Das Versehrtenlager [nach Kapitel 4] Nyala & Yaize

Hier finden sich Nebenrollenspiele die bereits beendet oder abgebrochen wurden und können noch einmal nachgelesen werden.
Benutzeravatar
Yaize
Widerstandskämpferin
Beiträge: 1408
Registriert: 21. Juli 2010, 11:04
Tierart: Fuchs
Geschlecht: Weiblich
Alter: 2 Jahre
Herkunft: Wettersturzhügel

Das Versehrtenlager [nach Kapitel 4] Nyala & Yaize

Beitrag von Yaize » 11. April 2018, 20:45

Während der Verschnaufpause zwischen Kapitel 4 und 5
Nyala & Yaize
über Wiesen und Hügel auf dem Weg zu einem Versehrtenlager
tiefste Nacht; kühl, sternenklar und nur gelegentlich ein wenig Wind



Die Nacht war angenehm kühl und eine leichte Brise umspielte die Läufe der Füchsin, strich ihr über den Rücken und streichelte ihren Pelz, als sie sich leisen Schrittes im Schein des Mondes auf den Weg machte. Das Gras unter ihrem Bauch kitzelte die junge Fähe und hier und da summten Glühwürmchen und andere Insekten umher und ließen die Wiesen und Hügel auch in tiefster Nacht lebendig wirken, während über ihnen ein klarer, weiter Sternenhimmel lag.

Yaize hatte unlängst erfahren, dass es nicht weit von ihrem Rastplatz ein Versehrtenlager gab, in dem verletzte Tiere umsorgt und wieder gesund gepflegt wurden, egal ob Geflüchtete oder Kämpfer des Widerstands. Aus einem inneren Impuls heraus hatte sie entschieden diesen Ort aufzusuchen. Es lag ihr nichts daran sich das Leiden verwundeter Tiere aus der Nähe anzusehen und auch um zu helfen war sie absolut unterqualifiziert. Was sie wirklich antrieb war die Neugier und vor allem die Frage, ob sich unter den dort gestrandeten Tieren vielleicht auch alte Bekannte befanden, um die sie sich immer wieder sorgte und an die es ihr schwer fiel nicht immer mal wieder zu denken. Weniger ging es ihr dabei um befreundete Füchse aus frühen Jugendtagen, von denen sie eh nie viele hatte, als vielmehr um ehemalige Begleiter ihrer Reisen. Von den Meisten wusste sie nicht, was mit ihnen geschehen war. Nicatlon, Sayo, Keshnu, Caoimhe, Fiona, Chiyoko, Zach, Askir, Khiran und noch einige mehr. Von einigen wenigen wusste sie, dass sie geflohen oder im Kampf gefallen waren, anderen Gruppen des Widerstands Hilfe leisteten oder in ihre Heimat zurückgekehrt waren. Aber von den Meisten hatte sie seit ihren gemeinsamen Abenteuern nie wieder etwas gehört.

Der Blick der Füchsin glitt kurz zu den Sternen und verharrte an einer nebelartigen Sternenwolke, die einem milchigen Schleier gleich wie ein See inmitten der Dunkelheit funkelte und leuchtete. Ihre Stimme war nur ein leises Wispern und ihre Worte wurden von einem leichten Seufzen eingeleitet.

"Ich hoffe es geht euch allen gut."

Benutzeravatar
Nyala
Aktuelles Leittier
Beiträge: 229
Registriert: 6. November 2014, 16:19
Tierart: Wolf
Geschlecht: Weiblich
Alter: 5 Jahre
Herkunft: Dunkelholz

Re: Das Versehrtenlager [nach Kapitel 4] Nyala & Yaize

Beitrag von Nyala » 13. April 2018, 19:07

Sie war selbst erst vor ein paar Tagen angekommen und hatte sich der Widerstandsgruppe angeschlossen, nachdem sie mit einer bunten Mischung von ihnen bereits gemeinsam gegen die Freien Wölfe gekämpft hatte und dabei ein ziemliches Risiko eingegangen war.
Ihre Verletzungen waren abgeheilt, wenngleich ihr Hinterlauf mitunter noch immer schmerzte und es vermutlich noch um einiges länger dauern würde, bis auch das verschwunden war.
Die Wölfin hatte keine Ahnung wie lange sie bleiben würde und ob sie sich an die anderen Vierbeiner gewöhnen würde. Sie wusste im Augenblick nur eines, dass sie eine Schuld zu begleichen hatte und sie für ihre Familie, … ihr Rudel in den Kampf zog. Denn mittlerweile waren ihr einige Verletzte entgegengekommen, ebenso wie Fliehende. Noch sträubte sie sich dagegen die Ska als wirklich und wahrhaftiges Schreckgespenst zu akzeptieren. Solange sie es nicht sah, glaubte sie nicht an Dinge… nicht mehr. Es hatte eine Zeit gegeben, in der ihrer Fantasie keine Grenzen gesetzt waren und sie die alten Geschichten, die sie von Wurf zu Wurf weitergaben noch glaubte. An die Drachen, an die Götter, die das Land zu dem gemacht hatten was es heute war. Doch heute war von der verträumten jungen Fähe, die mit Raben spielte, die weiß werden wollten wie sie, nicht mehr viel übrig.
Der Ernst des Lebens hatte sie eingeholt und letztlich auch hierhergeführt.

