nicht die einzige Veränderung zu sein. Über sich hörte Nyphteq den Raben vor sich hin wispern und seine Worte waren nicht minder besorgniserregend. Letztendlich war es Kailan, die das Wort an alle richtete, und die Sache auf den Punkt brachte. Sie hatten keine Möglichkeit, diesem Wald mit seinen makabren Spielereien zu entfliehen, also blieb ihnen nur übrig, dem Pfad weiter zu folgen und abzuwarten, welche Steine er ihnen als nächstes in den Weg legte. Ganz kommentarlos wollte die Katze ihre Beobachtungen dann aber doch nicht stehen lassen.

„Es sieht so aus, als macht sich gerade irgendwer… oder irgendetwas gehörig lustig über uns.“

Unterlegt waren diese Worte, die an keinen ihrer Gefährten im Speziellen gerichtet waren, mit einem leisen Knurren, das im Grunde jedoch nicht mehr versuchte, als die eigene Unsicherheit zu überspielen. Ein Wald der sie an der Nase herumführte und dabei unberechenbar war, da fiel es selbst der Kätzin schwer, einen kühlen Kopf zu bewahren. Blieb zu hoffen, dass sie die Weggabelung dennoch bald erreichen würden. Auch wenn die Berglöwin davon zu ihrem eigenen Verdruss nicht überzeugt war.

[ folgt der Gruppe | bemerkt das Rauschen | fühlt sich unwohl ]

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Re: Kapitel 6: Die Kraft der Elemente

Beitrag von Yaize » 18. Juni 2019, 16:50

Hier stimmte etwas ganz und gar nicht, da war sich Yaize sicher. Je länger sie liefen, desto unwohler fühlte sich die Füchsin in ihrem Pelz. Ihre Nasenspitze kribbelte vor Nervosität und Aufregung und ließ sich auch von zwei- drei Schleckern darüber nicht beruhigen. Immer wieder witterte sie in der Luft, lauschte in den Wald, schnupperte am Boden und spähte zwischen den Bäumen hindurch, suchte nach Veränderungen und markanten Unterschieden in der Umgebung, doch der Wald machte es ihr unmöglich sich zu orientieren. Nun wandte sie den Blick zurück, suchte an den Bäumen entlang und an ihren Gefährten vorbei die letzte Wegmarke, an der sie vorbeigekommen waren und fand sie nicht. Dabei hatten sie auf dem Hinweg immer darauf geachtet die Wegmarken in sichtbarem Abstand zueinander anzubringen. Der Kopf schwenkte wieder vor auf den vor ihr liegenden Weg und dort die Baumreihen links und rechts des Pfades entlang. Nichts.

Verdreckt...

Es war Kailan, die ihre Gedanken laut aussprach und den Eindruck der Füchsin bestätigte. Und auch die Worten von Nyphteq konnte Yaize nur aus vollstem Herzen bestätigen. Genau so fühlte es sich an. Die Fähe nickte zustimmend, während sie weitertrabte.

"Das ist nie im Leben der Weg, den wir gekommen sind. Was hier passiert ist vollkommen unlogisch. Ich meine... das waren die Wegmarken an der letzten Kreuzung auch schon, aber Pfade die sich verändern, während man ihnen folgt?! Was ist das hier für ein... für ein... drecks Wald, ey!"

Man hörte die Füchsin selten laut fluchen und noch seltener voller Inbrunst schimpfen. Doch nun brach es aus ihr heraus. Es waren nicht nur Wut und Frustration auf einen Wald, der versuchte sie in die Irre zu führen, sondern auch ein gehöriger Batzen Angst und Unsicherheit, die das Gemüt der Füchsin bedrückte. Was auch immer sein übles Spiel mit ihnen trieb, sie waren ihm geradewegs in die Falle gelaufen.

"Sollte es dieses ach so tolle Artefakt wirklich geben, dann sollte man es als Erstes dazu verwenden diesen bescheuerten Wald bis auf den letzten Trieb niederzubrennen! Ist euch klar, dass unser Rückweg jetzt kein Rückweg mehr ist? Wir sind in eine Falle gelaufen. Wenn wir jetzt wieder umdrehen, dann wette ich kommen wir garantiert überall an, nur nicht dort, wo wir verdreckt noch mal vorher gewesen sind."

