Ein friedlicher Morgen, zwei Tage nach Kapitel 5 [Kailan und Vishuni]

Gespräche und Ereignisse zwischen den Kapiteln
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Kailan
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Re: Ein friedlicher Morgen, zwei Tage nach Kapitel 5 [Kailan und Vishuni]

Beitrag von Kailan » 29. September 2019, 14:40

Kailan wartete die Worte der Pumadame geduldig ab und ihr Blick fiel währenddessen immer wieder auf den See und gelegentlich beobachtete sie die Bewohner von diesem. Fische… vielleicht konnte sie später noch eine Runde ihr Glück versuchen, aber im Augenblick hatte sie weder Lust noch wirklich Hunger und auch nicht die Ambition sich wirklich auf eine Fischjagd einzulassen. Vishuni wusste im Gegensatz zu anderen Interessierten, welche die Bärin schon getroffen hatte, eindeutig mehr, auch wenn diese Informationen nicht ganz stimmten. Die letzten Worte von Vishuni waren sogar überraschend einfühlsam und Kailan dachte an die bereits erlebten Verluste, obwohl sie nur bei zwei Tieren wirklich sicher sein konnte. Asuka Liam und Finnek, bei Flyght hoffte sie einfach, dass dieser den Ska entkommen war und irgendwann wiederkommen würde. Ihr Bärenkumpel… Von den Bären war sie als Einzige übriggeblieben und sie war schon manchmal ziemlich enttäuscht darüber. Als Vishuni fertig gesprochen hatte entscheid sich Kailan dafür ihr Wissen über den Widerstand zu ergänzen:

„Es ist schon richtig, dass wir unsere Aufträge vom Rat des Widerstandes bekommen, aber diese können ganz unterschiedlicher Natur sein. Es sind nicht immer nur Aufträge für Angriffe. Wir hatten auch schon Rettungsmissionen…“

Sie überlegte kurz und dann kam der Bärin plötzlich eine sehr naheliegende Frage und ihr Blick wurde dabei auch wieder forschender als er vorher gewesen war:

„Kannst du dir denn auch vorstellen mit anderen Tieren zusammenzuarbeiten?! Wir haben auch Füchse und Waschbären unter uns…“

In Gedanken setzte sie noch hinzu, ohne sie fressen zu wollen… aber dies sprach sie nicht aus, außerdem fand sie es ein wenig unfair, schließlich kannte sie auch schon andere Pumas, welche dies konnte, also warum sollte es Vishuni schwer fallen.

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Re: Ein friedlicher Morgen, zwei Tage nach Kapitel 5 [Kailan und Vishuni]

Beitrag von Vishuni » 30. September 2019, 20:20

In Gedanken versunken folgte sie Kailans Blick auf den See, er heftete sich auf die Fische ohne sie wirklich zu sehen, und bei den Worten der Bärin nickte sie nachdenklich.

“Verstehe…“, murmelte sie, den Blick immer noch auf das Treiben im Wasser gerichtet, und ihr Magen antwortete mit einem bösen Knurren. Vishunis Schnurrhaare zuckten kurz, es war wie eine Antwort auf Kailans nächste Fragen und die Pumadame hob wieder den Blick.

“Eine gute Frage und mir ist klar, warum du sie stellst.“ Mittlerweile hatte ihre Stimme beinahe so etwas wie einen entspannten Plauderton angenommen. Vielleicht war es doch nicht so schlimm, mal etwas mit anderen Individuen zu reden. Aber jeden Tag bräuchte sie das nun wirklich nicht.

“Ich sag’s mal so… dir mag sicher aufgefallen sein, dass ich nicht gerade das bin, was man als warmherzig bezeichnen würde, oder was man gerne schnell in sein Herz schließt. Aber so geht es mir auch mit anderen. Ich glaube aber nicht, dass es im Widerstand nur darum geht.“ Sie war ein ganzes Stück offenherziger, als sie hatte sein wollen. Doch Kailan hatte sich auch nicht gescheut, Vishuni ehrlich gegenüber zu sein. Sie verdiente ebenso zu wissen, worauf sie sich einließ.