Seufzend hob Nyala den Kopf an und spitzte die Ohren, sie lag abseits der anderen Tiere und so brauchte sie sich keine Mühe geben leise zu sein. Ein wenig hatte sie geschlafen, doch etwas ließ ihr keine Ruhe. Einige Widerständler waren aus dem Süden zurückgekehrt und Gerüchte munkelten von einem Skaangriff bei den Südwölfen. Auch ihr Rudel gehörte zu ihnen und vielleicht konnte sie jemanden finden, der ihr mehr Informationen geben konnte. Mehr als diese stille Post mit sich brachte.
Seufzend erhob sie sich und ächzte leicht als sie ihren angeschlagenen Hinterlauf belastete. Nachdem sie gelegen oder geruht hatte, war es immer besonders schlimm. Nur leicht schob sie die Vorderpfoten vor und streckte sich ein wenig, ohne dass der kaputte Lauf den Boden berührte. Der Himmel war klar und ab und an zupfte der Wind an ihrem Pelz als wollte er sie zum Spielen auffordern, doch Nya ließ sich nicht dazu verleiten, sondern setze ihren Weg für eine Weile auf drei Beinen fort.

Das Versehrtenlager war gut versteckt, damit im Falle eines Angriffes die Ska die Verletzten nicht sofort fanden. Nach einer Weile wurde der Gang der Fähe etwas runder und gleichmäßiger, während sie in einen langsamen Trab verfiel und einem kaum sichtbaren Pfad folgte.
Nach einer Weile geriet eine bekannte Witterung in ihre Nase, ließ sie langsamer werden und schließlich sogar still stehen bleiben. Sie hatte die Bäume gegen das Gras auf der Wiese getauscht und erblickte auf einem kleinen Hügel die Füchsin ihrer Gruppe.
Ihr Blick war nach oben in den Himmel gerichtet und kurz hob auch Nyala den Kopf zu den Sternen. Das dunkle Himmelsgestirn mit seinen glitzernden Punkten konnte ihnen den Weg weisen, aber er lud auch dazu ein sich zu erinnern, sich zu vergessen.
Der Kopf der Weißen senkte sich wieder und sie richtete die Ohren nach vorn, bevor sie sich entschied den Pfad zu verlassen und sich zumindest bemerkbar zu machen.
Auf einen verschreckten Rotpelz konnte sie verzichten.

“Zählst du die Sterne Füchsin?“,

fragte sie und blieb schräg hinter Yaize stehen,

“wenn dem so ist, wirst du sterben bevor du sie alle gezählt hast.“

Nette Worte gehörten nicht gerade zu den Stärken der weißen Fähe, sie bevorzugte es lieber etwas unfreundlich zu sein, um ihre Ruhe zu haben.

Benutzeravatar
Yaize
Widerstandskämpferin
Beiträge: 1408
Registriert: 21. Juli 2010, 11:04
Tierart: Fuchs
Geschlecht: Weiblich
Alter: 2 Jahre
Herkunft: Wettersturzhügel

Re: Das Versehrtenlager [nach Kapitel 4] Nyala & Yaize

Beitrag von Yaize » 18. April 2018, 22:00

Yaize zuckte mit den Ohren, als sie eine vertraute Stimme hinter sich vernahm und wandte überrascht den Blick von den Sternen ab und duckte sich ins Gras. Die Helle hatte nicht mitbekommen, wie Nyala sich ihr genähert hatte und ein leichter Schauer war ihr vor Schreck den Rücken hinunter bis in die Schwanzspitze gefahren. Mit gesenktem Kopf beäugte sie die weisse Fähe aus dem hohen Gras heraus fragend und irritiert, ein Ohr leicht abgeknickt.

"Nyala, was machst du denn hier? Bist du mir gefolgt?"

Dann kam schleichend das Gefühl ertappt worden zu sein und sich rechtfertigen zu müssen, auch wenn es überhaupt nichts Schlimmes gab, bei dem sie hätte ertappt werden können oder wegen dem sie sich hätte rechtfertigen müssen. Der erste Schreck war einigermaßen verdaut und so entspannte sich Yaize wieder ein bisschen und reckte die Schnauze nach oben, dass sie Nya besser in die Augen sehen konnte. Die Füchsin lächelte unsicher und fuhr sich einmal kurz mit der schmalen Zunge über die spitze Nase, eher sie leiser weitersprach.

"Ich hatte nicht vor die Sterne zu zählen. Aber wenn du mal nicht schlafen kannst, dann funktioniert Sterne zählen wirklich sehr gut. Nur mal als Tipp."

