Buch 2: Alles über die Ska

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Spielleitung
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Buch 2: Alles über die Ska

Beitrag von Spielleitung » 11. Juli 2010, 16:49

Alles über die Ska

Die Bedrohung aus dem Osten (Fortsetzung von: "Mythen und Legenden")




Vorgeschichte bis zu diesem Ereignis: "Mythen und Legenden"

Noch heute weiß keiner, woher sie gekommen sind, doch es ist unbestreitbar, dass sie da sind. Zunächst waren es nur einzelne Gebiete, die von ihnen angegriffen und eingenommen wurden. Dort bauten sie ihre unterirdischen Reiche. In gegrabenen Gängen, langen Tunneln, künstlichen Höhlen verbunden zu gigantischen Systemen lebten sie und vermehrten sich in rasanter Geschwindigkeit. In ihrer einem Bienenvolk ähnlichen Gesellschaft übernahmen unterschiedlich körperlich ausgestattete Insekten die Aufgaben von Bauherren, Spähern, Jägern und anderen. Viele glauben, dass irgendwo in den unzähligen Nestern der Ska ein einzelnes Leittier, eine Art Königin lebt, die das Handeln ihres Volkes koordiniert und kontrolliert, jedoch hat noch nie ein anderes Wesen einen dieser Bauten betreten und ihn lebendig wieder verlassen. Die Wölfe des Nebeltals waren die Ersten, die aus ihrer abgestammten Heimat vertrieben wurden und fliehen mussten. Trotz ihrer großen Anzahl und ihren nicht unbedeutenden Fähigkeiten sich zu verteidigen, blieb den Wölfen nichts anderes übrig. Die Ska sind ausschließliche Fleischfresser und auch, wenn ein kräftiger, ausgewachsener Wolf in der Lage ist sich in einem ausgeglichenen Kampf gegen einen Jäger zur Wehr zu setzen, so gibt es zusätzlich noch das Problem der immer mehr verschwindenden Beutetiere. Seit dem Auftauchen der Ska wurde das Futter im Osten knapp. Sie haben kein bestimmtes Jagdvorgehen. Sie sind relativ schnell, stoßen aus der Erde hervor und überwältigen ihre Gegner mit schierer Überzahl.

Selbst die ebenfalls im Nebeltal beheimateten Bären, zwar von der Anzahl her geringer aber im Einzelnen weitaus kräftiger als die Insekten, sahen sich gezwungen zu Fliehen und verließen zusammen mit den Wölfen ihr Zuhause. An einigen Orten entstanden auf weite Distanz sichtbare Türme der Ska, ähnlich Termitenhügeln ragen sie wie künstliche, dornenförmige Gebilde drohend in den Himmel. Keinem Tier ist es bisher gelungen mit den Eindringlingen in Kontakt zu treten, viele glauben sogar, diese seien trotz ihrer Größe gar nicht in der Lage zu sprechen oder einfach zu dumm, Worte zu verstehen, so wie es sich auch mit ihren kleineren Artverwandten verhält, den normalen Insekten. Ihre einzige Kommunikation besteht aus Fauchen und Klackgeräuschen. Doch egal, ob dumm oder nicht, die Gefahr die von ihnen ausgeht ist greifbar, allgegenwärtig und wird mehr und mehr wahrgenommen und gefürchtet.



Bekannte Gattungen der Ska


  • Larven
    Die Larven ähneln zunächst hamstergroßen Maden, an deren Kopf zwei lange, Zweigdünne Zangen sitzen, die sie tief in ihre Mahlzeiten versenken. Durch diese nehmen sie saugend die Nährstoffe auf, die sie benötigen um zu wachsen. Erreichen sie die Größe eines Dachses, verpuppen sie sich und entwickeln sich zu einer der folgenden Varianten weiter.

  • Sammler
    Die Sammler ähneln in ihrem Aussehen sehr den Larven und sind etwa luchsgroß. Ihre Beißzangen sind etwas größer und dicker, haben sich von Saugwerkzeugen zu Greifwerkzeugen entwickelt, die zu einem kleinen, mit kurzen, spitzen Zähnen besetzten Maul führen. Mit diesen ziehen sie die Nahrung hinein in die Vorratskammern ihrer Nester.

