Theorie und Praxis [nach Kapitel 4] Simran & Yaize

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Yaize
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Theorie und Praxis [nach Kapitel 4] Simran & Yaize

Beitrag von Yaize » 10. April 2018, 21:33

Während der Verschnaufpause zwischen Kapitel 4 und 5
Simran & Yaize
in einem Hain am Rande des Weißwasser Sees
frühe Morgenstunde; angenehm kühl, leichter Bodennebel, sanftes Licht, die Sonne noch hinter dem Horizont verborgen



Dieser Morgen war optimal und würde bestimmt Früchte tragen, da war sich Yaize sicher. Die Sonne hatte sich noch nicht über den Horizont erhoben, doch ihr goldener Schimmer kroch mehr und mehr den Horizont entlang. Ein leichter, nebeliger Dunst schwebte durch dich Mulden und über die schmalen Pfade des kleinen Hains am Rande des Weißwasser Sees, den die Füchsin sich an diesem Tag auserkoren hatte um auf die frühmorgendliche Jagd zu gehen. Der Wald hatte den Tisch reich gedeckt für seine kleinen Nagetiere. Überall gab es wilde Beeren, Kräuter und natürlich jede Menge Insekten. Die Nager wiederum waren der perfekte Snack für einen Start in den Tag. Der Boden war überwuchert von ihren kleinen Höhlen und Erdlöchern. Im Schutz des Bodennebels würden sie sich bestimmt sicherer fühlen als an einem klaren Morgen. Ihr Pech, dass Yaize nicht darauf angewiesen war sie zu hören. Ihr ausgezeichnetes Gehör würde schon reichen sie zu orten und im richtigen Moment zuzuschlagen.

Sanft setzte der kleine Rotpelz eine Pfote vor die Andere und schlich über Wurzeln und Steine. Die buschige Rute schwebte dabei immer ein Ohr breit über den Waldboden und die flauschigen Lauscher waren gespitzt und zuckten immer wieder in diese oder jene Richtung, wenn sie meinte ein Geräusch vernommen zu haben. Nicht weit von ihr, etwas zu ihrer linken hörte sie das kaum vernehmbare Tapsen kleiner Pfötchen und immer mal wieder ein kurzes, leises quieken. Die Augen der Füchsin verengten sich und ein siegessicheres, verschmitztes Grinsen legte sich auf die Lefzen der Roten.

Hab ich dich! Herzlichen Glückwunsch, Maus. Du darfst heute den Anfang machen...

Langsam, beinahe in Zeitlupe bewegte sich Yaize auf die Stelle zu, an der sie die Maus geortet hatte und bereitete sich innerlich darauf vor, zuzuschnappen. Nur noch wenige Augenblicke. Gleich würde der Nager seinen letzten Atemzug tun.

Simran
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Re: Theorie und Praxis [nach Kapitel 4] Simran & Yaize

Beitrag von Simran » 15. April 2018, 20:05

Durch die Feuchtigkeit, die am Morgen in ihrer Nase kitzelte, wurde Simran aus ihrem Schlaf gerissen. Blinzelnd öffnete die Goldfarbene ihre Augen, hob den Kopf und ein herzhaftes Gähnen erfasste sie. Wenn sie schon wach war, dann konnte sie auch gleich aufstehen und sich ein wenig die Beine vertreten. Manchmal vergaß man, wie schön dieses Gebiet sein konnte, wenn sich der Tumult etwas gelegt hatte. Und selbst wenn die Zeiten rau und ruppig waren, so ließ sich das Leben nicht einfach vertreiben.
Simran zuckte mit den Ohren und richtete den Blick empor zu den Baumkronen, um die Vögel bei ihren Gesängen zu beobachten. Die Sehnsucht packte die junge Wölfin unerwartet und aus dem noch genießerischen Beobachten, kam der bittere Beigeschmack dazu. Was würde die Fähe dafür geben, um noch einmal ihre Familie sehen zu können. Die weisen Ratschläge ihres Vaters und die klugen Jagdtaktiken ihrer Mutter. Auch mit ihren zwei Jahren fühlte sie sich noch nicht alt genug, um das Leben selbst in Angriff zu nehmen, doch vielleicht würde der Widerstand ihr dabei behilflich sein können. Wenn Simran es auch zulassen würde.
Die Wölfin setzte sich wieder in Bewegung und durchquerte gerade einen Busch, ohne zu bemerken, dass die Füchsin Yaize gerade dabei war, eine Maus zu erlegen. Das Rascheln von Blättern und Zweigen schreckte die Maus hoch und ließ sie in eine der Erdlöcher verschwinden. Etwas verwirrt als auch überrascht blinzelte die Wölfin einmal, dann legte sie die Ohren zurück flach auf ihren Kopf und ein ertappter Ausdruck legte sich auf ihr Gesicht.