Es war niemand in der Nähe der sie belauschen konnte, aber dennoch blieben die Worte gedämpft, so als wolle Yaize die Ruhe der Nacht nicht stören. Unwillkürlich fuhr ihr Blick kurz zur Flanke der Weissen, an der man immer noch die Spuren des Kampfes gegen die freien Wölfe ablesen konnte. Oder besser gesagt die Spuren des unglücklichen Treffers von Khiran. Sie schluckte leicht und ihr Maul fühlte sich mit einem Mal sehr trocken an. Dieser Blick dauerte nur einen kurzen Moment, ehe die Augen wieder zurück zum Gesicht der Wölfin wanderten. Sie wollte irgendetwas sagen, aber das Erste was ihr einfiel war nicht unbedingt das Klügste. Wie Yaize aber nun mal war, wanderten die Worte schon über ihre Lefzen, als ihr dieser Gedanke durch den Kopf ging.

"Falls du hier bist um mich zu fressen: Ich schmecke wirklich furchtbar."

Benutzeravatar
Nyala
Aktuelles Leittier
Beiträge: 229
Registriert: 6. November 2014, 16:19
Tierart: Wolf
Geschlecht: Weiblich
Alter: 5 Jahre
Herkunft: Dunkelholz

Re: Das Versehrtenlager [nach Kapitel 4] Nyala & Yaize

Beitrag von Nyala » 22. April 2018, 18:21

Der Wind hatte günstig gestanden und sowohl ihren Geruch als auch die wenigen Geräusche, die die Fähe machte, getilgt, so dass sich der kleine Rotpelz dennoch erschreckte. Yaize duckte sich in das hohe Gras und wirkte fast ein bisschen misstrauisch beim Anblick der weißen Wölfin. Es war sicherlich nicht verkehrt den nötigen Respekt vor den größeren Vierbeinern zu haben, immerhin teilten Wölfe ihre Reviere nur ungern mit anderen Raubtieren. In früherer Zeit – bevor es eine weitaus größere Bedrohung in Form der Ska gegeben hatte – kam es mitunter vor, dass Wölfe die Roten töteten, wenn diese nicht vorsichtig genug waren. Doch die Zeiten hatten sich geändert und so kam es sogar vor, dass Raubtiere an der Seite von Beutetieren liefen und kämpften.
Vielleicht war es ein trügerischer Frieden, aber immerhin war es einer.

“Sterne zählen, um einzuschlafen ist was für kleine Welpen“,

erwiderte Nyala schnaubend und blickte kurz hinauf zu den glitzernden Punkten. Die Realität hatte ihr die Fantasie und das Gespür für die Dinge auf der Erde genommen, die zu faszinieren wussten. Es fiel ihr einfacher sich über diese Dinge lustig zu machen, über die sie einst ganz ähnlich gesprochen hatte, wie die Füchsin es tat. Beinah ehrfürchtig klang sie und hob ihre Stimme nicht an, als wollte sie niemanden aufwecken, dabei war weit und breit niemand zu sehen. Die dunkelbraunen Seelentore der Fähe richteten sich wieder auf die von Yai, deren Blick sie erwiderte. Sie senkte nur dann den Blick, wenn ihr ein dominanterer Wolf gegenüberstand, ganz sicher nicht bei einem Fuchs. Dabei konnte sie sich nicht mal sicher sein, ob die Rote überhaupt wusste, was es mit den Regeln der Wölfe auf sich hatte. Nya jedenfalls machte mit ihrer aufrechten Haltung, ihrem Blick und der durchaus leicht gehobenen Rute klar, dass sie im Zweifelsfall das Sagen hatte, auch wenn es hier wohl keine Rolle spielte. Der Blick der Füchsin zu ihrer Flanke hin, entging der Wölfin nicht und es erinnerte sie daran, dass Yaize sie bereits verwundet gesehen hatte, … hilflos. Kurz zuckte ihre Lefze, doch war sie nicht auch hier hergekommen, um eine Schuld zu begleichen? Immerhin hatten die anderen sie nicht zurückgelassen.

Die nächsten Worte sorgten dafür, dass sich der Kopf der Weißen etwas in die Schräge verlagerte, ehe sie auflachte und die Ohren schließlich leicht an den Hinterkopf presste. Mit gesenkten Kopf trat sie auf Yai zu und zog die Lefzen hoch, ein kurzes Schnappen in der Luft vor der Spitznase folgte und dann drehte sie sich grinsend wieder herum.

“Ich habe keinen Hunger und ich stimme dir zu, Fuchs schmeckt wirklich scheußlich. Aber wie sagt man so schön, in der Not frisst der Greif Fliegen!“,

man musste ja nicht erwähnen, dass das Ganze nur ein Bluff war. Kleine Fuchsmädchen zu ärgern, konnte recht amüsant sein. Langsam trottete Nya weiter, bewegte sich den Hügel hinab und drehte nur leicht den Kopf zurück.

“Ich bin auf dem Weg zum Versehrtenlager, in der Hoffnung ein paar präzisere Informationen zu bekommen als die paar Gerüchte, die meine Ohren bisher erreicht haben“,

sprach sie und lief weiter.