  • Arbeiter
    Die Arbeiter ähneln gewaltigen, zangenlosen Skarabäen. Mit ihren kräftigen Beinen graben und schieben sie sich unter der Erde vorwärts, während an ihrem Hinterteil eine klebrige, schnell aushärtende Substanz erzeugt wird, die die Erde verklebt und die Gänge befestigt.

  • Wächter
    Die Wächter halten sich stets in der Nähe der Nester auf und verteidigen diese. Mit ihren acht Beinen ähneln sie Spinnen, sie bewegen sich jedoch nur auf den hinteren Vieren fort. Die Vorderen enden in skorpionschwanzähnlichen Stacheln, die durch das dichteste Fell dringen können und ein Gift injizieren, das bei Kleintieren tödlich, bei größeren immerhin schnell und auf lange Zeit lähmend wirkt. So kam es schon vor, dass zwar gelähmte aber noch lebende Beutetiere nach einer Wächterbegegnung von den Sammlern verschleppt und bei lebendigem Leib von Ska-Larven von innen heraus aufgefressen wurden.

  • Späher
    Die Späher ähneln im Großen und Ganzen Wespen, sind etwa so groß wie eine Krähe und besitzen am Hinterteil einen ausfahrbaren Stachel. Sticht ein Späher einmal zu, bedeutet das seinen Tod und das Insekt verendet. Sie sind wenig gefährlich, jedoch enorm schnell im Flug.

  • Jäger
    Die Jäger stellen den Großteil des Skavolkes dar. Sie erreichen die Größe eines ausgewachsenen Wolfes oder Pumas, sind ähnlich schnell und besitzen einen messerscharfen Insektenschnabel. Mit ihren Beinen ist es ihnen nicht nur möglich zu laufen, sondern auch ziemlich hoch zu springen, so bewegen sie sich auch auf schwierigem Terrain schnell vorwärts. Die einzige Möglichkeit Distanz zu gewinnen oder gar zu entkommen ist sich ins Wasser zu retten, denn dieses Verabscheuen die Jäger wie alle Varianten der Ska.



Das Nest der Ska


  • Über den Fund eines Ska-Nestes...
    Aeneas hat geschrieben:Der Rüde lief, wie er zeit seines Lebens noch nie gelaufen war. Sämtliches Gefühl für Zeit entschwunden versuchte er nur den Ort hinter sich zu lassen, an dem er alles verloren hatte was ihm im Leben wichtig gewesen war. Das Entsetzen hatte sich in sein Knochenmark gefressen, brachte ihn immer wieder zum Erschaudern. Was diese Insekten, diese Ska seinem Rudel angetan hatten, war grausamer gewesen als alles, was er auch nur in seinen dunkelsten Albträumen hätte sehen können. Sie hätten fliehen sollen, als die ersten über ein Eintreffen der Biester im Wald munkelten. Nun versuchte er nur noch diesen hinter sich zu bringen, hoffte, dass sich jeden Augenblick die Baumreihen öffnen und weite Fläche vor ihm offenbaren würden.