Yaize redete sich in Rage, während sich ihr Blick verfinsterte und die Fuchsrute aufgeregt hin und her schwang. Die Ohren waren zur Seite geneigt als sie plötzlich stehen blieb und mit beiden Vorderpfoten auf den Boden aufstampfte. Angesichts ihrer Größe mochte es für manchen lächerlich aussehen, doch aus der Fähe platzte in diesem Moment alles heraus und machte sich Luft.

"Erst müssen wir unseren hart erarbeiteten Ruhm für die letzte Mission an so einen halbstarken, irren und unverschämten Waschbärenverschnitt abtreten. Dann verdrückt sich dieser nichtsnutzige, eitle und... und... selbstsüchtige Fuchs einfach so, ohne ein Wort zu sagen. Trotzki, wenn ich den Namen schon höre wird mir schlecht! Ist ja nicht so dass wir, seit dem das alles hier losging, nicht schon genug Freunde verloren hätten. Egal ob durch die Ska, Luchse, freie Wölfe, schlechtes Wetter oder weil sie einfach keine Lust mehr hatten ihren Beitrag zu leisten. Neiheeiin. Und jetzt... ja und jetzt?"

Die Füchsin begann körperlich zu zittern und schnappte zwischen den Worten nur noch kurz nach Luft. Eine Mischung aus Wutausbruch und Panikattacke erfasste sie.

"Jetzt hocke ich hier in diesem elenden Drecksloch, suche einen verdammten weißen Raben, den es vielleicht nicht einmal gibt und werde von einem Haufen altem Holz und stinkigem Moos in die Irre geführt. Was, wenn wir uns von nun an nur noch im Kreis bewegen, von einer Kreuzung zur Nächsten und zurück und wieder vor... und wieder zurück... und wieder vor.. und noch mal vor? Was dann? WAS DANN? Zeit vergeht, plötzlich ist es Nacht, der Pfad endet und was auch immer im Wald lauert knurrt uns erst noch mal an und attackiert dann. Frisst die eine Hälfte von uns. Treibt den Rest auseinander. UND DANN? WAS KOMMT DANN? Dann grab ich mir ein Erdloch, hocke alleine da, warte auf Hilfe..."

Yaizes Stimme wurde zunehmend schriller und heiserer. Zwischen dem immer schneller werdenden Plappern musste sie zunehmend kurze Pausen einlegen um stoßweise Luft einzusaugen. Ihr wurde schwindelig.

"...werde vom nächsten umstürzenden Baum begraben und höre, wie die nächste Truppe, die sich aufgemacht hat den grohoooßartigen weißen Raben zu finden... in Hörweite an mir vorbei läuft. Ich ruf um Hilfe, aber bringen wird es mir nichts. NATÜRLICH NICHT! WARUM AUCH? Dann müssten sie ja gegen... ein paar heilige und... uuunheimlich wichtige Regeln verstoßen, die ihnen irgendein verrückter, dahergelaufener Otter mit auf den Weg gegeben hätte."

[ weit vorne im Trupp | wird wütend und beginnt eine Schimpftirade, die in einer Panikattacke endet ]

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Re: Kapitel 6: Die Kraft der Elemente

Beitrag von Nyala » 21. Juni 2019, 16:00

Wie auch die anderen Tiere der Truppe behielt Nyala ihre Umgebung genaustens im Auge, lauschte immer wieder hinter sich und konnte doch nichts Verdächtiges wahrnehmen. Wie auch immer die Bäume das machten, wie auch immer sich Wege verschoben und Markierungen auftauchten, nichts davon drang an ihre Ohren, Augen und Nasen.
Sie lief schräg hinter Rhorax gerade noch mit den Pfoten auf dem Pfad und lauschte seiner gedämpften Stimme. Er sprach nur das aus, was sie wohl alle inzwischen dachten, selbst wenn es absoluter Kaninchendreck war, überhaupt auf die Idee zukommen, ein Wald könnte lebendig sein und Gefühle haben. Nicht das Pflanzen nicht lebendig waren, aber auf eine andere Art als die Tiere, die in ihm lebten und die Fähe ging sogar soweit, zu glauben, dass auch Bäume kommunizierten. Woher kam sonst das eigenartige Knacken, wenn doch kein Lüftchen durch die Blätter raschelte und nirgends ein Tier zu sehen war?