Benutzeravatar
Yaize
Widerstandskämpferin
Beiträge: 1408
Registriert: 21. Juli 2010, 11:04
Tierart: Fuchs
Geschlecht: Weiblich
Alter: 2 Jahre
Herkunft: Wettersturzhügel

Re: Das Versehrtenlager [nach Kapitel 4] Nyala & Yaize

Beitrag von Yaize » 25. April 2018, 21:39

Die Körperhaltung und das Verhalten von Nyala machten schnell deutlich, dass sie sich sehr wohl ihrer Position in ihrer kleinen, ungewöhnlichen Konstellation bewusst war. Sie, die stärkere und größere Fähe, die mit geradem Rücken, erhobenen Schultern und aufgestellter Rute da stand und Yaize mit ihrem Blick von oben herab taxierte. Die Füchsin hingegen knickte während die Weiße sprach ein Ohr leicht ab, setzte sich kurzerhand hin und kratzte sich mit der Hinterpfote für einen kleinen, dafür aber sehr genüsslichen Moment, hinter dem Lauscher. Ihre Lefzen verzogen sich dabei kurz zu einem zufriedenen Lächeln bei geschlossenen Augen. Sie gab sich gar nicht erst die Mühe, auch nur annähernd so selbstbewusst und dominant zu wirken, wie es Nya bewusst oder unbewusst tat. Yai kannte dieses Gebaren ihr gegenüber. Von so ziemlich allen anderen Tieren. Artgenossen, die in der Regel größer als sie waren, eingeschlossen. Und sie gab nicht viel darauf.

Als die Füchsin die Augen wieder öffnete, vernahm sie einen Laut, den sie nie und nimmer in Gegenwart der Weißen vermutet hätte zu hören. Ein Lachen. Okay, nur ein kurzes und es klang eher sarkastisch und herablassend, als freudig und heiter. Aber dennoch. Eine positive, emotionale Reaktion von der Eiskönigin persönlich. Es geschahen also doch noch Wunder. Noch zwei-drei mal ließ die Füchsin das juckende Ohr kurz vor und zurück schnippen, während sie ein wenig erstaunt und neugierig zu Nyala herüber sah. Diese näherte sich ihr nun mit angelegten Ohren und gesenktem Kopf. Als die Wölfin ihr sehr nahe kam, zog Yaize instinktiv den Kopf etwas ein und duckte sich. Sie roch den Atem der Weißen, als der freiliegende Wolfsfang sich knapp vor ihrer Nase schloss, was ein klackendes Geräusch verursachte. Unwillkürlich hatte sich der Füchsin das Nackenfell aufgestellt, doch ehe sie überhaupt anfangen konnte sich Sorgen zu machen, hatte sich Nyala auch schon wieder von ihr abgewandt. Etwas ungläubig sah Yai ihr hinterher. Sie hatte gar nicht mitbekommen, wie sie den Atem angehalten hatte und atmete nun einmal langsam aus und wieder ein, während Nyala ihr erklärte, wohin sie auf den Weg war. Yaize erhob sich zögerlich, schüttelte die Irritation ab und trabte dann langsam an die Seite von Nyala.

"Was für ein Glück, wir haben den selben Weg. Dann können wir uns ja noch ein wenig an der Gegenwart der jeweils anderen erfreuen, wie mir scheint..."

Die Hellrote sprach, immer noch in gesenkter Stimmlage, ihren Kommentar in sehr süffisantem und ironischen Tonfall aus, verzichtete aber währenddessen auf äußerliche Gesten wie das Rollen ihrer Augen. Bewusst hatte sie die unversehrte Flanke der Fähe gewählt, an deren Seite sie nun im gleichen Tempo und mit einer Nasenlänge Rückstand dahin trottete. Ab und zu wehte eine leichte Brise ihr den Geruch der Fähe herüber, der beinahe schon vertraut wirkte.

"Nur damit du es weißt, ich habe keine Angst vor dir. Du machst zwar einen sehr grummeligen, manchmal sogar gemeinen Eindruck... und du scheinst es offensichtlich auch zu genießen, kleinen Füchsen Angst einzujagen... und bissige Kommentare von dir zu geben… allgemein kommst du oft ganz schön kalt und fies rüber, weißt du?"

Yai stockte kurz. Ihr Satz nahm eine Richtung, die sie eigentlich gar nicht hatte einschlagen wollen, also bemühte sie sich schnell die Kurve zu kriegen. Sie lächelte verlegen über ihr mal wieder viel zu schnelles, von der eigentlichen Botschaft abschweifendes Plappermaul.

"Aaaaber… ich glaub du bist eine von den Guten. Ich bin mir sogar ziemlich sicher. Mein Bäuchlein sagt mir, dass du eigentlich ganz nett bist, auch wenn du es vielleicht gar nicht sein willst."