    Aeneas Hoffnungen schienen sich bald zu erfüllen. Vor ihm wurde es heller, die Bäume schienen sich zu lichten, doch das was er nun erreichte, war bei weitem nicht das, was er erhoffte. Vor ihm lag ein seltsam stiller und unheimlicher Ort. Die Bäume waren hier kahl, dürr und modrig, überwuchert von einer Art rötlichen Pilz, der sich von den Wurzeln wie ein Flaum über die Stämme nach oben schob und aus der Erde selbst zu kommen schien. Das was einst der Waldboden war, war nun karge, trockene hellbraune Erde, staubig und absolut unbewachsen, kein einziger Grashalm stand hier. Die Bäume am Rand dieses Fleckens trugen nur noch kläglich Blattwerk, meist schon in Herbstfarben und trocken an den Ästen hängend. Der Rüde lauschte zunächst, die Wolfsohren spitz aufgestellt, ehe er langsam tapsend den fremden Bereich betrat. Die Neugier siegte über die Furcht und ließ ihn hier und da schnuppern, wittern, horchen und mit fasziniertem und gleichzeitig ungläubigem Blick über die Szenerie schwenken. Die Luft roch modrig, faulig und ungesund. Hier und da ragten Erdhaufen empor, hoch wie Sträucher, bröckelig, merkwürdig dunkel und ebenso mit diesem roten Moos überzogen wie die Baumstämme. An ihnen hafteten merkwürdige, weiße Dinger… länglich, seidig, etwa von der Größe eines Igels. Eindeutig etwas Ähnliches wie Schmetterlingskokons, dachte er sich. Doch als wäre das nicht unheimlich genug, so bewegte sich nicht nur manchmal etwas innerhalb dieser kleinen Kissen, er hatte auch das Gefühl, dass ihn aus dem halbdurchsichtigen, weißen Stoff den er sich grad genauer besah ein paar schwarzer, kleiner Punkte direkt in die Augen blickte. Angewidert wendete er sich von dem Anblick ab. Um die Reste von verfaulenden, umgeknickten Bäumen und weitere Erdhügel herumschleichend stöberte er weiter umher. Plötzlich fühlte er etwas Weiches, Klebriges unter seiner Vorderpfote. Ein merkwürdiger, fast durchsichtiger, weißer Schleim zog sich in einer schmalen Bahn von einem Loch in der Erde, das groß genug wäre um ihn aufrecht hinein klettern zu lassen, hin zu einem weiteren, roten Moosteppich. Er sprang über diese Spur hinweg, wischte sich dann im Gehen die Pfote am Boden ab und beäugte mit ungläubigem Blick etwas, das er als nichts anderes als ein gigantisches Ei bezeichnen konnte. Es war größer als alles, was er bisher gesehen hatte, ein ausgewachsener Fuchs hätte darin sicher Platz gefunden. Die Oberfläche war dünn überzogen mit dieser weiß-klebrigen Substanz, ansonsten sah es matt weiß, an manchen Stellen hellgrau gemasert aus, von dünnen, etwas dunkleren Äderchen überzogen, die es aussehen ließen als wäre es aus Gestein geschlagen. An einigen Stellen klebte Erde. Vorsichtig schnupperte Aeneas an dem Ei, berührte vorsichtig mit der Zunge die Substanz und zog diese sofort zurück. Es schmeckte säuerlich und bitter, einfach grässlich. Um den Baum herum und mit den Pfoten auf dem weichen, roten Untergrund schleichend fand er ein weiteres Ei, ein Stück entfernt noch einmal zwei. Alles in allem zählte er sieben dieser gigantischen Eier an diesem Ort und überall, immer wieder diese Erdhügel mit diesen unheimlichen Kokons daran, einige bereits zerfetzt, leer und nur noch lose und trocken herunter hängend. Es bestand kein Zweifel: Dies hier musste ein Nest sein. Ein Ska Nest.