“Das sind keine verkehrten Gedanken, die du da hast“,

entgegnete Nya mit nachdenklicher Miene,

“allerdings kann man leider nicht alles mit Zähnen und Krallen überwinden. Manchmal muss man sein Köpfchen einschalten und wenn wir der Bestie bereits in den Schlund gesprungen sind, dann sollten wir zusehen wie wir wieder hinauskommen. Im Zweifel spielen wir eben mit bei diesem unfairen Spiel. Wir haben mehr Köpfe als unser Gegner, wir müssen sie nur noch richtig einsetzen.“

Eigentlich sollten ihre Worte aufmunternd klingen, doch man konnte einen Hauch von Unsicherheit darin wahrnehmen, da die Weiße noch beim Reden darüber nachdachte. Sie kämpfte sehr viel lieber mit den körperlichen Waffen als mit ihrem Verstand, doch hier kamen sie damit nicht weiter. Entschlossen schüttelte sie das beengende Gefühl aus ihrem Pelz und sagte deutlich überzeugender:

“Zur Not beißen wir uns unseren Weg wie diesen schrecklichen Skalarven frei und kriechen aus dem Leib dieses Biestes.“

Ihr Enthusiasmus wurde jedoch schon bald wieder geschmälert als auch ihr langsam, aber sicher auffiel, dass schon wieder etwas nicht stimmte. Sie liefen schon viel zu lange und die letzte Markierung war gefühlt schon Ewigkeiten her. Nya blieb kurz stehen, drehte sich um und konnte nichts sehen, dafür witterte sie Wasser. Schon wieder war etwas ganz und gar nicht in Ordnung mit diesem Wald.
Schnell schloss sie wieder zu Rhorax auf, blickte dabei kurz hinauf zu ihren beiden gefiederten Begleitern und stellte erst jetzt fest, dass Raaka sehr still geworden war. Offenbar nahm dieser Wald mit seinen Tücken sie alle ganz schön mit.

Kailan ergriff kurz darauf das Wort und sprach das einzig richtige aus, stehen bleiben und erneut debattieren machte keinen Sinn, umkehren auch nicht. Auch Nyphteqs Worte erreichte die Ohren der Hellen und sie seufzte zustimmend.

“Das kannst du laut sagen Nyphteq“,

rief sie leise nach vorne und sah sich noch einmal um, so dass sie kurz darauf gegen Rhorax stieß, der aus unerfindlichen Gründen stehen geblieben war.

“Was ist…“

Die Frage erübrigte sich als Nyala die Stimme der Füchsin erkannte, die offenbar ihren Kopf verlor angesichts ihrer Misere. Kurz sah sie skeptisch zu Rhorax empor und schlängelte sich dann an ihm vorbei, um gerade noch den ziemlich niedlichen Wutstampfer der Füchsin zu sehen. Der Wölfin war gar nicht klar gewesen, dass selbst eine Yaize fluchen und sich in Rage reden konnte, doch die kleine Rotpelzin tat genau das gerade und verfluchte diesen Wald und die Mission dabei. Während sie der Tirade so lauschte, kam Nya nicht umhin Yaize beizupflichten. Sie hatte nicht ganz unrecht, wer bitte schön sagte ihnen, dass sie hier jemals wieder rauskamen. Und ob der Otter nicht Teil dieses verrückten Waldes war?
Sie hatte ja vor kurzem selbst einen kleinen Anfall gehabt, sich Luft gemacht, doch bei ihrer roten Freundin ging das gerade in eine mittelschwere Panikattacke über. Sie zitterte bereits und holte so merkwürdig abgehackt Luft zwischen den Worten.

Nyala schüttelte den Kopf und lief zu Yai, sah sie von der Seite an und wartete bis die letzten Worte ihre Schnauze verlassen hatten.

“Bist du jetzt fertig?“,

fragte sie absichtlich mit strengem Tonfall,

“das wird nicht passieren. Nichts davon! Und falls doch, fresse ich dich vor denen auf, die da aus dem Wald gesprungen kommen. Und jetzt holst du erstmal ganz tief Luft und dann gehen wir so wie Kailan gesagt hat weiter!“

Das konnte man durchaus als netten Befehl sehen und um das Ganze noch zu unterstreichen, zwickte sie der Jüngeren in die Ohrspitze und deutete Rhorax an, schon mal weiterzugehen. Sie würde mit Yai hinter den anderen hergehen.

[ spricht mit Rhorax / läuft gegen ihn / lauscht Yaizes Anfall und versucht sie wieder runter zu holen ]

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