Benutzeravatar
Nyala
Aktuelles Leittier
Beiträge: 229
Registriert: 6. November 2014, 16:19
Tierart: Wolf
Geschlecht: Weiblich
Alter: 5 Jahre
Herkunft: Dunkelholz

Re: Das Versehrtenlager [nach Kapitel 4] Nyala & Yaize

Beitrag von Nyala » 27. April 2018, 15:32

Ihr Ohr schnippte leicht nach hinten als Yaize zu ihr aufschloss und so wunderbar feststellte, dass sie dasselbe Ziel hatten. Das hatte der Hellen gerade noch gefehlt, Gesellschaft von einem kleinen Plappermaul. Vielleicht hätte sie lieber einen großen Bogen um die Sternenguckerin machen sollen, doch nun war es zu spät. Die Füchsin hatte sie bemerkt und Nyala musste sich unweigerlich ihrem Schicksal ergeben, dass sie den Rest des Weges nicht alleine lief.
Sie hob eine ihrer Augenbrauen leicht empor, während das Geplapper auch schon losging, lief aber trotzdem langsam weiter. Erst zum Ende hin, wandte sie den Kopf etwas zur Seite.

“Ja, das weiß ich“,

erwiderte sie neutral,

“und das ist auch Sinn der Sache.“

Die Wölfin machte kein Geheimnis daraus, dass sie nicht gerade die Freundlichkeit in Person war, es war pure Absicht alle glauben zu lassen, dass sie sie nicht leiden kann. Es ersparte ihr vieles, allen voran zu nahe Bindungen und nervige kleine Füchse vielleicht auch.

“Na, wenn du meinst“,

gab Nya lediglich zurück und verdrehte nun doch leicht die Augen.

“Du hörst wohl gerne auf dein Bäuchlein, was?“,

fragte sie und betonte den weisen Bauch der Füchsin absichtlich abschätzig,

“ich rate dir für die Zukunft lieber dein Köpfchen einzusetzen, damit lebt man länger.“

Und so beschleunigte sie ihre Schritte ein wenig, verfiel in einen lockeren, ausdauernden Trab und folgte der Witterung zum Lager. Im Grunde wusste Nya sehr wohl, dass so ein Bauchgefühl manchmal deutlich besser war als der Verstand, aber sie zwang sich dazu es nicht zuzugeben. Sie vertraute lieber ihrem Wissen als ihrem Bauch oder ihrem Herzen.

“Warum willst du zum Lager?“,

fragte sie schließlich und wurde am Waldrand wieder langsamer.

Benutzeravatar
Yaize
Widerstandskämpferin
Beiträge: 1408
Registriert: 21. Juli 2010, 11:04
Tierart: Fuchs
Geschlecht: Weiblich
Alter: 2 Jahre
Herkunft: Wettersturzhügel

Re: Das Versehrtenlager [nach Kapitel 4] Nyala & Yaize

Beitrag von Yaize » 28. April 2018, 22:11

Obwohl Yaize sich sicher war, dass sie Nyala sofort komplett durchschaut hatte, setzte diese ihr mir-ist-alles-egal-und-ich-kann-einfach-niemanden-leiden-Schauspiel fort. Der Füchsin ließ sich davon nicht irritieren und ignorierte auch die rollenden Augen. Sollte die Wölfin doch, wenn ihr das Getue half sich besser zu fühlen. Die Bemerkung, dass sie lieber ihr Köpfchen einsetzen sollte statt auf ihren Bauch zu hören, ließ sie dann allerdings nicht unkommentiert.

"Nur weil ich mich hier und da von meinem Bäuchlein leiten lasse, heißt das ja nicht, dass ich nicht auch hier und da meinen Kopf gebrauche. Das kommt immer auf die Situation drauf an. Wenn ich zum Beispiel damals auf meinen Kopf gehört hätte, wäre ich nie zum Widerstand dazu gestoßen. Viel zu gefährlich. Aber mein Bauch hat mir gesagt, dass es das Richtige ist. Und jetzt, im Nachhinein… denke ich, dass er Recht hatte."

Die Füchsin schien wirklich angestrengt zu grübeln und ihre Zeit seit dem folgenschweren ersten Treffen damals am Silberfelsen zu rekapitulieren. Ihr Blick glitt dabei auf den Boden zu ihren Pfoten, während sie weiter lief und ihre Stimme wirkte etwas monotoner, so als führe sie ein Selbstgespräch.

"Ich meine… welches Tier, das noch bei klaren Verstand ist, würde sich auf dieses Wagnis einlassen und nicht einfach das Weite suchen? Irgendwo hin laufen, wo man sicher ist und sein Leben zu Ende leben kann, bevor man auch nur einen einzigen Ska zu Sehen bekommt. Es gibt sicher irgendwelche abgeschiedenen Täler. Oder die große Wüste im Westen. Wer weiß, ob die Käfer mit der Trockenheit zurecht kämen. Oder die nördlichen Inseln. Ich hab gehört, das salzige Wasser steigt und sinkt mehrmals am Tag. Und wenn das Wasser besonders tief sinkt, dann kann man manchmal einfach von Insel zu Insel laufen, ohne schwimmen zu müssen."

Erneut bemerkte Yai, dass sie sich in ihrem Geplapper verlor, sah kurz flüchtig auf zu Nyala, ob diese schon das Weite gesucht hatte und versuchte wieder auf den Punkt zu sprechen zu kommen, um den es ihr eigentlich ging. Sie leckte sich kurz über die Nase.