    Auf der einen Seite schockiert aber immer faszinierter von dem was er sah nahm er sich nun diese Erdlöcher genauer vor, von denen es ebenfalls mehrere gab. Aus den Meisten führten schleimige Spuren hin zu den Eiern. Auch das schien sofort klar, die Eier mussten von dort unten hier hinauf geschafft worden sein. Aber warum? Das ergab für ihn keinen Sinn. Unter der Erde wären die Eier doch viel sicherer als hier oben, ungeschützt. Kurz spähte er in einen dieser dunklen Gänge hinein, witterte und auch dort fand er den gleichen Geruch wie über der Erde, nur um einiges stärker und dominanter. Das Nackenfell sträubte sich ihm, als er einen Moment lang glaubte klackende Geräusche aus der Tiefe zu vernehmen, die im nächsten Augenblick jedoch wieder verschwunden zu sein schienen. Er stellte noch fest, dass auch die Erdhöhlengänge zum Teil von der hellen, ekligen Substanz überzogen zu sein schienen. Dann entschied er, dass es Zeit wurde sich zu verziehen. Er hatte genug gesehen und musste das, was er gesehen hatte, unbedingt weitererzählen. Vorsichtig tat er einen Schritt zurück und noch ehe er den Kopf hob, hörte er es erneut. Klacken, Zischen, hier und da ein Fauchen. Und die Quellen dieser Geräusche lagen direkt hinter ihm. Fast erstarrt vor purer Angst schaffte er es doch, sich steif umzudrehen um zu sehen was dort war. Seine Augen weiteten sich vor Entsetzen, die Beine zitterten und der Schwanz war eingeklemmt zwischen den Hinterläufen. Er nahm die Gestalten vor sich wie durch einen Schleier war, als würde sein Bewusstsein ihn vor der Erkenntnis schützen wollen, was als nächstes passieren würde. Ska-Wächter… vier spitz zulaufende Beine, wie die von Spinnen, teilweise mit kleinen, schwarzen dünnen Haaren bewachsen. Ein Torso, der aus mehreren Gliedern zu bestehen schien und aus dem seitlich vier weitere Beine… oder besser gesagt Arme herausragten. Jeder einzelne endete in einem klauenförmigen, spitzen Stachel. Der Kopf war breit, Augen schien es keine zu geben aber dennoch schien das Insekt genau zu wissen, wo er sich befand. Zangen links und rechts vom Maul klackten immer wieder auf und zu und der dunkle Schlund war die Quelle des Fauchens und leisen Zischens, das er vernahm. Aus dem Maul und von den Zangen tropfte etwas wie Speichel.

    Drei dieser Viecher standen vor ihm, überragten ihn aufgerichtet ein kleines bisschen. Doch diese bräunlich-gräulichen Wesen rührten sich nicht, schienen auf etwas zu warten oder ihn einfach nur zu beobachten. Es war keine Gefühlsregung zu erkennen, keine Gestik oder Mimik. Über sich meinte er nun auch noch schnellen Flügelschlag zu vernehmen, lauter werdend. Ein Summen, gelegentliches Quieken, leise und mit einer enorm hohen Modulation. Er kannte das Geräusch von dem Angriff, den er erlebt und bei dem er sein Rudel verloren hatte. Späher. Viele Späher… es war aus, und das wusste er. Einen Augenblick noch überlegte er, ob es Sinn hätte sich zu wehren, wenigstens ehrenhaft dem Tod entgegen zu schreiten, doch noch bevor er den Gedanken zu Ende bringen konnte, stach ihn etwas unvermittelt an zwei Stellen in den Rücken. Ein weiterer Wächter hatte sich von hinten genähert, aus dem Tunnel heraus den er eben noch beäugt hatte. Er wollte sich umdrehen, sich rückwärts tappend etwas von dem Vieh und den drei anderen entfernen, doch seine Läufe fühlten sich plötzlich schwer und kraftlos an. Er schlenderte, stolperte und verlor das Gleichgewicht. Ein Nebel legte sich um seinen Geist, verhinderte noch einen klaren Gedanken zu fassen und im nächsten Augenblick hatte Aeneas die Kontrolle über sich verloren und sackte wie ein lebloser Kadaver zusammen. Er atmete zwar noch schwach, fühlte sich aber mehr tot als lebendig. Sein Blick lag steif auf den unterirdischen Eingang gerichtet, unfähig ihn zu wenden. Links in seinem Blickfeld sah er die Beine des Wächters, der ihn von hinten angegriffen hatte sich etwas bewegen. Dann ertönte ein helleres Zischen als das Vorherige. Lauter, fast etwas wie ein Ruf. Das Essen war angerichtet, ging es ihm durch den Kopf, aber überraschenderweise rührten sich die Wächter nicht. Und dann sah er sie und wusste, dass nicht die Wächter es sein würden, denen er als Futter dienen würde. Aus dem Bau heraus krochen Larven, manche größer, manche noch kleiner als andere. Lange, dünne Zangen schoben sie vor ihren kleinen Köpfen daher, die an Torsos hingen die mehr als fünfmal so groß und rund waren. Mit vier schlanken Beinen schoben sie sich über die Erde auf ihn zu. Das war das Letzte was der Rüde sah, bevor er das Bewusstsein verlor.


>>> Weiter geht es im Abschnitt "Der Widerstand".

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