“Ich bin nicht hier, weil ich eine Ersatzfamilie suche. Ich habe euch aufgesucht, weil die Ska mir alles genommen haben, weil sie hier nicht hingehören und weil sie uns irgendwann überrollen werden, wenn wir nichts unternehmen.“ Ihr Blick wurde kurz abwesend und wanderte auf einen Punkt hinter Kailan, den nur sie zu sehen schien, bevor ihr Focus langsam wieder zurückfand.

“Aber eines verspreche ich dir, ich werde mit allem was ich habe für den Widerstand kämpfen und im Notfall mein Leben geben. Wahrscheinlich werde ich nicht gerade eure beste Freundin werden, aber ich werde die Schwächeren mit allem verteidigen, das ich habe.“ Ihre grünen Augen waren voller Emotionen, die nichteinmal sie selbst zu fassen bekam.

“Und ich bin durchaus in der Lage, im Team zu arbeiten und Anweisungen zu befolgen.“ Beinahe so etwas wie eine Herausforderung lag in ihrem Blick und sie hob den Kopf etwas.
“Reicht dir das?“ Die Frage klang fast schon ein wenig flehend, das Verhör hatte eine Richtung eingeschlagen, die Vishu gar nicht gefiel und hatte sie zu viel über sich selbst reden lassen. Überhaupt zu viel reden lassen. Ihr Maul war schob ganz Trocken und ihre Kehle kratze ein wenig. Konnte man das Sprechen verlernen? War es immer so anstrengend? Vishu schnaubte, bevor sie Kailan abwartend ansah.

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Re: Ein friedlicher Morgen, zwei Tage nach Kapitel 5 [Kailan und Vishuni]

Beitrag von Kailan » 9. Oktober 2019, 20:04

Kailan lauschte ruhig ihren Worten und konnte diesen nur zustimmen, Vishuni war wirklich nicht gerade warmherzig, aber die Bärin kannte auch eine andere Pumadame, welche dies nicht gewesen war. Zumindest anfangs nicht, außerdem fand sie Vishuni wirklich sympathisch. Im Widerstand ging es auch wirklich nicht immer darum, jeden sofort ins Herz zu schließen, aber es half einem ungemein, wenn man sich gut mit den anderen Mitgliedern verstand. Zumindest war dies Kailans Eindruck.

Kailans Blick wurde traurig, als Vishuni erzählte, dass die Ska ihr alles genommen hatten, ihr selbst ging es nicht anders und immer wieder, wenn sie daran dachte, verwehrte sie sich selbst diese Gedanken. Sie wollte nicht, dass sie von Trauer überrollt wurde und gebrauchen konnte die Bärin, dass schon gar nicht.

Schließlich legte sie leicht den Kopf schief, warum ging die Pumadame mit so einer Einstellung an die Sache ran, dass klang fast so wie als ob sie annahm, dass sie nicht erträglich oder völlig unsympathisch wäre. Aber Kailan hatte das Gefühl, dass Vishuni genauso wie Nayla eine harte Schale und einen weichen Kern hatte. Die Wölfin war schließlich auch nicht der einfachste Zeitgenosse. Die Bärin hatte den Kopf bei den nächsten Worten des Pumas wieder in eine gerade Position gebracht und runzelte nach diesen nun leicht irritiert die Stirn. Kailan wusste nicht, dass sie den Anschein erweckt hatte, irgendwie in dem Rang zu sein, dies beurteilen zu können, aber nun hatte sie anscheinend die Ehre, dies tun zu dürfen. Schließlich schnaubte sie einmal kurz, aber dies war eher dazu da ihren eigenen Kopf frei zu kriegen und nicht als eine Antwort gemeint, deswegen setzte sie ihre Worte als nächstes sofort hinter:

„Ich bin mir nicht sicher, ob ich dafür die richtige Ansprechpartnerin bin…“

Sie gehört weder zum Rat noch hatte sie irgendeinen wichtigen Rang inne, außer vielleicht in ihrer eigenen Widerstandsgruppe:

„Zum Widerstand gehöre ich zwar schon lange und es mag zwar auch sein, dass ich immer gerne ein wachsames Auge auf die neuen Mitglieder habe, aber dieses kann ich nur in meiner Gruppe haben.“

Schließlich schüttelte sie den Kopf, irgendwie empfand sie selbst ihre Worte gerade als unbefriedigende Antwort und deswegen ergänzte sie schließlich nach ein paar Sekunden:

„Meiner Meinung nach reicht deine Aussage aber für mich als Antwort und ich würde dich gerne im Widerstand willkommen heißen…“

Schließlich verzog sich ihre Mimik zu einem weichen und warmen Schmunzeln und ihre Augen bekamen einen sanftmütigen Glanz, welcher aber vermutlich nur erkennbar war, wenn man die Bärin länger kannte:

„Außerdem sind nicht alle Tiere im Widerstand warmherzig und vielleicht unterschätzt du dich in Sache Sympathie auch ein wenig…“

Diesen letzten Satz lies Kailan unbeendet und wandte ihren Blick danach wieder dem See zu, dies diente dazu Vishuni die Möglichkeit zu geben über ihre Worte nachzudenken und sie wollte diese nicht bedrängen, indem sie sie dabei beobachtete.

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Re: Ein friedlicher Morgen, zwei Tage nach Kapitel 5 [Kailan und Vishuni]

Beitrag von Vishuni » 10. Oktober 2019, 11:45

Vishuni lauschte schweigend der Antwort der Bärin, ihre Augen verloren hin und wieder den Focus und schweiften zufällig über den See und den Boden am Ufer. Dennoch hörte sie aufmerksam zu und nickte hin und wieder, auch wenn ihre angespannten Kiefermuskeln verrieten, dass sie nicht komplett erfreut über die Antwort war.

“Na gut.“, seufzte sie und legte den Blick wieder auf Kailan.
“Kannst du mich zu den richtigen Ansprechpartnern bringen?“, fragte sie und hatte gleich ein ungenaues Bild des Rates im Kopf (auch wenn sie das Wort „Rat“ selbst nicht kannte). Sie begann darüber nachzudenken, welche Tiere das wohl waren, die überall in Kiromah kleine Widerstandsgruppe aufsuchten und sie koordinierten. Eine Mischung aus Unbehagen und Neugierde machte sich in ihr breit.
Als Kailan meinte, dass sie gerne die Neuen im Auge behielt, zuckte sie kurz mit den Schnurrhaaren.

“Na dann werde ich mich wohl an deine prüfenden Blicke gewöhnen müssen.“, brummte sie unzufrieden. Doch beinahe so etwas wie kameradschaftlicher Sarkasmus versteckte sich in den grünen Augen, ein erster Schritt in Richtung Akzeptanz dieses neuen Bündnisses zwischen ihr und dieser Bärin.

Ihre letzten Worte überraschten Vishuni und auch wenn sie es niemals zugeben würde und sicherlich auch mit keiner verzogenen Miene anzeigen würde, breitete sich so etwas wie verlegene Wärme in ihr aus. Nur ganz kurz. Sie legte leicht den Kopf schief und zuckte die Achseln, ganz glücklich darüber, dass Kailans Blick in diesem Moment woanders lag.

“Wir werden sehen.“ Das war alles, was sie jedoch dazu sagte. Sie erhob sich auf die Pfoten und streckte sich kurz, bevor sie das Maul zu einem breiten Gähnen öffnete, während die langen Krallen sich kurz in den Boden gruben.

“Also, wollen wir los?“, fragte sie und blickte Kailan abwartend an.

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