"Aber ich hab es riskiert. Und jetzt, im Nachhinein… naja... ich bereue es nicht."

Nyala hatte derweil ihr Tempo beschleunigt und die Füchsin musste einige Zwischensprünge in ihren Lauf einbauen, um mit der Wölfin Schritt halten zu können. Die buschige Rute peitschte hinter Yaize her und bei jedem größeren Satz flog die Rotpelzin für einen Moment über das Gras unter ihr, ehe sie wieder zur Hälfte darin versank. Als die Weiße am Waldrand langsamer wurde, kam dies Yaize ganz recht. In diesem Tempo ließ sich schlecht miteinander plaudern und einfach nur still nebeneinander her zu laufen war ihr zu langweilig. Sie schüttelte kurz den Pelz durch und setzte dann zu einer Antwort auf Nyalas Frage an. Sie wirkte dabei ein wenig bedrückt und vermied es, ihrer Begleiterin in die Augen zu blicken.

"Seit wir damals aufgebrochen sind, haben uns so einige Tiere begleitet und bei unseren Missionen unterstützt. Von einigen weiß ich, wo sie jetzt sind und was sie jetzt machen. Aber manche gingen einfach verloren. Darunter Tiere, die mir trotz der wenigen Zeit, die wir gemeinsam unterwegs waren, näher waren, als... als viele Füchse, mit denen ich aufgewachsen bin. Und ja, ich weiß, das klingt komisch. Ich will einfach nur nachschauen, ob ich dort jemanden wiederfinde. Irgendjemanden."

Der Füchsin gingen noch einmal einige Namen ehemaliger Begleiter und lieb gewonnener Freunde durch den Kopf. Als sie bemerkte, wie sehr ihr dieses Thema aufs Gemüt schlug, bemühte sie sich alle negativen Gedanken vorerst wieder abzuschütteln und sah dann erwartungsvoll zu Nyala auf.

"Was ist mit dir?"

Benutzeravatar
Nyala
Aktuelles Leittier
Beiträge: 229
Registriert: 6. November 2014, 16:19
Tierart: Wolf
Geschlecht: Weiblich
Alter: 5 Jahre
Herkunft: Dunkelholz

Re: Das Versehrtenlager [nach Kapitel 4] Nyala & Yaize

Beitrag von Nyala » 29. April 2018, 13:07

Offenbar wurde man die plaudernde Yaize so schnell nicht mehr los, ganz gleich wie nett oder eben nicht nett man zu ihr war, selbst die schnelleren und größeren Schritte der Wölfin brachten nichts. Es hielt die Füchsin nicht davon ab mitzuhalten und ihr mehr von ihrem Bäuchlein zu erzählen.
Nya hätte weghören können, wenn sie es wirklich gewollt hätte, doch die Worte der Kleineren waren gar nicht so verkehrt. Welches Tier mit einem wirklich klaren Verstand schloss sich einem Himmelfahrtskommando an? Denn mittlerweile erschien ihr das ganze tatsächlich so, die vielen Verletzten und Flüchtenden sprachen Bände, selbst wenn sie noch keinem Krabbler begegnet war.
Warum hatte sie sich entschieden den Widerstand zu unterstützen? Schulden, die beglichen werden wollten, waren die eine Sache, aber war es nur das? Nein Nya wusste, dass mehr dahintersteckte. Sie war eine Kämpferin und Beschützerin, sie hatte nicht vor die Bedrohung bis in ihre Heimat gelangen zu lassen. Trotzdem hatte sie diese Entscheidung nicht ihrem Bauch überlassen, sondern ihrem Kopf und dem Wissen, dass sie in der Lage war anderen zu helfen. Sie wusste von ihren guten Fähigkeiten im Kampf ohne dabei eitel zu sein. Wovon sie nichts ahnte, war die gewaltige Kraft der Ska und dem Unheil was sie über alles und jeden brachten. Hätte sie auf ihren Bauch gehört, wäre sie schon vor einigen Jahren an ganz andere Orte gezogen, doch sie war geblieben und nun würde sie ihren Teil für ihr Rudel geben.

“Selbst, wenn du dich versteckst und davonläufst, holen sie dich irgendwann ein“,

murmelte Nya beinah mehr zu sich selbst als zu der Füchsin an ihrer Seite. Sie meinte damit weniger die Riesenkäfer als viel mehr Erinnerungen und Taten.

“Es ist besser sich dem Feind zu stellen, als immer und immer wieder davon zu rennen. Was bringt es einem selbst in Sicherheit zu sein, wenn man ganz genau weiß, dass es anderen nicht so geht?“,

dieses Mal richtete sie die Worte mehr an Yai und wurde schließlich am Waldrand langsamer.
Langsam lief sie weiter, umrundete die Bäume und schob sich durch einige Büsche hindurch, während ihr die Rote erzählte, was sie zu dem Lager führte.