Entschuldige. Das war keine Absicht.

Der Gedanke an eine Jagd weckte den Hunger und um der Füchsin nicht gänzlich den Tag zu versauen, fügte sie als Angebot noch hinzu:

Kann ich dir vielleicht dabei helfen? - Ich hab eigentlich noch nie eine Maus gejagt, aber zu zweit erlegen wir vielleicht mehr.

Mehr für sich selbst und vielleicht auch etwas für die Gemeinschaft. Nach den anstrengenden Tagen könnte es gut sein, wenn jeder Einzelne sein Hungergefühl stillen könnte.

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Re: Theorie und Praxis [nach Kapitel 4] Simran & Yaize

Beitrag von Yaize » 19. April 2018, 21:27

Yaize hatte schon den Atem angehalten und war bereit zum Sprung gewesen, als es im Gebüsch hinter ihr unerwartet knackte und raschelte. Aufgeschreckt von dem Geräusch richtete die Maus genau in diesem Moment ihren Blick auf die Füchsin, zögerte nicht und raste kaum einen Herzschlag später in einem Tempo in ihren Bau, in dem Yai ihr nur noch grimmig hinterher schauen konnte. Diese Chance auf einen schnellen Imbiss war verpatzt.

"Verdreckt noch eins!"

Fluchte die Füchsin leise aber doch hörbar. Missmutig drehte sie sich zu der Wölfin herum, die hinter ihr aufgetaucht war und diesen Schlamassel zu verschulden hatte. Doch noch ehe sie sich Luft machen konnte, entschuldigte die Fähe sich auch bei ihr und fragte, ob sie ihr helfen könne.

Na immerhin. So viel Anstand hat sie…

Yaize begutachtete die kleine, schlanke Wölfin mit ihrem braun-bunten Pelz etwas genauer. Sie wirkte nicht bedrohlich oder als hätte sie ihren Auftritt böswillig so gewählt, dass er ihr das Frühstück verdorben hatte. Viel mehr machte sie einen ungeschickten Eindruck und schien wirklich reumütig. Das war seltsam, denn für gewöhnlich war es den meisten größeren Räubern egal, wenn sie einem Fuchs die Jagd vermiesten. Als Rotpelz konnte man froh sein, wenn man dann nicht plötzlich selber auf der Speisekarte stand. Die kurzzeitige Anspannung fiel langsam von Yaize ab und ein tadelnder aber doch leicht belustigter Funke glomm in ihren Augen, als sie leise zu einer Antwort ansetzte.

"Schon okay. Wenn nicht diese, dann wird eine andere Maus halt mein Frühstück."

Sie legte den Kopf leicht schief und knickte ein Ohr ab, den Blick auf die Wölfin gerichtet und immer wieder abschätzend, ob diese wohl eine gute Mäusejägerin abgeben würde.

"Hm, ich weiß nicht ob du mir helfen kannst. Ich meine, ihr Wölfe seid sicher gute Jäger wenn es um großes Wild und so was geht. Aber für eine Maus… tja… für eine Maus muss man sich leise und leicht bewegen wie eine Feder. So geschmeidig und geschickt durch das Unterholz schleichen, wie es nicht mal ein Puma könnte. Du brauchst eine feine Nase und seeehr gute Ohren. Und dann, im richtigen Moment musst du so flink sein wie eine Libelle."

Yaize schob ein wenig eitel die weiße Brust vor, hob den Kopf an und stellte die Ohren auf, um sich in ihrer ganzen Pracht zu präsentieren.

"So wie ich! Traust du dir das denn zu?"

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