“Verstehe.“

Darüber hatte sie selbst nicht weiter nachgedacht, die Möglichkeit einen alten Bekannten wiederzusehen bestand schließlich auch bei ihr, nur hielt sich ihre Hoffnung diesbezüglich sehr in Grenzen. Die meisten Wölfe aus ihrer Vergangenheit wollte sie nicht wiedersehen.
Sie blieb stehen und sah hinunter zu Yaize.

“Einige erzählten von Ska-Angriffen im Süden. Ich will wissen ob das stimmt und ob es meinem Rudel gut geht“,

erklärte sie ruhig,

“ich kann es mir eigentlich nicht vorstellen, immerhin bin ich selbst erst vor kurzem den Weg nach Norden gelaufen und bin dabei nicht einem dieser Krabbelviecher begegnet.“

Benutzeravatar
Yaize
Widerstandskämpferin
Beiträge: 1408
Registriert: 21. Juli 2010, 11:04
Tierart: Fuchs
Geschlecht: Weiblich
Alter: 2 Jahre
Herkunft: Wettersturzhügel

Re: Das Versehrtenlager [nach Kapitel 4] Nyala & Yaize

Beitrag von Yaize » 2. Mai 2018, 21:43

Yaize konnte der Bemerkung von Nyala nur zustimmen, dass es nichts brachte davon zu laufen wenn man gleichzeitig wusste, dass es anderen nicht so gut erging. Im Prinzip war genau dieser Gedanke der Kern, der Samen aus dem der Widerstand erwachsen war. Es freute sie, dass Nya von sich aus dieses Argument vorgebracht hatte. Das zeigte eigentlich, dass sie hier bei ihnen genau richtig aufgehoben war. Also nickte die Füchsin schlichtweg und ließ ein stummes aber sichtbar zufriedenes Fuchsgrinsen über ihren Fang huschen.

Als Nyala dann berichtete, was sie zum Versehrtenlager führte, spitzte Yai die Lauscher und hörte aufmerksam zu. Sie selbst hatte von einem solchen Angriff im Süden noch nichts gehört und hoffte inständig, dass die Krabbler auch noch nicht so weit vorgedrungen waren. Wenn sie ihre Geografiekenntnisse nicht im Stich ließen, würde das bedeuten, die Ska würden sie zunehmend in die Zange nehmen und den Widerstand auch noch von seinem Nachschub abschneiden. Eine furchteinflößende Vorstellung.

Dass die Weiße sich um ihr Rudel sorgte, machte sie dann wieder sympathisch. Auf der anderen Seite fragte sich Yaize aber auch, ob das unter Wölfen wirklich etwas außergewöhnliches war. Käme diese Aussage jetzt von einem Puma oder einen Fuchs, die in der Regel alleine durch die Welt streifen, hätte sie da keine Zweifel. Aber Wölfe schienen von grundauf ein ganz anderes, soziales Verhältnis zu ihren Artgenossen zu haben. Ein paar wenige Gedankengänge und sofort war ihre Neugier geweckt und auch deutlich aus ihren Fragenden Worten herauszuhören.

"Dir scheint dein Rudel sehr wichtig zu sein, dass du dich direkt um sie sorgst. Aber ich glaube das ist bei euch Wölfen normal, oder? Dieses Leben im Rudel ist für mich immer noch etwas schwer nachzuempfinden. Ich habe das nie so wirklich kennengelernt. Von dem Moment an, wo wir unsere Eltern verlassen, waren die Füchse meiner Gegend hauptsächlich Einzelgänger. Außer man möchte jetzt selbst Welpen in die Welt setzen…"

Etwas, für das Yai sich, auch wenn sie schon eine Weile geschlechtsreif war, immer noch viel zu jung fühlte. Abgesehen davon, dass die Umstände eh nicht unbedingt dafür sprachen. Allgemein schien ihr dieses Thema etwas Unbehagen zu bereiten, weswegen sie zum Ende des Satzes etwas leiser geworden war. Nun sprach sie aber in normalem Tonfall weiter.

"Ab und zu gibt es auch lose Familienverbände bei uns. Man sieht sich hier und da, spricht kurz miteinander, bleibt auch mal ne Nacht zusammen, aber dann trennt man sich auch wieder und sieht sich teilweise über lange Zeiträume nicht mehr. Jeder jagt für sich, läuft für sich, sucht sich seine eigene Bleibe für die Nacht."

Die Füchsin schnippte kurz mit dem rechten Ohr, dass schon wieder anfing zu jucken.

"Wie ist das bei euch? Ihr habt auch Leittiere, wie bei unseren Aufträgen, nicht wahr? Warst du mal so ein Leittier bei euch im Rudel? Hast du viele Geschwister? Wie viele Wölfe seid ihr überhaupt in so einem Rudel? Erzählst du mir ein bisschen von deinem?"

Yai sah zur Seite und durchbohrte Nyala quasi mit ihrem fragenden, wissbegierigen Blick, während sie langsam neben der Weißen her trabte.

Benutzeravatar
Nyala
Aktuelles Leittier
Beiträge: 229
Registriert: 6. November 2014, 16:19
Tierart: Wolf
Geschlecht: Weiblich
Alter: 5 Jahre
Herkunft: Dunkelholz

Re: Das Versehrtenlager [nach Kapitel 4] Nyala & Yaize

Beitrag von Nyala » 3. Mai 2018, 23:13

Die Ohren der Wölfin schnippten herum als die Füchsin nach einer kleineren stummen Pause, ihre Stimme wiederfand und ihrer Neugier direkt Ausdruck in Form einiger Fragen bescherte. Fragen, die so ein unwissender kleiner Fuchs durchaus fragen durfte, bis sich die unterschiedlichen Arten zusammentaten, war es schließlich ziemlich unwichtig über die Riten und sozialen Gefüge der Anderen Bescheid zu wissen. Die Grundlagen waren bekannt, aber darüber hinaus lernten nur wenige Tiere mehr über andere Arten.
Es gehörte tatsächlich zu den Wölfen dazu in Rudeln zu leben, genau wie sie alle einen Pelz besaßen und dennoch…

“Du stellst ziemlich viele Fragen kleine Füchsin“,

sagte Nya und war stehen geblieben, um die Rote anzusehen,

“Ich sorge mich nicht um mein Rudel. Sie sind stark, auch ohne mich. Ich will lediglich wissen, ob es einen Angriff gegeben hat oder nicht. Und ob sie betroffen waren.“

Lügen, die sie da erzählte, denn natürlich sorgte sie sich. Vielleicht war es ihr egal wie es Skaraya ging, die Leitwölfin und Gefährtin ihres Bruders hatte nichts für sie übrig und das beruhte eindeutig auf Gegenseitigkeit. Die dunkelgraue Fähe duldete sie schließlich nur aus einem Grund und dieser nannte sich Nikan und war Nyalas Bruder. Er war der Einzige, der sich nicht vom Unmut seines Vaters hatte anstecken lassen und hatte in seiner kleinen Schwester stets das Gute gesehen. Um ihn und um die Welpen machte sie sich Sorgen, denn die Jungen waren noch lange nicht alt genug, um in einem echten Kampf um Leben und Tod zu bestehen. Kleine, tollpatschige, dumme Raufbolde…
Ihr war nicht entgangen, dass die Stimme leiser geworden war als es um eigene Welpen ging. Offenbar war es ein Thema, dass die Jüngere verlegen machte. Eigene Junge zu haben, dass hatte sich die Weiße längst aus dem Kopf geschlagen, dabei war es keineswegs so, dass sie nie diesen Wunsch gehegt hatte. Aber das war eine ganz andere Geschichte.

“Du hast Glück Füchsin, ich werde dir ein paar deiner Fragen beantworten“,

sprach Nya und mochte dabei vielleicht etwas arrogant wirken. Doch letztlich war es wirklich ein kleines Wunder, dass sie vorhatte mehr als die schon bisher gesprochenen Worte mit der Füchsin zu wechseln und ihr ein paar Einblicke zu verschaffen.

“Das Leben in Rudeln ist für die meisten Wölfe ganz normal, es gehört zu unserem Leben dazu und trotzdem gibt es auch bei uns Einzelgänger, die genau wie ihr leben. Aber sie sind selten. Ein Rudel bringt schließlich sehr viel mit sich. Gemeinschaftlich ist man bei der Jagd erfolgreicher und man lebt sicherer als allein“,

begann Nyala und setzte sich wieder in Bewegung allerdings deutlich langsamer als noch zuvor.

“Es gibt Leitwölfe. Normalerweise das Alphapaar, sie führen das Rudel an und sorgen für Nachwuchs.“

Zwar kam es durchaus auch vor, dass nicht nur sie Welpen bekamen, doch die meisten Rudel sahen es nicht gern, wenn es außer den Jungen der Alpha noch weitere gab. Mehr Mäuler die man stopfen musste…

“Ich war nie Leitwölfin“,

Worte in denen eine gewisse Bitterkeit mitschwangen, denn das Potenzial dafür war ihr quasi in die Wiege gelegt worden. Aber ihre Fellfarbe und ihr Vater hatten in Kombination dafür gesorgt, dass man es ihr schwer machte.

“Meistens bestehen die Rudel aus dem Alphapaar, den Welpen und noch zwei, drei Wölfen mehr. Aber du hast die Freien Wölfe erlebt. Sie sind das beste Beispiel dafür, dass es auch deutlich größere Rudel geben kann, selbst wenn sie sich selbst kaum als solches bezeichnen. Es hat immer Vor- und Nachteile mehr Wölfe in einem Rudel zu haben. Meines besteht lediglich aus meinem Bruder, seiner Gefährtin, den vier Welpen von diesem Jahr und mir.“

Erst jetzt fiel der weißen Wölfin auf, dass sie schon viel zu viel erzählt hatte. Es machte ihr nichts aus, die wichtigen Grundlagen zu erzählen, doch über sich selbst zu reden hatte sie vermeiden wollen.
Sie blieb stehen und sah beinah etwas ertappt hinüber zu der Füchsin.

“Der Rest ist unwichtig.“

Womit sie weiterlief und kurz ihren Pelz aufschüttelte.

Antworten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste